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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Land unter auf „Insel der Glückseligkeit“

20.05.2017

Varel Wenn es draußen gießt und schüttet, wird es vor Ralf Janßens Haustür nass. Die Straße, an der er wohnt, die Marienburger Straße in Varel, steht dann nämlich zum großen Teil unter Wasser. 20 Meter lang seien die Pfützen, die dann auch schonmal bis an die Straßenmitte ragen. „Wenn hier Autos durchfahren, spritzt es bis an die Häuser heran“, sagt Ralf Janßen. Die Straße sei in einem desolaten Zustand, und die Stadt habe seit mehr als 45 Jahren nichts getan, um sie in Ordnung zu halten.

Bitten der Anlieger an die Stadtverwaltung, etwas an der Situation zu ändern, würden ignoriert oder das Thema werde heruntergespielt, sagt Ralf Janßen. Dann heiße es, es handele sich doch nur um ein paar Pfützen. Dabei wünsche er sich eigentlich nur, dass wenigstens die größten Löcher geflickt werden. „Es muss ja keine große Baumaßnahme sein. Nur etwas Füllsand und die Straße neu pflastern“, sagt Ralf Janßen.

Er hat eine Vermutung: „Es scheint, als warte die Verwaltung einfach ab, bis die einzige Lösung eine Grundsanierung der Straße ist, welche dann die Anlieger mit bezahlen müssen.“

Auf Nachfrage der NWZ beider Stadtverwaltung antwortet Bauamtsleiter Jörg Kreikenbohm, dass es in der Straße in der Tat zur Pfützenbildung komme. „Aber das beeinträchtigt die Verkehrssicherheit dort nicht“, sagt der Bauamtsleiter.

Die Marienburger Straße ist laut Kreikenbohm kein Einzelfall. Das Problem sei recht häufig. „Alle Altstraßen aus den 60er und 70er Jahren haben dieses Erscheinungsbild“, sagt Kreikenbohm. Solange aber die Sicherheit gewährleistet sei, könne wegen der angespannten Haushaltslage der Stadt nichts getan werden. Zudem sehe es anderswo wesentlich schlimmer aus. „Verglichen mit anderen Orten leben wir hier auf einer Insel der Glückseligkeit.“

Ralf Janßens Befürchtung, er und seine Nachbarn müssten irgendwann selbst bei einer Grundsanierung für die Straße zahlen, sieht Kreikenbohm nicht: „Wir haben in Varel keine Straßenausbaubeitragssatzung.“ Entsprechend könnten die Anwohner auch nicht zur Kasse gebeten werden. Und selbst wenn es eine solche Satzung gebe, greife sie bei Reparaturarbeiten nicht, sondern nur, wenn die Straße ausgebaut werde.