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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

„Landwirt würde ich heute nicht wieder werden“

02.04.2019
Betrifft: „Landwirte sind an allem schuld“, NWZ vom 28. März

Als ich vor 50 Jahren die Landwirtschaft erlernt hatte, war ich in dem Glauben: Ich tue etwas Gutes und versorge die Bevölkerung mit Nahrung. Habe mich immer an Gesetze und Auflagen gehalten. Somit hab ich doch alles richtig gemacht?

Scheint aber nicht so zu sein. Plötzlich war alles falsch... Dafür macht man uns Bauern nun verantwortlich. In Wirklichkeit waren doch die Politik und die Beratung für die landwirtschaftliche Ausrichtung zuständig.

Fazit: Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, einen Beruf zu wählen, wäre ich zur Bundespost gegangen und mit 50 Jahren in Pension gegangen... Jedenfalls nicht wieder Landwirt.

Nun zur Berichterstattung der Medien: Reporter sollen berichten. Das Kommentieren aber den Fachleuten überlassen. Jeder maßt sich an, ein Experte zu sein. In Wirklichkeit vertritt er nur seine ideologische Meinung. Dabei kommt nur „Müll“ raus.

Ernst Landsberg
Ihlienworth

Natürlich sind die Landwirte nicht an allem schuld, haben aber einen größeren Anteil an einigen Biodiversitäts-Problemen. Sie sind nicht die armen Unschuldigen, wie das Kreislandvolk es gerne nach außen darstellt, denn

1. sie spritzen großflächig Herbizide (z.B. Glyphosat) und Fungizide, beides verharmlosend Pflanzenschutzmittel (PSM) genannt;

2. sie verhindern so das Wachsen der allermeisten Blütenpflanzen;

3. sie berauben so einer Vielzahl der Insektenarten ihrer Nahrungs- und Fortpflanzungsgrundlage;

4. sie bewirtschaften immer größere Flächen mit nur einer Nutzpflanze (z. B. Vermaisung) und müssen daher bei diesen Monokulturanfängen Insektizide einsetzen;

5. sie lassen Grünlandflächen bis zu fünfmal im Jahr von Lohnunternehmen mähen. Dabei heißt es verständlicherweise „time is money“, also schnell, schnell. Die Fluchtchancen für Tiere sind sehr gering, der erste Silageschnitt erfolgt in der Fortpflanzungsperiode der Wiesenbrüter, Blühpflanzen können nicht aussamen;

6. sie verhindern Gespräche über eine mögliche Entwicklung des Biosphärenreservats Wattenmeer und die Politiker knicken ein. Dabei sollen letztere ja zum Wohl aller Bürger tätig sein, nicht nur der Landwirte. (...)

Apropos heutige Zeit: Letztendlich ist unsere aus dem Ruder laufende Gesellschaft schuld an vielen Miseren; erinnert mich an den Untergang des Römischen Reiches. Erkennen die Menschen noch rechtzeitig, dass sie die Natur brauchen, um zu überleben, die Natur aber nicht die Menschen?

Volker K. Prueter
Wangerland

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