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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Mülldeponie In Langendamm: Anwohner sind mit ihrer Geduld am Ende

18.01.2019

Langendamm Die Last mit der Altlast in Langendamm zieht sich seit Jahren hin und die Anwohner sind mit ihrer Geduld mittlerweile am Ende. „Das viele Beobachten und wenige Handeln stört mich, ich wünsche mir mehr Mut zum Handeln“, sagte Harald Menge, Vorsitzender der Bürgerinitiative Langendamm.

Am Mittwochabend waren Interessierte zu einer weiteren Informations- und Diskussionsveranstaltung ins Kreisdienstleistungszentrum eingeladen. „Ich erwarte vom Landkreis ein ganz klares Konzept“, resümierte Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Einen Lösungsvorschlag unterbreitete Ratsherr Karl-Heinz Funke (Zukunft Varel): „Gelände kaufen, sanieren und als Bauland verkaufen, um damit die Kosten zu decken.“

Der vom Landkreis Friesland und der Stadt Varel beauftragte Gutachter Dr. Frank Härig hat die ehemalige Mülldeponie seit Jahren im Blick. Er veranlasste Probebohrungen, richtete Grundwasser-Messstellen ein, ließ nach eventuell dort lagernden Ölfässern graben. Das Ergebnis: Es lagern dort Giftstoffe, die über die Oberflächenentwässerung und das Grundwasser ins Umland gelangen.

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Laut Kreisverwaltung bestehe aber keine Gefahr für die Anwohner, da die Konzentration zum einen zu gering sei und außerdem das Grundwasser, nicht aber das Trinkwasser betroffen sei. Dennoch wurde Anwohnern der Deponie empfohlen, die Gartenpflanzen nicht mit dem Grundwasser zu gießen.

Als Schutzmaßnahmen wurde die Oberfläche der Müllhalde mit Erde abgedeckt und der Abfluss des Regenwassers in den Randgebieten verbessert. Als weitere Maßnahmen sollen das Messstellennetz und die Laboruntersuchungen der Proben optimiert werden. Das alles allerdings unter „Bewahrung der Verhältnismäßigkeit“. „Eine Entsorgung des Mülls würde über zwei Millionen Euro kosten“, rechnete Härig vor.

Aufmerksam verfolgten Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Langendamm und interessierte Einwohner die Ausführungen. Sie sind mit der Situation unzufrieden. Deshalb hatte die BI den Diplom-Geologen Dr. Ralf Krupp ebenfalls beauftragt, ein Gutachten zu erstellen.

Er kam zu dem Schluss: „Um die weitere Ausbreitung von Schadstoffen im Grundwasser zu stoppen, sind zeitnah Sanierungsmaßnahmen erforderlich.“ Krupp erläuterte weiter, die 2002 im Auftrag des Landkreises begonnenen Erkundungsarbeiten hätten bisher nur ein sehr unscharfes Bild der Gefährdungssituation liefern können. Kenntnisdefizite bestünden hinsichtlich der Entwässerungssysteme, sowohl für das Oberflächenwasser (oberflächig abfließendes Niederschlagswasser) als auch für das Deponiewasser (Grundwasser im Deponiekörper) und deren Austausch mit dem Grundwasser außerhalb der Deponie.

Es fehle eine plausible, auf genau definierten Begriffen und Größen basierende Wasserbilanz der Deponie. Während der seit 2002 vergangenen, langen Zeitspanne konnten sich die Schadstoffe weiter ausbreiten und hätten spätestens ab 2009 auch den Hauptgrundwasserleiter erreicht.

In diesem Zusammenhang müsse auch die Berichterstattung über die Erkundungsmaßnahmen kritisch gesehen werden, die unvollständig, oft ungenau und in manchen Punkten auch fehlerhaft sei und damit möglicherweise einer schleppenden Bearbeitung der Altlast Vorschub geleistet habe, so Krupp. Er wies darauf hin, dass einige Schadstoff-Messungen im Laufe der Zeit eine steigende Tendenz aufweisen und sich daraus ein Handlungsbedarf ergibt.

Olaf Freitag vom Bauamt der Stadt Varel sagte: „Es ist keine hermetisch abgedichtete Wanne, wie Anfangs gedacht.“ Ein anwesender Baggerfahrer berichtete aus seinem Alltag: „Beim Lehmabbau werden in den Grubenrand Gräben gebaggert. Niemand will seinen Arbeitsplatz bei Regen volllaufen sehen.“ Aus dem Publikum hieß es: „Das Ding kriegen wir nicht dicht, egal wie viel Geld wir da reinstecken. Es muss weg.“

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