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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Leerstand den Kampf ansagen

28.03.2014

Jeverland Sinkende Kaufkraft, demografischer Wandel, aber vor allem der florierende Online-Versand von Waren: Die Herausforderungen für den lokalen Einzelhandel sind vielfältig, die Bedingungen werden schwieriger.

In Jever und Schortens verfügt man seit Jahren über dezidierte Einzelhandelskonzepte. Ziel ist, die Innenstädte zu schützen, überbordende Preiskämpfe zu vermeiden und die Nahversorgung sicherzustellen. Doch die örtlichen Begebenheiten weichen stark voneinander ab. Während Jever über eine attraktive Fußgängerzone verfügt, fehlen in den anderen Kommunen solche Bummelmeilen mit Erlebnisfaktor.

Vorhandenes sichern

Beispiel Sande: Mit „Sande Mobil“ oder dem Sander Frühling versucht man hier, durch Veranstaltungen Besucher anzulocken. Ein Einzelhandelskonzept soll im Juli im Rat beschlossen werden. „Darin geht es vor allem darum, das Vorhandene zu sichern“, sagt Klaus Oltmann von der Verwaltung. Gemeint sind die zwei Ortszentren an Marktplatz und Netto-Supermarkt. Dort wird der Zuzug von Discountern reglementiert.

Schon seit Jahren versuchen in Sande Gewerbetreibende mit der Aktion „Ich kaufe in Sande“ auf die Bedrohung des Einzelhandels durch den Online-Versand aufmerksam zu machen, verklebten unter anderem Schaufenster, um Leerstand zu simulieren.

Leerstehende Geschäftsräume sind vor allem in Jever ein Problem, trotz attraktiver Innenstadt. Denn: Zum einen wirkt die „Lange Meile“, die Fußgängerzone Große Wasserpfort- und Burgstraße, aufgrund vorhandener Leerstände wenig einladend. Zum anderen sind Veränderungen an der historischen Bausubstanz oft nicht möglich.

So schließt Ende April in der Fußgängerzone Neue Straße etwa der Herrenausstatter Hanenkamp nach 93 Jahren. Um rentabel bleiben zu können, müsste er die Räumlichkeiten erweitern – oder verkleinern und das Sortiment spezialisieren. Beides ist baulich nicht umsetzbar, die Konkurrenz aus dem Internet tut ein übriges – nun zieht in den Laden eine große Handelskette ein, Individualität im Angebot geht verloren.

Beratung mit Anliegern

Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers hatte den Leerständen bereits vor seiner Wahl den Kampf angesagt. Noch im April soll es ein Treffen mit Anliegern der „Langen Meile“ geben. Gesprochen werden soll unter anderem über eine mögliche Umwandlung von Gewerbe- in Wohnflächen, so Albers. Auch wegen des Online-Handels sieht der Bürgermeister vor allem Geschäfte, die hohe Qualität anbieten, als zukunftsfähig.

Wie in Jever gibt es in Schortens ein Einzelhandelskonzept. Dort wird vor allem der Außenbereich mit dem Fachmarktzentrum reglementiert. „In der Innenstadt ist fast alles zulässig, um die Nahversorgung sicherzustellen“, sagt Bürgermeister Gerhard Böhling. Leerstände werden über die Stadt-Homepage aktiv vermarktet.

Für Wangerooge wurde 2011 ein Einzelhandelskonzept aufgestellt, vor allem, weil ein Investor einen Lebensmittelmarkt im Bereich Bahnhof plante. „Wir haben dafür aber keine Notwendigkeit gesehen“, sagt Bürgermeister Holger Kohls. Auch auf der Insel mache der Online-Handel den Händlern das Leben immer schwerer.

Im Wangerland gibt es wegen der dörflichen Struktur kein Einzelhandelskonzept. Auch dort habe der Online-Handel den Gewerbetreibenden in den vergangenen Jahren zugesetzt, sagt Bürgermeister Harald Hinrichs. Beispiele dafür seien Technik- und Textilanbieter, die ohne Ersatz verschwunden sind.

Tim Gelewski
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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