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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Aktion: Ernte wird miteinander geteilt

12.09.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-09-12T05:25:52Z 280 158

Aktion:
Ernte wird miteinander geteilt

Middoge Es ist eine besondere Form der Landwirtschaft, die Lars Ulmke und Joachim Buss anbieten wollen: Der Landwirt aus Middoge und der Gärtner aus Aurich haben gemeinsam die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) „Frya Fresena“ gegründet – und bereits jetzt viele Interessierte gefunden.

Informationstreffen

Gegründet haben die Solidarische Landwirtschaft „Frya Fresena“ Lars Ulmke aus Middoge und Joachim Buss aus Aurich. Für alle, die sich für diese besondere Form der Landwirtschaft interessieren und Lust haben, sich zu beteiligen, gibt es eine Infoveranstaltung. Dazu laden der Vereinsvorstand und die zugehörigen Landwirte der SoLaWi am Donnerstag, 14. September, ab 19 Uhr in die Alte Pastorei in Middoge ein. Infos gibt es auch auf der Facebookseite „Solawi Frya Fresena“.

Die Idee: Jedes Mitglied dieser Solawi zahlt einen monatlichen Beitrag in die Gemeinschaftskasse. Mit diesem Geld wirtschaftet der Landwirt. Im Gegenzug erhält jedes Mitglied einmal pro Woche Lebensmittel. Dabei handelt es sich um eine breite Produktpalette: Obst, Gemüse, Getreide, Milch und verschiedenste Fleischsorten.

„Schon länger hat mich diese Idee beschäftigt, aber wir bauen kein Obst und Gemüse an, sondern nur Fleisch“, so Lars Ulmke vom Christianshof in Middoge. Doch das Angebot einer Solawi sollte möglichst vielfältig sein. Nur durch Zufall hat Ulmke erfahren, dass Joachim Buss aus Aurich etwas Ähnliches vorhat. „Sofort haben wir uns zusammengesetzt und entschieden, die erste Solawi in Friesland zu gründen.“

In anderen Orten ist die Idee der Solawi schon verbreitet – etwa in Oldenburg oder Bremen. Deshalb wussten Ulmke und Buss auch, was für die Gründung nötig ist: In einem Agrarplan wird festgelegt, wie hoch die monatlichen Beiträge sind – was auch von der Anzahl der Mitglieder abhängt. Der Nachteil: ist die Ernte schlecht, gibt es weniger Produkte. Die Vorteile: Ist die Ernte gut, bekommt jeder natürlich mehr. „Ob er will oder nicht“, scherzt Ulmke.

Und damit die Abnehmer auch wissen, was sie mit einer großen Menge eines Produkts anfangen können, sind zusätzlich „kommunikative Tage“ geplant, an denen Lebensmittel gemeinsam eingekocht werden. „Dann kommen alle Mitglieder zusammen und wir machen eine große Menge Sauerkraut oder backen Brot.“ Schon jetzt freut sich Ulmke darauf: „Dann kommen Jung und Alt zusammen und es werden sicher Freundschaften geschlossen.“

Darüber hinaus besteht aber auch die Möglichkeit, nicht benötigte Erzeugnisse an andere Mitglieder abzugeben oder aber für den normalen Hofverkauf bereitzustellen. „Das erwirtschaftete Geld kommt dann wieder der Gemeinschaftskasse zugute – solidarisch eben.“

Weitere Vorteile: Jeder, der möchte, kann seine eigenen Produkte auf den Höfen kontrollieren – und sogar Wünsche und Ideen zum Anbau äußern. Die werden dann unter den Mitgliedern abgestimmt.

An jedem Freitag können die zuvor angegebenen Erzeugnisse entweder in Middoge oder in Aurich abgeholt werden. Egal für welche Produkte man sich entschieden hat: Ob Fleisch oder Gemüse – beides wird auf beiden Höfen bereitgestellt, damit weite Fahrten mit dem Auto vermieden werden. „Zudem können natürlich auch Fahrgemeinschaften gebildet werden.“

Damit das möglich wird, können sich Interessierte zu einer ersten Infoveranstaltung in Middoge treffen.