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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Mit dem Flieger nach Afrika

08.04.2014

Bockhorn August Lauw, der Flieger, wurde am 8. April 1894 geboren, vor 120 Jahren also. Ein Anlass, an die Geschichte der Familie zu erinnern. Großvater und Enkel gleichen Namens verbindet sehr viel. Zum Beispiel, dass beide den engen Grenzen ihrer damaligen Heimat entfliehen wollten. Während der alte Lauw, der Ziegelkönig, der von 1826 bis 1917 lebte, sich in jungen Jahren der Seefahrt zuwandte, entdeckte der Enkel die Fliegerei für sich.

Hindenburg-Pokal

In der Werkstatt des Vereins für Heimatgeschichte der Gemeinde Bockhorn können die Vorsitzenden Margret Hayen und Ewald Spiekermann einiges an Material über die Lauws vorzeigen. Den Beinamen Flieger bekam August Lauw der Enkel unter anderem dafür, dass er 1931 einen spektakulär anmutenden Flug über drei Erdteile absolvierte, von Wilhelmshaven flog er nach Konstantinopel, weiter nach Wadi-Halfa im Sudan und Triest und zurück an den Jadebusen. Dafür erhielt er einen Hindenburg-Pokal für hervorragende Leistungen mit dem Leichtflugzeug.

Großvater August Lauw hatte maßgeblich für die Einführung der Ringöfen gesorgt, mit denen die Klinkerindustrie einen großen Aufschwung nahm. Hayen und Spiekermann wiesen aber darauf hin, dass auch dem jüngeren August Lauw eine wahre Pionierleistung auf dem Gebiet der Klinker-Herstellung zugeschrieben wird. Er initiierte den Bau eines Tunnelofens für den Brand von Press-Klinkerplatten in der Ziegelei Lauw I, dem Stammwerk. Es stand da, wo heute das Gewerbegebiet „Klinkerhof“ liegt.

In dem neuen Verfahren wurden die trocken gepressten Platten-Rohlinge auf Tunnelwagen langsam durch den Ofen geschoben. Ähnlich läuft heute die Herstellung zum Beispiel in der Bockhorner Klinkerziegelei Uhlhorn.

1925 ließ August Lauw in einem ersten 60 Meter langen Tunnelofen täglich 9000 Press-Klinker herstellen. 1935 wurde der Grundstein für einen zweiten Ofen mit einer Länge von 150 Metern gelegt. Den weiteren Siegeszug der Bockhorner Klinker vor allem in den Wirtschaftswunderjahren der Bundesrepublik konnte August Lauw nicht miterleben, er starb 1945 bei einem Autounfall.

Die Familie Lauw hat mit anderen Zieglern über viele Jahrzehnte das Leben in der Gemeinde Bockhorn geformt, erklärte Margret Hayen. Das zeigte sich früher auch daran, dass sie mit ihrem Stammlokal, dem „Friesischen Hof“, und später mit dem Gebäude der Vereinigten Oldenburger Klinkerwerke am Marktplatz – heute befindet sich darin die Apotheke am Markt – das Ortszentrum beherrschten.

Montagsgesellschaft

Legendär, so Spiekermann, war die Montagsgesellschaft, die im Keller der Vereinigten tagte. Frisches Bier lieferte der Gastwirt Alfred Hilbers über den natürlich mit Klinker gepflasterten Kattekerpatt, den es immer noch gibt.

Bereits in den 1960er Jahren begann aber der Einfluss der Ziegelbarone zu schwinden. „Erstaunlich, wie schnell diese ganze Industrie hier bei uns bis auf die Ziegelei in Grabstede verschwunden ist“, meinte Spiekermann. Ein Grund war die immer schwierigere Versorgung mit dem „Gold von Bockhorn“, dem Lehm. Geblieben ist immerhin die Lauwstraße, neben der Uhlhornstraße die einzige in der Gemeinde Bockhorn, die sicher nach einer Person benannt ist.

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