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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Mit feinem Gespür für harte Metalle

02.08.2012

SCHWEIBURG Wenn Ina Kappelmann beginnt von früher zu erzählen, schüttelt sie den Kopf und muss gleichzeitig grinsen. „Die Hose hing fast in den Kniekehlen und eine seiner ersten Ansagen lautete: ,Ich mache hier eh nur, was ich will.“ Ina Kappelmann ist Bildungsbegleiterin und Fachkraft im Bereich Metall in der Werkstatt Jeringhave, die Menschen mit Beeinträchtigungen für eine berufliche Zukunft qualifiziert. Ihr gegenüber sitzt Jonny Maukwitz, 19 Jahre. Von ihm ist eben die Rede gewesen.

Die Hose sitzt inzwischen tadellos, der junge Mann hat die Hände vor sich auf dem Tisch gefaltet und wartet höflich, bis er angesprochen wird. Jonny Maukwitz hat in Jeringhave in den vergangenen zwei Jahren eine berufliche Fortbildung im Bereich Metall absolviert. Jetzt ist die Zeit des Abschieds gekommen. Der Schweiburger beginnt am 1. September eine Ausbildung zum Metallfeinarbeiter in Oldenburg.

Das Besondere: Nach der Ausbildung hat Jonny Maukwitz Chancen auf dem „ersten“, dem regulären Arbeitsmarkt, obwohl der 19-Jährige an einer Lernbeeinträchtigung leidet und seinen Schulabschluss auf der Förderschule gemacht hat.

Wenn Jonny Maukwitz an seine Anfangszeit in der Werkstatt erinnert wird, muss er lachen: „Da habe ich auch öfter was auf den Deckel bekommen, was aber im Nachhinein gut war.“ Damals habe er eine Mauer um sich errichtet, sagt Kappelmann.

Viele Einzelgespräche mit Ina Kappelmann folgten. Auch Lars Walther, der bis vor kurzem ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Werkstatt absolvierte, half dabei, den jungen Mann auf den richtigen Weg zu bringen.

Nun also Oldenburg. „Ich werde das alles hier vermissen, vor allem die Leute“, sagt Jonny Maukwitz. Rund 190 Menschen arbeiten in der Werkstatt Jeringhave. Neben dem Metallbereich gibt es die Sparten Hauswirtschaft sowie Garten- und Landschaftsbau.

Als Maukwitz nach der Schule eine Werkstatt in Lingen besucht, stellt er schnell fest, dass Garten- und Hausarbeit „nicht mein Ding ist“. Der Metallbereich soll es sein.

Schweißen, bohren, sägen, feilen und Maschinen bedienen: In Jeringhave arbeitet er vor allem in der Produktion von Schellen für Rohrleitungssysteme – etwa für die Meyer-Werft in Papenburg. In Oldenburg wird er nun zum Metallfeinarbeiter ausgebildet, dort wird also noch mehr Sorgfalt gefragt sein. „Ein bisschen nervös bin ich schon“, gibt Jonny Maukwitz zu.

Damit der Sprung nach Oldenburg und später in den regulären Arbeitsmarkt auch wirklich klappt, hat Ina Kappelmann den jungen Mann im letzten Dreivierteljahr das eine oder andere Mal an die Belastungsgrenzen „und darüber hinaus“ geführt. Jetzt, nach zwei Jahren Ausbildung ist sie sicher: „Er packt das.“

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv

Tim Gelewski
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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Förderschule | Meyer-Werft

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