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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Mit viel Gefühl und gutem Gehör

02.09.2014

Cleverns Sie beherrschen kniffelige Feinarbeit, haben viel Detailwissen, ein gutes Gehör und ein Gespür für die oft sehr alten Instrumente: Die beiden Orgelbauer Christian Wachtendorf und Thomas Franzmeier überholen zurzeit die Orgel in der Clevernser Kirche Zum Heiligen Kreuz und St. Peter. Außer Stimmung und Wartung waren bisher an dem 1972 eingebauten Orgelinnenleben keine Arbeiten notwendig. Für die jetzt fällige Sanierung sind Kosten von rund 10 000 Euro veranschlagt. Zur Finanzierung dient auch das Ortskirchgeld 2014.

Christian Wachtendorf und sein Kollege Thomas Franzmeier bilden nach der Insolvenz ihres früheren Arbeitgebers Orgelbau Führer in Wilhelmshaven 2004 seit zehn Jahren die Zwei-Personen-Firma „Ostfriesischer Orgelservice“ mit Sitz in Wiesmoor. Obwohl es auf der ostfriesischen Halbinsel noch zehn Orgelbaufirmen und Service-Betriebe gibt, wagten sie den Weg in die Selbstständigkeit.

Nicht nur in Cleverns sind ihre Kenntnisse gefragt. In den nächsten Wochen arbeiten sie an den Orgeln in den katholischen Kirchen in Jever und Schortens

Jede Menge Werkzeug, Leitern, Einzelteile und der Rest eines imposanten Instruments sind wohlgeordnet auf der Orgelempore der Clevernser positioniert – fast wie auf einer Baustelle sieht es derzeit dort aus. Die 564 Orgelpfeifen werden gereinigt und nach dem Wiedereinbau neu gestimmt. Die Orgel wird ausgesaugt, von Schmutz und Staub befreit und alle mechanischen Teile werden überprüft. Danach erfolgt der Zusammenbau.

Das Innenleben der Orgel befindet sich technisch in einem guten Zustand so dass die Orgel nach der Generalüberholung noch viele Generationen in der Kirchenmusik begleiten kann, versichern die beiden Orgelbauer.

Pastor Rüdiger Gehrmann, freut sich, dass die Renovierung angegangen ist – „das wird auch die beiden neuen Organisten Richtje van der Wielen und Marvin Zibell begeistern“, erklärt er. Für die Clevernser Orgel prophezeien die Orgelbauer nach ihrer Arbeit: „Einen solch schönen Orgelklang haben sie mit Sicherheit lange nicht mehr von der Orgel gehört“.

Ihre Tätigkeit in der Clevernser Kirche dauert noch zwei Wochen. 1972 wurde die Orgel bis auf den Orgelprospekt (Prinzipal 4-Pfeifen) erneuert. Für die sichtbaren Pfeifen an der Orgelfront empfiehlt der Orgelbauer, die mit Zinnfolie ummantelten Pfeifen zu einem späteren Zeitpunkt neu zu folieren.

Eine neue Orgel in der Dimension der alten Orgel würde mindestens 250 000 Euro kosten. Darum lohnen sich die aufwendigen Sanierungsarbeiten.

Vor 42 Jahren erneuerte die Orgelbaufirma Führer aus Wilhelmshaven das Innenleben der Clevernser Orgel, die mit einem Manual und einem Pedal ausgestattet ist. Die 564 Orgelpfeifen sind überwiegend aus einer Zinn-Blei-Legierung und die Pedalpfeifen aus Mahagoniholz.

Dem Pfarrarchiv Cleverns (Patrimonialbuch von 1752) ist zu entnehmen, dass die Kirchengemeinde Cleverns im Frühjahr 1812 „eine sehr gute Orgel“ für 300 Reichstaler von dem Orgelbauer Schmid kaufte. Sie stand davor in der Kirche in Logabirum und ist etwa 1740 von Johann Friedrich Constabel (Wittmund) gebaut worden. Am 12. August 1821 wurde die Orgel von Kantor Minssen und Konsistorialrat Chemnitz aus Jever abgenommen.

Die Aufstellung der Orgel erfolgte damals auf dem Lettner „wo die Orgel zur Zierde der Kirche dient“. Mit dem Orgelneubau von 1907 wechselte auch der Standplatz in den Westen der Kirche und es entstand der Orgelboden. Erhalten geblieben ist bei Umbau- und Renovierungsarbeiten der über 300 Jahre alte Prospekt aus Ostfriesland.

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