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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Gemeinsam das Moor retten

09.11.2019

Moorhausen Um 1,2 Zentimeter sackt der Torf jährlich ab in Moorhausen. Im Januar hat der Landkreis Friesland ein Modellprojekt gestartet und in einem Graben an der Meedenstraße ein Wehr eingebaut, um mit Wassereinstauungen in einem Gebiet von sechs Hektar das Wasser zu halten. Mit Erfolg: Es konnte trotz des trockenen Sommers mehr Wasser in dem Gebiet gehalten und gespeichert werden. Und einen Preis gab es auch noch. Für das Modellprojekt in Moorhausen wurde der Landkreis Friesland vom Bundesumweltministerium als „Klimaaktive Kommune 2019“ ausgezeichnet.

Am Freitag stellten Thomas Linß vom Fachbereich Umwelt sowie Dr. Martin Dehrendorf, Abteilungsleiter Planung und Infrastruktur des Landkreises Friesland, das Projekt vor Ort vor. Mit der Wassereinstauung soll ein Austrocknen des Torfes vermieden werden. Die weitere Torfdegeneration soll deutlich verlangsamt, aber gleichzeitig die landwirtschaftliche Nutzung weiterhin gewährleistet sein, so Linß: „Wir wollen das Wasser auf einem Level halten, aber oben soll es trocken bleiben, damit es bewirtschaftet werden kann." Das Wasser müsse im Moor gehalten werden, statt es in die Nordsee zu pumpen.

Moorböden spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz, sagte Thomas Linß, intakte Moore leisten als Kohlenstoffspeicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Im Torf ist Kohlendioxid gespeichert, das die Pflanzen während ihres Lebens aus der Luft aufgenommen haben. Wird das Moor entwässert, wird Torf zersetzt und Treibhausgas frei. Bodensackungen und langfristige Beeinträchtigungen der Wasserverfügbarkeit für die Landwirtschaft sind weitere Folgen.

Gemeinsam mit Akteuren wie den Landwirten und den Wasser- und Bodenverbänden soll das Gebiet entwickelt werden. Es soll kein aktives Moor wiederhergestellt werden, stellte Linß klar, sondern die bisherigen Nutzungen sollen beibehalten werden unter Optimierung des Wassermanagements.

Auch die Wasser- und Bodenverbände investieren seit Langem kräftig, um den Wasserstand in den Gräben zu halten. „Wir versuchen, ein Level von 10 bis 20 Zentimetern zu halten“, sagte Carl-Gerd Garlichs, Vorsteher des Entwässerungsverbandes Varel. Erst vor einigen Jahren seien 250 000 Euro in moderne Technik geflossen.

Das Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro, das mit der Auszeichnung als „Klimaaktive Kommune“ verbunden ist, wird der Landkreis dafür verwenden, das Wassermanagement in den Moorgebieten weiter zu verbessern und somit fortlaufend einen Beitrag zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz zu leisten.

Das Projekt soll um weitere Moorflächen ergänzt werden, und das auch wieder in Zusammenarbeit mit dem Entwässerungsverband und den Landwirten. Thomas Linß und Dr. Martin Dehrendorf dankten für die Offenheit und Bereitschaft, das Projekt zu unterstützen. „Es ist ein Vorzeigeprojekt für die ganze Küste“, sagte Dr. Dehrendorf.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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