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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Mundpropaganda für Geschäfte bleibt unbezahlbar

03.04.2014

Jeverland „Da wird mit Geld geschossen, wir können nur mit Ideen und Präsenz dagegenhalten.“ Thomas Bruns, Vorsitzender des Tourismus-, Gewerbe- und Marketingvereins Schortens, bringt auf den Punkt, was viele Gewerbetreibende im Jeverland denken. Die finanzstarken Handelsriesen im Internet wie etwa Amazon seien kurzfristig in erster Linie auf Marktanteile aus. Die Gewinne machten sie spätestens dann, wenn der standortgebundenen Konkurrenz im Preiskampf die Puste ausgehe, glaubt Bruns.

Im Jeverland will man jedoch langen Atem beweisen. Patentrezepte gegen die übermächtig scheinende Konkurrenz gibt es aber keine.

In Sande etwa setzt man auf eine gewisse Solidarität der Kunden. „Global denken, lokal einkaufen“, nennt Albert Folkens, Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsvereins, das Motto. In der Vergangenheit hatten die Gewerbetreibenden mit Aktionen wie „Ich kaufe in Sande“ für sich geworben, unter anderem Ladenfenster verklebt, um Leerstand zu simulieren.

Internet als Chance

Thomas Bruns findet diese Herangehenweise zu negativ. Auch Dirk Eden vom Gewerbeverein „Jever Aktiv“ hält derlei Aktionen zumindest für Jever für ungeeignet. Stattdessen überlegen die Gewerbetreibenden, wie sie das Internet für die eigenen Belange besser nutzen können.

Sowohl in Schortens und Sande als auch Jever ist die Internetpräsenz der Gewerbetreibenden höchst unterschiedlich. In Jever bietet die Jever-App Kunden Orientierung – „die Beteiligung der Gewerbetreibenden könnte aber besser sein“, klagt Eden.

Erstaunlich: Zwar verfügen viele der Gewerbetreibenden im Jeverland über Internetseiten, andere sind in sozialen Netzwerken präsent. Gezielte gemeinsame Vermarktung wie in anderen Regionen mittels lokaler Verbundplattformen, auf denen die Händler ihre Angebote präsentieren, findet nicht statt, dabei bieten sie Möglichkeiten, Stammkunden noch enger zu binden und neue zu gewinnen. „Da ist noch Luft nach oben“, sagt Eden.

Stets Kulanz zeigen

Ähnlich sieht es auch im Wangerland aus. Sven-Oliver Laaser, Vorsitzender des Gewerbevereins Horumersiel-Schillig, sagt: „Die meisten Gewerbetreibenden nutzen das Internet eher als Informationsplattform. In Sache Werbung sind zum Beispiel Hotelbetriebe deutlich präsenter.“

Grundsätzlich gelte es, bei den Bürgern ein Bewusstsein für Qualität zurückzubringen, Fachgeschäfte müssten weiter für eine gesunde Vielfalt sorgen – ansonsten drohe wegen der steigenden Zahl an Filialbetrieben die Vielfalt des Angebots verloren zu gehen.

Attraktive Einkaufsstraßen, persönlicher Service, Dienstleistungen auf Kulanz – der Einkauf als Erlebnis: Wer das bieten kann und seine Nische im Angebot findet, hat weiter gute Chancen. Die Mundpropaganda sei auch in Zeiten des Online-Handels nicht zu unterschätzen, glaubt Thomas Bruns: „Das gute Wort bleibt unbezahlbar.“

Tim Gelewski
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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