• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Geschichte: Bahnhof war einst Tor zur Moderne

24.01.2018

Neuenburg Ein kulturelles Erbe, von großer regionalhistorischer Bedeutung und ein besonders schönes Beispiel regionaler Bahnhofsarchitektur: So bezeichnet Professor Dr. Uwe Meiners den Neuenburger Bahnhof. Der Leiter des Museumsdorfes Cloppenburg hat sich mit dem kulturellen Erbe in der Region beschäftigt und sieht in Neuenburg besondere Beispiele. Die NWZ hat aus diesem Anlass einmal in das Archiv des Gemeinnützigen geschaut.

„Erst 1867, mit der Eröffnung der Bahnstrecke zwischen Bremen und Oldenburg, begann im Oldenburger Land das Eisenbahnzeitalter, andernorts wie in Sachsen oder im Rheinland hatte man damit schon dreißig Jahre früher begonnen“, sagt Meiners. „Die Schienenstränge und die darauf fahrenden Personen- und Güterzüge wurden als Botschafter einer neuen Zeit begriffen. Diese neue Zeit versprach Wohlstand und Mobilität, und zwar in einer Form, welche lange Fußmärsche und holprige Postkutschenfahrten vergessen machen sollte. Der Tischlermeister Dietrich Müller hatte den Standort seiner neuen Werkstatt ganz bewusst in die unmittelbare Nähe des Neuenburger Bahnhofs gelegt.“

Portal der Moderne

1896 wurde der Bahnabschnitt zwischen Neuenburg und Zetel in Betrieb genommen. „Und damit hatte auch Müller und mit ihm alle Neuenburger Anschluss an sämtliche erreichbaren Standorte im damaligen Reichsgebiet. Die Bahnhöfe im Oldenburger Land wurden zu den Portalen der Moderne“, sagt Meiners.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Ein Auszug aus der NWZ vom 25. Mai 1954: „Kurz vor der Jahrhundertwende standen die Menschen – so wurde uns von einem Zeteler Augenzeugen berichtet – Kopf an Kopf am Bahnsteig in freudiger Erwartung jener ersten dampfenden und zischenden Maschine, die sich Lokomotive nannte. Kaum jemand unter diesen begeisterten Menschen wird damals geahnt haben, daß die Eisenbahnstrecken Varel-Neuenburg und Ocholt–Ellenserdamm am 22. Mai 1954 für den Personenverkehr überflüssig werden, daß eine damals beginnende, erfolgversprechende Entwicklung einen fast tragisch anmutenden Abschied finden sollte.“

Das Automobil hatte der Eisenbahn ernstzunehmende Konkurrenz gemacht. Unter der Überschrift „Abschied vom Personenzug Varel-Neuenburg“ berichtete die Nordwest-Zeitung über die letzte Zugfahrt auf der Strecke.

Schiene gegen Straße

„Der Kampf zwischen Schiene und Straße ist zugunsten der Straße beendet worden. Der Personenverkehr der Eisenbahn erlag einer verkehrstechnischen Entwicklung, die sich nicht mehr aufhalten ließ. Ob diese Entwicklung gesund und segensreich ist, können wir in diesem Augenblick nicht beurteilen.“

Vorher ging man zu Fuß

Die Bahn war über 50 Jahre lang das Transportmittel schlechthin – und sie hat vieles möglich gemacht, auch Schreckliches. Professor Meiners sagt: „Noch Ende 1942 tönte die Propaganda der Nazis, dass die Räder in den Sieg rollen müssten. Und mit der Bahn waren zugleich Hundertausende Menschen in die Vernichtungslager des barbarischen Regimes verfrachtet worden.“

Dennoch bleiben die Verdienste der Eisenbahn, gerade in den ländlichen Gebieten, bestehen. Die NWZ schrieb 1954: „Die Eisenbahn war es, die den Einwohnern der Wehde ersparte, Strecken zwischen den einzelnen Orten oder gar nach Varel oder Wilhelmshaven zu Fuß oder später mit dem Fahrrad zurücklegen zu müssen. Sie hat mit der Güterbeförderung während der letzten 50 Jahre ohne Zweifel auch einen Anteil an dem wirtschaftlichen Aufstieg in den Orten der Wehde.“

Von den Strecken allerdings ist nichts geblieben, was an die Bahnlinien erinnert. Professor Meiners meint: „Heute wünscht man sie sich vielfach wieder zurück. Allzu schnell seien die Gleisanlagen demontiert worden, heißt es heute. Eine Demontage ohne Weitblick.“

Abriss verhindert

Dass das Haus überhaupt noch steht, ist engagierten Neuenburgern zu verdanken, allen voran Hein-Jürgen Thalen. Denn während die Gleise in der Friesischen Wehde demontiert wurden, verhinderte der damals neu gegründete Verein „Die Bahner“, dass der Bahnhof in Neuenburg abgerissen wird. Hein-Jürgen Thalen hat das Gebäude 1982 gekauft, renoviert und daraus ein „Kommunikationszentrum“ für Künstler gemacht. Auch eine Gastwirtschaft gab es im Bahnhof. Als diese Ära zu Ende war, vermietete Hein-Jürgen Thalen den Bahnhof als Arztpraxis. Und auch heute noch gehen die Leute im Kulturerbe Neuenburger Bahnhof ein und aus – immer dann, wenn sie zum Zahnarzt müssen.

UMFRAGE
Machen Sie mit beim großen Friesland-Check. Was gefällt Ihnen an Ihrer Gemeinde/Stadt und wo sehen Sie Verbesserungspotential?

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2506
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.