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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Landwirtschaft In Friesland: Diese Technik rettet Rehkitzen das Leben

17.05.2019

Neuenburg „Wer schon einmal ein Rehkitz mit einem Mähwerk erwischt hat, will das nicht wieder erleben“, sagt Claus Eilers. Deswegen investiert der Landwirt während der Mahd zusammen mit seinem Sohn Hinnerk Eilers und mit Unterstützung von Hendrik Bloem und Ralf Stroschein viel Geld und Zeit, um die Rehkitze zu finden, die in den Wiesen liegen.

Morgens ab fünf Uhr ein, zwei Stunden und abends noch mal von acht bis zehn: Immer dann, wenn der Boden kühl ist, machen sich die vier an die Arbeit. Mit einer Drohne mit Wärmebildkamera fliegen sie die Flächen ab – und zwar nicht nur die eigenen, sondern auch die von bekannten Landwirten. Mehr als 200 Hektar haben sie während der ersten Mahd schon abgeflogen und acht Rehkitzen das Leben gerettet.

Die Aufgaben sind dabei klar verteilt: Hinnerk Eilers und Hendrik Bloem sind für die aufwendige und kostspielige Technik zuständig. Sie kennen sich von der Feuerwehr und haben eins gemeinsam: Ihre Leidenschaft für Technik. Zusammen programmieren sie die Drohne, so dass sie vollautomatisch in rund 50 Meter Höhe aufsteigt und dann jeden Zentimeter der Fläche nach einer Wärmesignatur durchkämmt. Mit rund zehn Kilometer pro Stunde fliegt die Drohne über das Land. Währenddessen beobachten die beiden den Bildschirm und suchen nach hellen Punkten: Das sind die Rehkitze. Wenn sie eins gefunden haben, kommt der Fußtrupp zum Einsatz: Claus Eilers und Ralf Stroschein ziehen dann mit einem Wäschekorb und einem mit Flatterband umwickelten Zaunpfahl los.

Beim Rehkitz angekommen stülpen sie den Korb drüber und stecken den Zaunpfahl als Markierung daneben. „Der Landwirt mäht dann drumherum. Danach machen wir den Korb wieder weg und die Ricke kann ihr Kitz abholen.“ Nur, wenn sich direkt neben der Fläche beispielsweise ein Naturschutzgebiet befindet, bringen die Landwirte die Kitze direkt dorthin – angefasst werden die Tiere aber nur mit Handschuhen und einer Hand voll Gras, damit sie nicht nach Mensch riechen. Das könnte zur Folge haben, dass die Mütter sie nicht mehr annehmen.

Dass manche Landwirte mittlerweile viel Zeit und Geld investieren, um Rehkitze zu retten, liegt daran, dass die Kitze, die in den Wiesen liegen, oft nur wenige Tage alt sind und damit noch viel zu jung, um selbst vor dem Mähwerk zu fliehen. „Das war früher anders“, sagt Claus Eilers. „Ich weiß nicht, ob es auch am Klimawandel liegt, aber wir machen unsere erste Mahd heute ja vier, fünf Wochen eher und das Land gibt das auch her. Früher haben wir erst im Juni gemäht, da waren die Kitze schon älter.“ Außerdem hatten die Kitze auch noch mehr Chancen, zu fliehen: Das Mähwerk hatte früher eine Arbeitsbreite von vielleicht 1,50 Meter. „Heute sind das sechs bis sieben Meter Arbeitsbreite“, sagt Claus Eilers.

Die Rehkitze zu retten sei aber nicht nur eine Pflicht, sondern durchaus ein Vergnügen, auch, wenn es mühselig und zeitintensiv ist. „Ich genieße das, hier abends beim Sonnenuntergang zu stehen. Ist doch viel besser als Fernsehen“, sagt Claus Eilers.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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