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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Bienen beim Summen zuhören

09.07.2018

Neuenburg „Hier sieht man, wie mit flotten Bienen umgegangen wird“, freute sich Stefan Töben aus Zetel. Er war am Samstag unter den vielen Besuchern beim Tag der offenen Tür des Imkervereins Friesische Wehde. Die Imker hatten anlässlich des bundesweiten Tages der Imkerei auf das Vereinsgelände mit Bienenlehrpfad an den Schlosswiesen eingeladen.

Sie zeigten mehrere Bienenvölker, deren Nahrungspflanzen und eine Ausstellung mit über 300 Jahre altem Handwerkszeug. Es gab es Kuchen mit selbst geerntetem Honig, Kräutertee mit Honig und natürlich Bienenstich.

Auch Informationen gab es reichlich vom Vorsitzenden des Imkervereins Manfred Köhler. Auf dem weitläufigen Gelände führte er die Besucher in kleinen Gruppen durch die mit vielen Info-Tafeln gestaltete Lehrschau.

Er betonte, dass Bienen nicht nur für wertvollen Honig sorgen, sondern vor allem als emsige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen eine bedeutende Rolle einnehmen. Reiche Ernten, üppiges Wachstum und natürliche Artenvielfalt hängen stark von Bienen ab. Rund 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Damit nimmt die Honigbiene den dritten Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein.

Der Verein hat über 100 Mitglieder. „Die Imkerei ist ein beliebtes Hobby, in den vergangenen drei Jahren hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt“, berichtete Kassenwart Alfred Ehben. „Als ich vor

33 Jahren anfing, waren wir ein Altherrenverein“, sagte er. Heute sind 30 Imkerinnen im Verein und der Altersdurchschnitt hat sich wesentlich verjüngt. In die Imkerei kann man recht kostengünstig einsteigen. „Das ist ein Hobby, was sich trägt“, meinte Manfred Köhler. Rund 180 Euro sind für Bienenkorb und Vereinsbeitrag fällig, das erste Bienenvolk bekommen Neueinsteiger vom Verein geschenkt. In guten Jahren kann man von einem Volk gut 25 Kilogramm Honig ernten. Auch Stefan Töben liebäugelt schon lange mit der Bienenzucht und hat seinen Garten in den letzten Jahren bienenfreundlich umgestaltet. Nun ist er beruflich kürzer getreten, hat Zeit für die Bienen und trat am Samstag dem Verein bei.

Ein weiteres Neumitglied wurde Julian Jacksch. Er wohnt an der Hasenweide direkt am Wald und freut sich schon auf leckeren Waldhonig.

Mit seinen Enkelkindern, den dreieinhalbjährigen Zwillingen Lena und Lukas, beobachtete Opa Herbert das spannende Geschehen vor dem Bienenkorb. Nur ein Meter trennte sie von den umherfliegenden Insekten.

„Keine Biene wird stechen, denn dann verliert sie ihr Leben, deshalb überlegen die sich das“, erläuterte Manfred Köhler. Nur bei hektischem Herumschlagen fühlen sich Bienen angegriffen und wehren sich mit ihrem Stachel.

Erstmals wurde ein begehbarer Bienenstock gezeigt, der allerdings noch eingerichtet wird, um dann die Lebensstadien der Bienen von der Puppe bis zum Honig darzustellen. Neu war auch die Bienengasse, in der hörverstärkt die Geräusche in einem Bienenstock zu hören waren. Die Imker freuen sich, dass die Landwirtschaftskammer Samenmischungen für heimische Gärten und Blühstreifen entwickelt hat. „Die haben Mischungen ausgetüftelt, die das ganze Jahr über als Nahrungsquelle für Bienen dienen“, sagte Manfred Köhler. Für normale Böden gibt es die Ammerländer Blühmischung und für sandige Böden die Verdener Blühmischung. Beide sind in Genossenschaften erhältlich.

Wer den Tag der offenen Tür versäumt hat, kann bis Ende September jeden Sonntag von 10.30 bis 12.30 Uhr einen Imker bei den Schlosswiesen antreffen.

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