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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Raupe macht Eichen zu schaffen

23.07.2019

Neuenburg „Es ist ganz klar: Durch den Klimawandel steigt für die Eichen die Gefahr, von Schädlingen befallen zu werden.“ Rainer Städing, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten, sieht für die Eichen eine schwierige Zukunft. Immer mehr Schädlinge, die für Eichen gefährlich werden, breiten sich im Nordwesten Deutschlands aus. Und weil es so wenig regnet, stehen die Eichen ohnehin unter „Trockenstress“. Den wertvollen Bäumen stehen harte Zeiten bevor.

Fraßgesellschaft

Eines der größten Probleme für die Eichen ist die „Eichenfraßgesellschaft“. Es handelt sich bei dieser Tischgesellschaft um die Raupen des großen und kleinen Frostspanners und des Eichenwicklers. Diese Schädlinge haben eine Populationsbewegung mit starken Schwankungen. „Manchmal gibt es eine Massenvermehrung, dann bricht die Population wieder zusammen und man hat im besten Fall ein paar Jahre Ruhe. Doch dann baut sich die Population wieder auf“, sagt Rainer Städing.

„Die Raupen legen los, wenn die Eichen gerade austreiben. Dann entwickelt sich die Eichenfraßgesellschaft in einer enormen Geschwindigkeit und der grün werdende Eichenwald ist schnell kahlgefressen.“ Die Eiche aber hat jedes Jahr eine zweite Chance: Um den Johannistag im Juni bekommen die Eichen den zweiten Trieb. Diese sogenannten Johannistriebe allerdings sind nicht vergleichbar mit denen aus dem Frühling. Sie sind geschwächt.

Revierförster Martin Susse, der zuständig ist für das Neuenburger Holz, sagt: „Wir haben gerade den Eindruck, dass die Eichenfraßgesellschaft länger futtert und jedes Jahr die Eichen schwächt. Und Bäume, die nur die Johannistriebe haben, sind ohnehin geschwächt. Wir haben gerade das Gefühl, wir sind am Beginn einer Massenvermehrung der Eichenfraßgesellschaft. Im Upjever-Forst ist schon jede zweite Eiche betroffen.“

Eichenprachtkäfer

Wenn eine Eiche sehr unter Stress steht, kommt der Eichenprachtkäfer. „Dieser Schädling lebt unter der Rinde und mag es gerne warm“, sagt Rainer Städing. „Bei geschwächten Eichen hat er leichtes Spiel. Im schlimmsten Fall sterben die befallenen Bäume ab.“

Trockenheit

Die Gefahren durch Schädlinge steigen durch den Klimawandel. Denn weil es im Nordwesten milder und trockener wird, können sich Schädlinge besser verbreiten. Gleichzeitig haben sie leichtes Spiel bei den Eichen, die durch Trockenheit geschwächt sind. „Die Eichen werden von oben kahlgefressen und trocknen von unten aus, weil es zu wenig Niederschläge gibt“, sagt Rainer Städing. „Dieses Jahr sind die Bäume schon mit einem Wasserdefizit in den Sommer gegangen und dann regnet es auch jetzt sehr wenig. Deswegen rechnen wir in der zweiten Sommerhälfte mit einem vorzeitigen Blattabwurf bei der Eiche.“ Die Eiche wirft nicht nur Blätter, sondern gleich kleinere Äste mitsamt Blättern ab. So spart sie Energie für den Rest des Baumes und rettet sich. Die Buche dagegen wird vorzeitig braun und die Birke lässt die Blätter ganz fallen.

Prozessionsspinner

Zu den Schädlingen, die sich wegen des milden Klimas immer weiter nach Norden ausbreiten, gehört auch der Eichenprozessionsspinner. „Der ist bekannt aus Weinbaugebieten und breitet sich zunehmend nach Norden aus. Angekommen ist er schon in der Grafschaft Bentheim und in Osnabrück. Da ist richtig Land unter“, sagt Rainer Städing.

„Für Förster ist das nur insofern ärgerlich, weil der Eichenprozessionsspinner die Eiche kahlfrisst. Gefährlich wird der Schädling vor allem für den Menschen. Sie können von den Haaren der Raupen Hautirritationen bekommen.“ Daher sei es vor allem das Ansinnen der Gesundheitsbehörde, die Eichenprozessionsspinner und deren Gespinste, die über Jahre in den Bäumen hängen bleiben können, zu bekämpfen. „Ein probates Mittel ist es, die Gespinste und Raupen mit überdimensionalen Staubsaugern aus den Bäumen zu holen.“ Das ist nicht nur sehr aufwendig, sondern auch kostenintensiv.

Rainer Städing sagt: „Der Eichenprozessionsspinner ist ein langfristiges Problem, auf das man sich vorbereiten muss. Wir haben diese Entwicklung im Auge. Doch gegen die wandernden Arten kann man kaum noch etwas machen.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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