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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Wangerländer Initiative zweifelt an Gutachten

12.09.2016

Wangerland Mehr Transparenz und mehr Offenheit und vor allem mehr Informationen in Sachen Windpark-Planungen im Wangerland – das erhofft sich die Bürgerinitiative „Mein Wangerland“ vom neuen Gemeinderat, der am Sonntag gewählt wurde. „Alles in allem können wir sagen, dass das Verfahren zum Bau der drei Windparks im Wangerland definitiv nicht ,fair und offen‘ ist, wie Bürgermeister Björn Mühlena zu Anfang betont hatte“, kritisiert die Bürgerinitiative um Sprecher Timo Ostermann: „Wir haben eher festgestellt, dass viele Sachen verschwiegen werden. Das sollte unserer Meinung nach gerade dann nicht geschehen, wenn ein Bürgerwindpark entsteht.“

Geschützte Arten

Auch nach der Ausschusssitzung, in der Planerin Franziska Lüders noch einmal ausführlich referiert hatte, wie die Festlegung auf die drei Windkraft-Sondergebiete zustande gekommen war, hat die Bürgerinitiativen noch viele Fragen. Wie berichtet, ist der neue Flächennutzungsplan beschlossen: Festgelegt sind darin drei Windpark-Sonderflächen südlich von Hohenkirchen, südlich von Tettens und zwischen Waddewarden und Haddien. Dort sollen sich bis zu 14 Windräder von 150 Metern Höhe drehen – wie viele tatsächlich genehmigt werden, ist indes offen.

Die Flächennutzungsplan-Änderung ist nur der erste Schritt gewesen. Nun folgt das Genehmigungsverfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz, das so genannte BImSch-Verfahren, in dem alle Gutachten zu Vogel- und Fledermaus-Vorkommen, zu Schall und Schattenwurf geprüft werden.

Die Bürgerinitiative sieht insbesondere die Vogel- und Fledermauskartierungen kritisch. „Werden die Stellungnahmen der Umwelt-Organisationen ernst genommen?“, fragt sie. Denn Naturschutzbund Nabu und Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU) haben in ihren Stellungnahmen erklärt, dass der Bau von Windrädern auf allen drei Flächen unter naturschutzrechtlicher Betrachtung nicht möglich sei.

„In allen drei Flächen sind verschiedene Vogel- und Fledermausarten gesichtet und dokumentiert worden, viele davon stehen auf der ,Roten Liste‘, sind also vom Aussterben bedroht“, so Ostermann. Doch in der Abwägung wurde darauf hingewiesen, dass durch festgelegte Abschaltzeiten der Windräder der Vogel- und Fledermaus-Schutz gewährleistet werden könne.

„Wurden bei der ornithologischen Gutachter-Auswahl wirklich unabhängige Gutachter ausgewählt?“ lautet eine weitere Frage der Bürgerinitiative. Die Initiative selbst beantwortet ihre Frage mit einem klaren Nein: „Wir konnten feststellen, dass der ornithologische Gutachter sich auf Gutachten für den Bau von Windkraftanlagen spezialisiert hat. Er hat sogar eine eigene Methode zur Beurteilung entwickelt. Diese geht aber eher Richtung Genehmigungsfähigkeit als in Richtung allgemeiner Naturschutz“, berichtet Timo Ostermann.

Zocken mit Steuern?

Und schließlich treibt die Bürgerinitiative die Frage um: „Warum kann sich die Gemeinde Wangerland einen eigenen Windpark bzw. Anteile selbst genehmigen?“

Die Gemeinde Wangerland hat zur Projektierung der Windparks über die KDK Management Treuhandgesellschaft in Oldenburg die Bürgerenergie Wangerland GmbH & Co. KG gründen lassen. Anteile an BEW halten bisher die Gemeindewerke Wangerland als Gemeindetochter in Höhe von 29 Prozent. 71 Prozent werden von BEW treuhänderisch verwaltet. Sobald die Windpark-Pläne umgesetzt werden, sollen an die Landeigentümer 20 Prozent Anteile übertragen werden, 51 Prozent sollen anteilig an Wangerländer Bürger gehen.

„Uns erscheint es so, dass die Gemeinde Wangerland, oder die Tochtergesellschaften mit unseren Steuergeldern wirtschaften möchten. Bei ca. 12 Millionen Euro Schulden und in einer Risiko-Branche finden wir das mehr als gewagt“, so die Bürgerinitiative.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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