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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Nur noch drei Windräder im Herrenmoor geplant

16.11.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-11-16T05:03:15Z 280 158

Windpark:
Nur noch drei Windräder im Herrenmoor geplant

Zetel Mehr als 60 Bürger sind am Montagabend zur Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses der Gemeinde Zetel gekommen, um zu hören, was die Gemeinde Zetel nun im Herrenmoor bauen will. Statt vier Windräder sind jetzt nur noch drei geplant. Dadurch sollen die Abstände zu den Wohnhäusern vergrößert werden. Anlass für die Änderung sind Einwendungen der Gemeinde Bockhorn und des Landkreises Friesland, die klar machten, dass Bredehorn aus ihrer Sicht nicht wie Außenbereich, sondern wie eine Ortschaft behandelt werden müsste.

Die bisherigen Planungen sahen im Gebiet Herrenmoor vier Windräder vor: drei, die vom Boden bis zur oberen Flügelspitze 163 Meter hoch sind, und eines, das vom Boden bis zur Flügelspitze 212 Meter misst. Außerdem sollte ein Windmessmast gebaut werden. Die Gemeinde Zetel ist Träger der Bauleitplanung. Betreiber der Windenergieanlagen ist die Wehde-Wind Energie-Gesellschaft in Bockhorn, und auch Enercon ist mit dem größten der drei Windräder beteiligt.

Die neuen Planungen beinhalten nur noch drei Windräder. Eines der Windräder mit 163 Metern Höhe soll entfallen, und zwar die Windenergieanlage Nr. 3 im Osten des Bauteppichs. Außerdem wird auf den Windmessmast verzichtet, der im Westen geplant war.

Damit ändert sich der Abstand der Windräder zu einigen Wohnhäusern. Zu den Häusern an der Kreisstraße sind die Windräder dann 700 Meter entfernt, zu den Häusern an der Hohelieter Straße weiterhin 500 Meter.

Die Standorte der verbleibenden Windräder sollen sich nicht wesentlich verändern, sagt die Gemeinde Zetel.

Die Gemeinde möchte als Träger auf eines der Windräder verzichten, weil der Landkreis Friesland und die Gemeinde Bockhorn finden, dass 450 Meter Abstand zu Wohnhäusern in Bredehorn zu wenig sind. Bredehorn sei eher eine Ortschaft als reiner Außenbereich. „Wir halten es für richtig, diesen Schritt zugunsten der Nachbarschaft zu gehen. Aber es gibt keine rechtliche Grundlage für uns, die uns zwingt, Bredehorn im Ganzen als Ortschaft zu behandeln. Rechtlich bleibt Bredehorn Außenbereich, der von der Landwirtschaft geprägt ist“, sagte Heiner Lauxtermann.

Es bestehe keine Pflicht, ein Windrad aus den Planungen zu streichen und keine rechtliche Grundlage, zu allen Häusern in Bredehorn und Astederfeld einen Abstand von 1000 Metern einzuhalten, wie es etwa in der geschlossenen Ortschaft von Zetel gilt.

Die Bürgerinitiative gegen den Windpark Herrenmoor ist mit dem Kompromiss nicht zufrieden. Es sollen nur noch drei Windräder gebaut werden, doch das reicht den Anwohnern aus Bredehorn und Astederfeld nicht. „Das ist jetzt zwar für die Anwohner der Kreisstraße von Vorteil, aber die an der Hohelieter Straße haben immer noch nur einen Abstand von 500 Metern zum nächsten Windrad“, sagt Birgit Nolte von der Bürgerinitiative.

„Wir sehen diesen Kompromiss außerdem nicht als freiwilliges Entgegenkommen der Gemeinde, sondern denken, dass die Gemeinde Zetel gezwungen war, so zu handeln. Schließlich steht in der Stellungnahme des Landkreises: ,Für die in Richtung auf ein faktisches Wohngebiet weisende Entwicklung erscheint der Abstand von 500 Metern zur nächstgelegenen Windenergieanlage als nicht ausreichend.’ Das sind doch sehr klare Worte. Trotzdem wurde die Situation nur für die Anwohner der Kreisstraße verbessert“, sagt Birgit Nolte.

Sie stellt klar: Auch wenn die Gemeinde Zetel nur zwei Windräder im Herrenmoor planen würde, würde die Bürgerinitiative weiter gegen den Windpark kämpfen. Der Grund: Das Herrenmoor, das in der Nähe des Lengener Meeres und des Spolsener Moores liegt, sei ein Ort, an dem viele Vögel ihr Futter suchen und brüten. „Das avifaunistische Gutachten weist riesige Lücken“, sagt Birgit Nolte. Sie findet, dass auf die Vorkommen der Kraniche, des Brachvogels und der Sturmmöwen nicht genug eingegangen worden sei.

Die Bürgerinitiative sorgt sich um Vögel und Fledermäuse, deren Brut, Rast und Futtersuche gestört werde. Das alles soll laut Planern geregelt werden, indem die Windräder zu bestimmten Zeiten abgeschaltet werden. Wann genau diese Abschaltzeiten sind, wird erst im Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz festgelegt. Abzusehen sei aber, so Elke Junghardt von der Bürgerinitiative, dass die Windräder oft abgeschaltet werden müssten: im Frühjahr tagsüber wegen der Brutzeiten der Vögel, außerdem von April bis Oktober in der Nacht wegen der Fledermäuse und im Herbst tagsüber, weil sich die Sturmmöwen dann dort sammeln.

„Dazu kommen noch die Abschaltzeiten wegen des Schattenwurfs und der Lärmimmissionen. So kann man einen Windpark doch nicht wirtschaftlich betreiben“, meint Birgit Nolte. „Für Betreiber rechnet sich das nur, weil sie die EEG-Zulage bekommen“, sagt sie.

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