• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Windenergie: Planer zwischen Gegen- und Rückenwind

21.06.2017

Jever /Sandelermöns An diesem sonnigen und heißen Junitag weht nur ein laues Lüftchen über die weiten Wiesen am südwestlichen Rand Jevers. Hier, zwischen Sandel und Grappermöns, ist Jever so sehr Dorf wie nirgends sonst. Weiden, Bäume und Wallhecken prägen das Bild. Und Landschaft, so weit das Auge reicht. Blickt man nach Norden, kann man ganz weit hinten über den Baumwipfeln den Windpark Eggelingen erkennen.

Auch wer hier lebt, kommt vermutlich nicht oft auf diese abseits gelegenen weiten Grünflächen, deren einziger Ertrag bisher der Grasschnitt ist. Geht es nach Theo Eilers und Thorsten Hinrichs, Geschäftsführer der Windpark Sandelermöns GmbH, dann könnte dieses Gelände bald mehr Ertrag bringen: Die Flächen zwischen Sandel und Grappermöns gehören zu den drei möglichen Standorten im Gebiet der Stadt Jever, auf denen Windstrom erzeugt werden könnte.

Die „Windpark Sandelermöns GmbH“ will hier auf einem rund zwei Kilometer langen grünen Korridor an der Grenze zum Landkreis Wittmund sechs Windräder mit einer Nabenhöhe von jeweils knapp 100 Metern und einer Gesamthöhe von 150 Metern errichten. 27 Grundstücksbesitzer, denen die betroffenen Ländereien gehören, haben sich in der GmbH und Co. KG zusammengeschlossen. Landwirte, Rentner, Angestellte. Sie setzen auf den Klimaschutz und auf gute Erträge.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Doch dazu muss erst der Stadtrat sein grundsätzliches Placet geben. Aus dem Dorf weht den willigen Investoren gewaltiger Gegenwind entgegen. Die Bürgerinitiative „Weitblick Sandelermöns“ und zahlreiche weitere Anlieger versuchen, das Projekt zu verhindern.

Windpark-Entwickler Ei­lers aus Wittmund und Hinrichs, der als Landwirt aus Grappermöns bislang nur mit dem Thema Biogas zu hat, planen seit zwei Jahren, seit der Entwidmung des nahegelegenen Fliegerhorstes, an dem Projekt. Eine Vorentscheidung, ob die Pläne weiterverfolgt werden, oder schon im Entwicklungsstadium beendet werden, trifft der Rat am morgigen Donnerstag, 22. Juni, ab 19 Uhr. Wegen des großen öffentlichen Interesses tagt das Gremium im Schützenhof.

Dass ein solches Projekt mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro und einem erheblichen Eingriff in die Landschaft nicht laut- und widerstandslos über die Bühne gehen würde, war Eilers und Hinrichs von Anfang an bewusst, sagen sie. Sie setzten daher auf den Bürgerdialog, wollen aufklären und den Bürgern veranschaulichen, worum es wirklich geht. Am Wochenende hatten sie zu einer Infoveranstaltung ins Vereinsheim Sandelermöns eingeladen. Zuvor hatte genau dieselbe Infoveranstaltung für die Ratsfraktionen von SPD, Grünen, CDU und FDP/SWG stattgefunden.

Am Samstag waren 60 bis 70 Bürger da, hörten sich an, was Eilers und Hinrichs und die von ihnen vertretene GmbH für Pläne hat.

Hinrichs und Eilers fuhren mit etlichen Bürgern hinaus in das Gelände, das einmal ein Windpark werden soll. Und sie präsentierten an zwei Standorten im Norden und Süden der Fläche eine Grafik, die die geplanten Anlagen „auf Augenhöhe“ und in Relation zur Landschaft darstellt, sagt Theo Eilers. Dass die Bürgerinitiative ihrerseits mit Grafiken und Fotomontagen den massiven Eingriff ins Landschaftsbild darstellt, sei ihr gutes Recht, meint Eilers.

Doch deren Darstellung gebe die Ansicht nicht wirklichkeitsnah wieder, meint Eilers: Die Anlagen seien größer dargestellt, als sie tatsächlich werden würden. Genau dasselbe hatten am Samstag auch Anlieger kritisiert: Die Windräder auf der Grafik der Investoren seien zu klein dargestellt.

„Die Leute fühlen sich von der Windkraft bedroht, wir wollen ihnen zeigen, dass es für diese Befürchtungen keinen Anlass gibt“, betont Eilers. Die Investoren wollen Transparenz und „die Bürger mitnehmen“. Das soll auch über Beteiligung an den Windparks geschehen.

Sollte der Rat morgen den weiteren Planungen zustimmen, ist der Windpark noch lange nicht genehmigt: Erst folgt die Änderung des Flächennutzungsplans, dann der Bebauungsplan, wo es ins Detail geht. Das würde bis Ende 2018 dauern, sagen Hinrichs und Eilers. Der Bauantrag könnte Ende 2018 eingereicht werden – und bis der geprüft und genehmigt ist, vergeht voraussichtlich ein weiteres Jahr. Die Bauphase könnte dann 2019/20 beginnen. Mitte 2020, so der Plan, wären die Anlagen am Netz.

„Wie auch immer entschieden wird“, sagt Hinrichs: „Wichtig ist, dass man sich hier im Dorf auch anschließend noch grüßt.“


Sehen sei ein Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
Video

UMFRAGE
Machen Sie mit beim großen Friesland-Check. Was gefällt Ihnen an Ihrer Gemeinde/Stadt und wo sehen Sie Verbesserungspotential?

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
Rufen Sie mich an:
04461 965313
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.