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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Pleite gehen und daraus lernen

20.04.2016

Jever Mehrmals war das Unternehmen schon pleite, wurde mit Vollgas an die Wand gefahren. Aber das ist nicht weiter schlimm: Hauptsache, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten im Nachhinein daraus lernen.

Und trotz der mehrfachen Pleite hat die G. Fortuna GmbH mit Sitz in Jever am Dienstag 25-jähriges Bestehen gefeiert: Die Gesellschaft, 1990/91 nach zweijähriger Vorlaufzeit gestartet, ist ein virtueller Großhandel für Bürobedarf an den Berufsbildenden Schulen Jever. Die Mitarbeiter sind indes echt: Es sind Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen Wirtschaft und kaufmännische Assistenten, die im so genannten Lernbüro den fiktiven Betrieb führen.

25 Jahre G. Fortuna GmbH

Bei der G. Fortuna GmbH handelt es sich um einen fiktiven Großhandel für Bürobedarf. Das Präsenzlager besteht aus 33 Artikeln, insgesamt umfasst das Sortiment rund 130 Artikel.

Die Schüler führen das Unternehmen komplett eigenständig. Sie betreuen Allgemeine Verwaltung mit Personalwesen, Rechnungswesen, Lager und Logistik sowie Ein- und Verkauf. Hinzu kommen die Kunden, deren Bestellungen bearbeitet werden, und die Lieferanten – beide Bereiche werden ebenfalls von Schülerinnen und Schülern betreut.

Kunden und Lieferanten gibt es auch in der realen Welt: Bei den Büroartikel-Herstellern Franz Meyer (Bösel) und Assmann (Melle) sind die Klassen regelmäßig zu Betriebsbesichtigungen.

Reale Bewerbungsgespräche und Gehälter, die fiktiv gezahlt werden, Preisgestaltung, Anpassungen, Pflege und Unterhalt des Fuhrparks, Lagerhaltung – alles das gehört zum Betrieb des Unternehmens dazu. Und natürlich steht am Ende die Gewinn- und Verlustrechnung. Alles ist dabei so strukturiert, dass die Mitarbeiter jeden Prozess komplett durchschauen können.

Betreut werden sie dabei von den Fachlehrern Elfriede Wichmann und Werner Gerken, außerdem im Boot sind Hermine Köster-Behrens, Jörg Adler und Andre Kalisch. „Bei Gründung des Lernbüros war unser Ziel, dass die Schülerinnen und Schüler nicht Vorgemachtes nachmachen, sondern selbstständig durch ihr Tun das Lernen lernen“, sagt Elfriede Wichmann. Und bis heute gelinge das, stellt Werner Gerken Jahr für Jahr wieder fest.

Rund 2500 Schülerinnen und Schüler haben in den 25 Jahren seit Gründung des Lernbüros bei G. Fortuna gearbeitet. „Und viele Ehemalige fragen heute als erstes, ob es die Firma noch gibt“, freut sich Gerken: „Das heißt doch, dass ihnen die Arbeit Spaß gemacht hat.“

Tatsächlich sind Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten auch am Dienstag eifrig bei der Arbeit: Nina Steinert, Silas Hicken und Lara Ullrich im Ein- und Verkauf bearbeiten gerade Bestellungen. „Weil wir das Gewünschte nicht im Lager haben, habe ich den Lieferanten informiert. Nun dokumentiere ich den Vorgang, schreibe Rechnungen und Warenentnahmescheine fürs Lager, dann geht die Bestellung raus“, erklärt Nina. Natürlich erhalten die Kunden Rabatte – auch das muss berücksichtigt werden.

Und so kam es erst neulich zu einer fehlerhaften Rechnung, auf der 200 000 Euro zu Gunsten des Bestellers standen. „Da hat der Bearbeiter 1000 Prozent Rabatt eingeräumt – da mussten wir erst einmal drauf kommen“, berichtet Gerken schmunzelnd.

Auffallen sollten solche Fehler spätestens im Rechnungswesen. „Das läuft sehr professionell“, betont Elfriede Wichmann: „Wir hatten von Anfang an ein funktionierendes Rechnungswesen – und darauf sind wir stolz“, sagt sie.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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