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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Boden für die Bahn in Beton gegossen

13.04.2018

Sande /Friesland Auf der Strecke zwischen Varel und Sande gleiten die Fahrgäste in der Bahn nun tatsächlich dahin wie auf Schienen. Bis vor kurzem war es auf dieser Strecke eher ein Rumpeln. Grund ist der in etlichen Abschnitten zu weiche Untergrund, über den die Gleise verlegt sind. Der Boden wird dort buchstäblich von Grund auf saniert und verstärkt – allerdings nicht, damit die Fahrgäste der Nordwest-Bahn nicht mehr ihren Kaffee verschütten, sondern für den schweren Güterverkehr.

Wie weicher Untergrund verstärkt wird

Der Ausbau der Bahnstrecke sieht unter anderem die Verstärkung des Schienenuntergrunds zur Erhöhung der Achslast und der Geschwindigkeit auf 120 km/h vor. Zur Verstärkung des Untergrunds wenden Ingenieure verschiedene Verfahren an:

Fräs-Misch-Injektionsverfahren: Eine Spezialfräse fährt mit einem bis zu neun Meter langem Schwert mit einer umlaufenden Kette in den Untergrund ein und vermischt den Boden mit Zement. Dabei entsteht ein homogener, wasserundurchlässiger und frostsicherer Erdbeton-Körper.

Fahrwegtiefgründung: Eine Art unterirdische und überschüttete Brücke. Dabei wird eine 11 Meter breite Stahlbetonplatte auf Pfählen gebaut. Die Pfähle reichen 25 Meter tief in den Boden.

Rüttelstopfsäulen: Auch hierbei werden Pfähle 14 Meter tief in den Boden getrieben und mit Betonplatten verstärkt.

PSS-Verfahren: Wo der Boden nicht zu weich ist, werden Kies-Sand-Schichten eingebaut(Planum-Schutzschicht)

Mit dem mehrstufigen Ausbau der bestehenden Bahnstrecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven entsteht eine leistungsfähige Anbindung des Containerhafens Jade-Weser-Port an das nationale und europäische Schienennetz. Die Strecke zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg wird durchgehend zweigleisig ausgebaut, elektrifiziert und und soweit erneuert, dass die Strecke das höhere Güterzugaufkommen bewältigen kann.

2022: komplett fertig

Das Mega-Projekt, zu dem im weiteren Verlauf auch die Bahnumfahrung Sande und die Sanierung und Ertüchtigung der Gleise im Bahnhof gehören, ist in mehrere Ausbaustufen und Bauabschnitte unterteilt. 2022 soll – so die Planungen – der gesamte Streckenausbau komplett fertiggestellt sein.

Auf der Strecke zwischen Sande und der Weichenstellung „Schwarzer Rabe“ bei Ellenserdammersiel ist nach rund einjähriger Bauzeit und sechs Wochen früher als ursprünglich geplant in der Nacht zum vergangenen Montag die Bauphase 1 (von insgesamt vier Phasen in diesem Teilabschnitt) abgeschlossen worden. Auf einer Länge von 6,2 Kilometern ist nun das erneuerte Gleis in Betrieb genommen worden – und somit auch die bereits im Januar eingehobene Brücke über das Ellenserdammer Tief. Die Züge des Nah- und Güterverkehrs fahren nun eingleisig parallel zu den Bauarbeiten im Nebengleis, erläuterte Projektingenieur Oliver Niebling am Donnerstag. Ursprünglich war die Inbetriebnahme erst für den 20. Mai eingeplant.

Untergrund stabilisieren

Um den Untergrund zu stabilisieren und für die großen Lasten des Güterverkehrs tragfähig zu machen, kommt in weiten Teilen des nördlichen Streckenabschnitts das Fräs-Misch-Injektionsverfahren (siehe Infobox) zum Einsatz. Eine Art riesige Kettensäge dringt dabei bis in eine Tiefe von neun Metern in den Boden ein und durchmischt Torf und Klei und Sand mit Beton. Im Kriechtempo arbeitet sich das Ungetüm vorwärts. Um den Untergrund auf ganzer Breite des Gleises mit Beton zu durchmischen, muss das Schwert mehrfach in den Boden eindringen.

Im Laufe der vergangenen Monate hat die Spezialfirma durch technische Verbesserungen an ihrer Riesenfräse einige Arbeitsschritte einsparen können. Die Modifikationen sorgten dafür, dass die anschließenden Arbeiten am Oberbau eher begonnen und letztlich sechs Wochen früher fertiggestellt werden konnten.

Seit Anfang der Woche arbeiten die Bahningenieure an Bauphase 2 zwischen Varel und Sande und wechseln nun ins gegenüberliegende Gleis. Das wird nun zurückgebaut, der darunterliegende Boden stabilisiert und das Gleis bis April 2019 ebenfalls erneuert.

In der jetzt begonnenen zweiten Bauphase wird der bauzeitliche Bahnübergang Sielstraße in der Ortschaft Ellenserdammersiel zunächst bis Sommer 2018 erhalten bleiben, sagt Niebling. Danach wird der eigentliche Bahnübergang in der Sielstraße wieder in Betrieb genommen und die Lücke zwischen den Lärmschutzwänden in diesem Bereich geschlossen.

Die Inbetriebnahme der weiteren Bahnübergänge Kronsburg, Idagroden und Südstraße erfolgt nach und nach bis Frühjahr 2019. Dann soll die zweite Bauphase mit dem erfolgreichen Umbau beider Gleise nördlich der Weichenverbindung „Schwarzer Rabe“ beendet sein.

Ab (voraussichtlich) 7. April 2019 geht es weiter südlich der Weichenverbindung „Schwarzer Rabe“ bis Varel. Dieser Abschnitt ist etwa 2,1 Kilometer lang und soll bis Ende August 2019 ertüchtigt sein. Danach wird bis März 2020 in Gegenrichtung gearbeitet. 2019 sollen die Arbeiten im Bahnhof Sande starten.

Oliver Braun
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965313

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