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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Der Natur auf die Sprünge helfen

18.01.2018

Sande Irgendwer hat es damals, vor rund 30 Jahren, offensichtlich zu gut gemeint, als auf der Fläche des ehemaligen Apfelhofs auf dem Ulfersschen Gelände in Sande eine Obstbaumwiese angelegt wurde. Zu viele Bäume stehen dort zu eng beieinander und behindern sich inzwischen gegenseitig im Wachstum, sagt Hartmut Müller-Mangels von der Kreisgruppe Friesland im Bund für Umwelt- und Naturschutz, kurz BUND. Weil sich die Bäume nicht richtig entfalten können, sollen nun einige weichen.

Infoabend zum Projekt „Bienengemeinde Sande“

Bienengemeinde Sande: Der Bürgerverein Sande, das Regionale Umweltzentrum Schortens und die Gemeinde Sande laden am Donnerstag, 22. Februar, alle Bürger um 19.30 Uhr in der Sander Ratssaal zur Infoveranstaltung „Was tun für Bienen, Schmetterlinge und Co.?“ ein.

Die Anlage von Blühflächen und die richtige Saatgutauswahl stehen im Mittelpunkt des Infoabends. Es gibt Tipps für die praktische Anlage einer Wiese oder eines bunten Randstreifens. Im Anschluss an die Vorträge ist Zeit für Fragen und Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Referenten zum Thema Bienenweide sind Imker Helmut Gerken (Aurich) vom bundesweiten Netzwerk Blühende Landschaften sowie Dr. Dierk Kunzmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Firma Saaten-Zeller, der über Anlage und Aussaat von blütenreichen Wiesen informiert.

Der BUND hegt und pflegt die Fläche im Ulfersschen Gelände und die dortigen Obstbäume seit rund acht Jahren mit Unterstützung des Sander Bauhofs. Die Gemeinde ist Eigentümerin der Flächen. Rund 2000 Quadratmeter groß ist die Obstbaumwiese am Ende der Wohnbebauung an der Diekstahlstraße.

15 Bäume sollen raus

Etwa 40 Obstbäume wachsen dort: Äpfel, Birnen und Zwetschen. Die Früchte gehören allen Sander Bürgern, betont Bürgermeister Stephan Eiklenborg. Und die nutzen das Angebot rege und gern. Auch der BUND versorgt mit den Früchten aus dem Ulfersschen Gelände die Erntefeste auf dem Gut Altmarienhausen.

Doch die Bäume tragen immer weniger Früchte, hat Müller-Mangels festgestellt: „Die Birnen tragen sogar überhaupt keine Früchte mehr.“ Während Birnbäume eher in die Höhe wachsen und Apfelbäume in die Breite gehen, stehen sie sich an manchen Stellen gegenseitig im Weg. Im hinteren Teil der Obstbaumfläche kommt überhaupt keine Sonne mehr hin, nicht einmal mehr Gras wächst dort. „Hier muss dringend ausgelichtet werden“, so das Fazit von Hartmut Müller-Mangels. Schon in Kürze will der BUND zusammen mit dem Bauhof ins Gelände und 15 Bäume fällen. Am Mittwochmorgen traf man sich bereits vor Ort.

Mit der Reduzierung der Bäume und dem Entfernen von Wassertrieben und Stockschlag erhalten die übrigen Bäume insgesamt mehr Sonne und bilden mehr Blüten. „Und dann“, so hofft Müller-Mangels, „haben wir hier hoffentlich auch wieder mehr Bienen auf der Wiese.“

Das entspricht dann auch so ganz dem Vorhaben der Gemeinde Sande, Bienengemeinde zu werden (siehe Infokasten). Durch den Rückgang der Blühpflanzen haben sich die Lebensbedingungen von Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlingen, Käfern und Fliegen in den vergangenen Jahren stark verändert.

Ungenutztes Potenzial

Nach einem vielerorts reichhaltigen Blütenangebot im Frühjahr mit Obst, Löwenzahn, Raps bricht die Nahrungsversorgung für die Blütenbesucher Ende Mai/Anfang Juni meist schlagartig zusammen, sagt Imker Helmut Gerken. Zudem schwäche der Einsatz von Chemikalien die Honigbiene sowie viele andere Arten blütenbestäubender Insekten. In den Gärten und Parks, in öffentlichen Grünflächen und Privatgärten liege ein oft ungenutztes Nahrungspotenzial für Bienen, Hummeln und andere Insekten. Solche Flächen sollte man zu Blühflächen aufwerten.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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