• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Schiffbrüchige und Seehunde

18.10.2011

WANGEROOGE Eines Tages erhielt Roger Riehl einen Anruf: Der Anrufer hatte ein gelbes Boot im Wasser entdeckt, um das „Köpfe“ herumschwammen. Wie üblich wurden Riehls Kollegen informiert, gemeinsam fuhren sie los, um die vermeintlichen Opfer zu retten.

Seit mehr als 40 Jahren ist Roger Riehl Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf Wangerooge. An seiner Seite helfen Stefan Pinkenburg, Bernd Abels, Axel Giese, Frank Portal und Mathias Tryba Menschen, die auf See dringend Hilfe brauchen. „Oft werden technische Hilfeleistungen benötigt, wenn sich zum Beispiel jemand mit dem Boot verfahren hat. Dann ist unsere Aufgabe, den Weg zum Hafen zu weisen, bevor es wirklich zu einem Unfall kommt. Das ist Gott sei dank seltener der Fall“, erzählt Riehl. Seit 1983 ist er Vormann der DGzRS auf Wangerooge.

Jeder Interessierte kann aktiver Rettungsmann werden. Eine Ausbildung in den nötigen Vorkenntnissen ist auch auf der Insel möglich. „Es ist natürlich von Vorteil, wenn man einen Bootsführerschein hat und regelmäßig Weiterbildungen besucht“, sagt Riehl: „Auf den Lehrgängen wird versucht, alle Mitglieder auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen.“ Die Weiterbildungen sind kostenlos und werden in Bremen angeboten.

Es ist aber auch möglich, passives Mitglied zu werden, also Förderer der DGzRS. Die Seenotrettungs-Organisation finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Als Förderer unterstützt man die DGzRS durch regelmäßige Beiträge. Auf diese Weise kann die notwendige Ausstattung für Rettungsleute und Boote finanziert werden wie Notfallrucksäcke oder so genannte Überlebensanzüge, die auf hoher See warm und trocken halten.

Bei einem Notfall sucht die Rettungszentrale in Bremen (MRCC – Maritime Rescue Coordination Centre) die am nächsten liegende DGzRS-Station heraus und gibt die Einsatz-Anweisungen an diese weiter. Wenn die Seenotretter verhindert sind, da sie schon anderswo gebraucht werden oder ihr Schiff gerade in der Werft ist, dann wird die nächstliegende Station informiert.

Werden Riehl und seine Männer durch ein Alarmsystem, das mit dem MRCC Bremen verbunden ist, gerufen, so treffen sie sich zunächst an ihrem Rettungsschuppen. Von da aus fahren sie gemeinsam mit einem Geländewagen zum Westanleger. Von dort aus wird der Einsatz auf dem Rettungsboot „Wilma Sikorski“ gefahren. „Der Gebrauch des Wagens ist eine Sondersituation auf der autofreien Insel. Das Auto ist sehr wichtig für uns, da der Hafen nicht im Ort liegt und wir so schnellstmöglich zum Rettungsboot fahren können“, erzählt Riehl.

Es kommt aber auch schon mal zu einem Fehlalarm. So entpuppte sich das gelbe untergehende Boot damals als eine Boje, um die Seehunde herumschwammen.

Weitere Nachrichten:

DGzRS | Hafen