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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Awo-Feriendorf Schillig wird Inklusionsfirma

14.02.2019

Schillig Als Lutz Poppe die Bewerbung einer blinden Frau in der Hand hielt, war er selbst etwas unsicher, wie er damit umgehen sollte. Die Bewerberin wollte an der Rezeption des Ferienzentrum am Deich Burhave arbeiten. „Und dann hat sie mich in kurzer Zeit so von sich überzeugt, dass ich sie einfach einstellen musste.“

Inzwischen arbeiten acht schwerbehinderte Menschen in dem Ferienzentrum der Awo Sano in Burhave. Denn das Ferienzentrum ist auch Inklusionsfirma. Im Familienferiendorf Schillig ist genau das jetzt auch geplant. Wie das aussehen soll, haben Patrick Hollmann (Einrichtungsleiter Schillig) und Lutz Poppe (Einrichtungsleiter Burhave) jetzt vorgestellt.

Die Idee: Menschen mit einer Schwerbehinderung können sich in Schillig für die verschiedenen Bereiche wie Service, Küche oder Rezeption bewerben. „Alle Bereiche sind möglich, wir sind da vollkommen offen“, sagt Poppe.

So solle genau den Menschen eine Chance gegeben werden, für die es sonst schwer ist, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Hier sind vor allem auch Seiteneinsteiger angesprochen: Denn die betroffenen Menschen kommen oft gar nicht aus dem entsprechenden Bereich. Hier sind Schulungen notwendig.

Schon jetzt laufen die ersten Bewerbungsgespräche für das Familienferiendorf in Schillig. „Aber gerne können sich noch weitere Interessierte melden“, betont Patrick Hollmann. „Wir sind schon ganz gespannt.“

Natürlich sei die Inklusionsfirma auch eine Herausforderung – für alle Seiten, meint Hollmann. So bräuchten die schwerbehinderten Menschen eine längere Einarbeitungsphase. „Die sehbehinderte Frau brauchte zum Beispiel ein Jahr, um ihre Tätigkeit an der Rezeption zu 100 Prozent ausführen zu können“, sagt Poppe.

Zudem stünden manchmal auch schwere Schicksale hinter der Behinderung – „wie zum Beispiel ein Unfall“, weiß Poppe. „Dann ist es nicht immer leicht für diese Menschen, sich zu öffnen. Manchmal dauert es lange, bis sie Vertrauen in ihren Arbeitgeber finden.“ Ohnehin spiele oft Angst und Unsicherheit eine große Rolle, wenn die Menschen eine lange Zeit nicht gearbeitet haben, nicht arbeiten konnten.

Ebenso erginge es aber auch den anderen Mitarbeitern – auch sie müssten schließlich lernen, auf die behinderten Menschen einzugehen. Und nicht zuletzt auch die Gäste: „Wir kommunizieren ihnen gegenüber nicht besonders deutlich, dass bei uns schwerbehinderte Menschen arbeiten“ – es solle eben Normalität sein.

Aber neben all diesen Herausforderungen stecke auch unglaublich viel Positives, sind sich Hollmann und Poppe sofort einig. „Es ist eine Wertschätzung den Menschen gegenüber: sie gehen arbeiten, verdienen dafür eigenes Geld und sie nehmen an der Gesellschaft teil“, sagt Poppe. „Für einige Mitarbeiter in Burhave war es aber auch ungewohnt, dass sie sich Urlaubstage erarbeitet hatten. Daran mussten sie sich erst gewöhnen.“

Nicht zuletzt gebe diese Inklusion den übrigen Mitarbeitern auch einen anderen Blick aufs Leben. „Es wird viel gelernt“, sagt Poppe. „Auf beiden Seiten.“

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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