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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Schlüsselumdrehen reicht nicht immer

25.04.2016

Zetel Humor haben sie ja, die Treckerfreunde aus dem Landkreis Wittmund. Im Konvoi sind sie am Sonnabend mit ihren historischen Traktoren zum Oldtimer-Treffen nach Bohlenbergerfeld gefahren, eineinhalb Stunden haben sie dafür gebraucht. Der 11-PS-starke Deutz des Vorsitzenden Manfred Emken fährt schließlich nur knapp 20 Kilometer pro Stunde. Auf dem Gelände in Bohlenbergerfeld angekommen, sagte er: „Bei so einem Oldtimer-Treffen weiß man manchmal nicht, wer älter ist – der Trecker oder der Besitzer.“

Bei Vereinsmitglied Johann Fürst steht das fest: „Der ist älter als ich“, sagte er über seinen Lanz Bulldog aus dem Baujahr 1938. Johann Fürst hatte Zuhause erstmal eine gute Viertelstunde gebraucht, um den Motor zu starten – er musste den Glühkopf des Treckers erhitzen und den Motor mit dem Lenkrad anwerfen – wie das damals eben so war.

So einen Glühkopfmotor hat auch das Schätzchen von Reiner Bredehorn vom Oldtimerclub Bohlenbergerfeld – der Club hatte das Treffen in diesem Jahr zum 22. Mal ausgerichtet. Reiner Bredehorn wollte seinen Ursus von 1951 beim TÜV vorführen, und weil es ein Riesenaufwand ist, den Motor zu starten, ließ er ihn in der Warteschlange einfach laufen – ohrenbetäubend blubbernd, wackelnd wie bei einem Erdbeben und qualmspuckend, so wie das damals eben war.

Und wie damals ist das bei Manfred Emken von den „Willener Treckerfohrers“ sogar manchmal heute noch: Er pflügt mit seinem Deutz schon mal das Feld eines Bekannten oder treibt mit der Riemenscheibe eine Säge an. „Man restauriert so einen Traktor ja nicht, damit er nur in der Scheune rumsteht“, sagte er. „Und die sind damals auch nicht gebaut worden, um damit spazieren zu fahren.“ Er schwärmte von der „Hege und Pflege von altem technischem Kulturgut“, und sagte auch, worauf es beim Restaurieren ankommt: „Da gehören keine Nirosta-Schrauben dran, und auch kein Edelstahlauspuff. Es muss schon unbehandeltes Eisen sein.“

Das weiß auch der 12-jährige Gerriet Jürgens, der mit seinem Großvater Hermann Jürgens nach Bohlenbergerfeld gekommen war. „Das ist einfach eine Sucht“, sagte er über die Arbeit an historischen Treckern. Mit seinem Opa hat er einen McCormick IHC von 1977 restauriert.

Beim 22. Treffen freuten sich die Oldtimerfreunde Bohlenbergerfeld über viele Teilnehmer, die dafür gesorgt haben, dass die Veranstaltung wie jedes Jahr für unzählige Gäste einen Besuch wert war.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/friesland/fotos 
Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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