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Aktualisiert vor 5 Minuten.

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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

So funktioniert das Leben auf dem Bauernhof

09.07.2019

Schortens „Wir waren schon gleich nach Bekanntgabe des Frühstückstermins ausgebucht“ erzählt Jennifer Oltmanns über die Aktion „Frühstück sucht Gast“ des Kreisverbands der Landfrauen und des Landvolkverbands Friesland. Das Frühstücksbüfett im Wintergarten am Wohnhaus der Familie Oltmanns neben dem Hofgelände an der Eilksstraße ist in Gemeinschaftsarbeit mit Hausgehilfin Maren Dieken, Ilse Cordes Remmers und Annemarie Hasselhorn vom Landfrauenverein Schortens für den Gaumen- und Augenschmaus gerichtet worden.

„Unser Frühstück besteht aus regionalen Lebensmitteln“, erklärt Jennifer Oltmanns. Es gibt Milch, Käse und Butter von der Hof-Molkerei Ammerland, Speisenkammerkäse vom Hofladen Helmerichs aus Jever, Gemüse und Obst vom Biohof Gerdes aus Ostiem. Dazu Wurstspezialitäten vom Bauernhof Café Schild aus dem Wangerland und hiesige Bäckerbrötchen und -Brot. Marmelade wurde selbst gekocht, die Eier sind von glücklichen Hühnern und den Honig hat Schwager Ingo geliefert.

„Mit unserem Frühstück“, so das Frühstücksteam, „wollen wir für mehr Lebensqualität bei den Nahrungsmitteln werben.“ Für die Frauen vom Landfrauenverein Schortens ist es ein großes Anliegen, die Beziehungen zwischen Verbrauchern und Erzeugern zu stärken. Dazu gehört es zu wissen, wie auf einem modernen Hof gearbeitet wird. „Wir wollen zeigen, wie, warum und in welcher Form wir Landwirtschaft betreiben“, sagt die Landwirtsfamilie Oltmanns. Und was es bedeutet, Landwirt zu sein.

Nach dem Frühstück bittet Familie Oltmanns zum Hofrundgang. Sie bewirtschaften den Pachthof von Claas Hinrichs als Milchviehbetrieb mit 205 Hektar Grünland und 35 Hektar Mais. Auf dem Hof leben 330 Milchkühe, Kälber, Hühner, Katzen und der Hofhund. Das tägliche Arbeitspensum erledigen neben Ingo Oltmanns und seiner Frau zwei Angestellte, zwei Melkerinnen, zwei Auszubildende, ein Praktikant und eine Haushaltshilfe. Gemolken wird morgens von 3 bis ca. 8 Uhr, danach von 14 bis 18 Uhr.

Der jüngste Kälber-Zuwachs liegt bequem im Stroh. Damit die Oltmanns’ ihre Milch als Weidemilch verkaufen können, gehört die tägliche Grasweide für die Kühe dazu; Zugefüttert wird ein Gemisch aus Mais- und Grassilage, vermengt mit Maismehl und Biertreber aus Jever, Mineral- und Kraftfutter sowie etwas Stroh.

„Hier sieht und hört man, was alles hinter der Landwirtschaft steckt“, sagen Günter und Mark Steinberg, die vom gegenüberliegenden Klein-Ostiemer-Weg zum Frühstück gekommen sind. Ingo Oltmanns musste an diesem Vormittag viele Fragen beantworten. Die Kinder vergnügten sich derweil mit Rädern, Rollern und kleinen Treckern auf dem Hofgelände.

Aus dem Jeverland bot außerdem Familie Schild in Javenloch wie vor zwei Jahren das Frühstück an und bewirtete ca. 100 Gäste. Beim Hofrundgang zeigte Landwirtschaftsmeiser Hinni Schild, wie und wo das Schwein für das Schnitzel aufwächst. Er nahm den Gästen das verklärte Bild vom Berufsstand des Landwirts und einige Besucher sagten: Agrarindustrie, so wie im Fernsehen, haben wir nicht gesehen.

Kartoffelanbau und Schweinehaltung, dafür ist der Hof Schild bekannt. Und 250 Hühner sorgen für frische Eier. Die Schweine werden mit einem Qualitäts-Programm verkauft, möglichst ohne Einsatz von Antibiotika, so Schild. Das Futter für die Tiere stammt überwiegend aus eigenem Anbau und Schilds Kleikartoffeln haben sich am Markt gut positioniert. Sie gedeihen an der Küste mit einem Minimum an Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Wertschätzung und Wertschöpfung für die Landwirtschaft, Genuss für die Verbraucher – das ist Ziel der Frühstücks-Aktion. Und das ist gelungen, lautet das Fazit der Veranstalter. Die Idee zur kommt aus der Schweiz – 2007 veranstaltete die Kreisarbeitsgemeinschaft der Landfrauen aus Wittmund ihr erstes Frühstück, die Friesländerinnen übernahmen es 2011.

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