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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Taubenzuchtausstellung Am Huntsteert: „Sieh zu, dass Du nach Hause kommst“

25.01.2020

Schortens 300 Kilometer, 500 Kilometer, sogar bis zu 1000 Kilometer an einem Tag: Wenn die Brieftaubenzüchter der Reisevereinigung „Friesenland“ im Frühjahr und Sommer ihre Tauben zu den Preisflügen auflassen, dann wundern sich sich selbst auch immer wieder am meisten, wie die Tiere es jedes Mal schaffen, am Abend wieder im heimischen Schlag zu landen.

Tauben-Ausstellung

Geöffnet ist die Ausstellung in der Scheune am Huntsteert an diesem Samstag von 11 bis 17 Uhr und Sonntag von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Bürgermeister Gerhard Böhling wird die Schau als Schirmherr um 11 Uhr eröffnen.Wie in den Vorjahren ist in der Halle wieder eine Cafeteria für Aussteller und Besucher eingerichtet.

„Brieftauben sind wahre Meister der Orientierung“, sagt Rudolf Grötschel, Taubenzüchter und Preisrichter aus Lohne bei Vechta. Wo der körpereigene Kompass der Tauben allerdings steckt und wie er funktioniert, dazu gibt es viele Vermutungen und Hypothesen, sagt Grötschel.

Körpereigenes Navi

Das Erdmagnetfeld und der Sonnenstand spielen wie bei den Zugvögeln dabei wohl die wichtigste Rolle, sagt der Tauben-Experte. Forscher vermuten, dass sich im Bereich des Taubenschnabels eine Art Sensor befindet, quasi ein körpereigenes Navi. Erst wenn sie wieder in der Nähe des Taubenschlags sind, benutzen die Tiere möglicherweise auch Landmarken als Navigationshilfe.

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Aber so richtig geklärt sei das bis heute nicht. Umstritten sei auch, ob und inwieweit Gerüche bei der Orientierung helfen.

Bei der Ausstellung der Taubenzüchter der Brieftaubenreisevereinigung „Friesenland“ an diesem Samstag und Sonntag in der Kleintierzüchterhalle am Huntsteert in Schortens orientieren sich die Preisrichter allerdings nicht am Orientierungssinn, sondern an der „Harmonie der Taube“, sagt Preisrichter Markus Heidkamp. Beurteilt für das Siegertreppchen der Ausstellung werden Körperbau, Gefieder und der Gesamteindruck der Taube. Heidkamp deutet auf ein Tier: „Die da zum Beispiel ist ein bisschen zu dick.“ Vermutlich ist sie im vergangenen Jahr zu wenig geflogen.

Schon seit Jahrtausenden nutzen Menschen Brieftauben, um Nachrichten zu übermitteln. Dazu werden Zettel am Fuß oder Rücken der Taube befestigt. Schon die alten Römer setzten sie als fliegende Boten vor allem für militärische Zwecke ein. Dank Brieftaubenpost konnte man auf dem Schlachtfeld mit Verbündeten Nachrichten austauschen. Auch in späteren Kriegen waren Tauben unersetzliche Kommunikationsmittel. So sollen im Ersten Weltkrieg noch 100 000 Brieftauben eingesetzt worden sein, um an den Frontlinien Nachrichten zu übermitteln. Und die Schweizer Armee unterhielt sogar noch bis 1996 einen Brieftaubendienst mit 30 000 Tauben.

Heute übermitteln Tauben keine Nachrichten mehr, sondern werden von den Züchtern unter anderem für sportliche Wettbewerbe eingesetzt. „Sieh zu, dass Du schnell nach Hause kommst“, heißt es dann beim Taubenauflass, wenn die Tiere – meist mehrere tausend von verschiedenen Vereinen und Regionalverbänden auf einmal – an einem weit entfernten Auflassort auf die Heimreise geschickt werden.

„Tauben fliegen auch nicht auf schnurgerader Luftlinie nach Hause“, sagt der dritte Preisrichter im Huntsteert, Peter Hölzen. Die Taube will bei ihrem Flug so wenig Energie wie möglich verlieren und sucht sich leichte Winde.

Für Züchter Hans Fehnders machen die Distanzflüge den besonderen Reiz der Taubenzucht aus. Kehrt die Taube vom Flug in ihren Heimatschlag zurück, wird sie über den Terminal an der Schlaganlage registriert und ihre Zeit sekundengenau in einem so genannten Konstatiergerät festgehalten. Um die Flugleistungen der Tauben vergleichen zu können, wird die durchschnittliche Geschwindigkeit – also die Entfernung zum Schlag in Metern geteilt durch die Flugzeit in Minuten – ausgerechnet.

174 Tiere ausgestellt

Wie das alles funktioniert können Besucher und Interessierte an diesem Wochenende, 25. und 26. Januar, in der Ausstellung von „RV Friesenland“ am Huntsteert erfahren. Die Ausstellung ist an beiden Tagen bis 17 Uhr geöffnet. 25 Züchter stellen dabei insgesamt 174 Tiere aus. Das Preisrichter-Trio bewerte in den drei Kategorien Alttauben, Jährige und Jungtauben die Schönheiten der Saison - mit und ohne Flugleistung. Gegen 11 Uhr am heutigen Samstag wird Bürgermeister Gerhard Böhling als Schirmherr die Preise und Pokale an die Sieger überreichen.

Übrigens: An beiden Taggen ist auch die Huntsteert-Caféteria geöffnet.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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