• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
46 Millionen Euro für „Seute Deern“
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 34 Minuten.

Bremerhavener Wahrzeichen
46 Millionen Euro für „Seute Deern“

NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Borkenkäfer-Plage: Förster fürchten um Fichten

05.07.2019

Schweinebrück Sie sind klein, gefräßig und für Fichten tödlich: Borkenkäfer haben sich im heißen Sommer des vergangenen Jahres explosionsartig vermehrt. Jetzt gefährden diese Schädlinge die Fichten im Schweinebrücker Fuhrenkamp – und nicht nur dort. Die Förster fürchten, dass sich die Borkenkäfer weiter vermehren und dass die von der Trockenheit gestressten Bäume reihenweise absterben.

Im heißen Sommer des vergangenen Jahres hatten die Borkenkäfer leichtes Spiel: Sie konnten massenhaft Fichten in Deutschland für die Ei-Ablage in Beschlag nehmen. Die Bäume wehren sich, indem sie Harz absondern – doch wenn sie wegen des Trockenstresses kaum genug Wasser für die Grundversorgung haben, können sie irgendwann kein Harz mehr produzieren. Die Larven, die die sogenannten Buchdrucker und Kupferstecher unter die Rinde der Fichte legen, fressen sich durch die Wachstumsschicht und die Leitungsbahnen der Bäume. „Wenn das im Übermaß geschieht, ist das das Todesurteil für den Baum“, sagt Rainer Städing, Regionaler Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Er zeigte der NWZ zusammen mit Revierförster Martin Susse das befallene Holz im Schweinebrücker Fuhrenkamp.

Die Mitarbeiter der Landesforsten laufen derzeit regelmäßig mit Ferngläsern durch die Wälder, um in den Kronen nach Bohrlöchern zu suchen – und sie schauen am Fuße der Bäume nach Bohrmehl. „Wenn wir einen befallenen Baum gefunden haben, entnehmen wir ihn so schnell wie möglich aus dem Bestand. Im besten Fall geht das Holz direkt ins Sägewerk. Unser allerletztes Mittel, um den Käfer in befallenen Stämmen zu vernichten, sind Pestizide“, sagt Revierförster Martin Susse.

Die erste und bemerkenswert große Borkenkäfer-Generation des Jahres ist gerade dabei, auszufliegen. Im Schweinebrücker Fuhrenkamp rechnen die Förster damit, dass im Laufe des Sommers eine zweite Generation schlüpft. Jeder Mutterkäfer kann pro Generation 50 Eier legen – die Schädlinge vermehren sich rasant und exponentiell.

Weil so viele Fichten wegen des Borkenkäfers gefällt werden müssen, haben die Niedersächsischen Landesforsten einen Einschlagstopp für Fichten verhängt. Gesunde Bäume sollen also erstmal stehenbleiben, auch, wenn sie bereit für die Ernte wären. Im Moment wäre die Ernte nicht nur unklug, sondern auch unwirtschaftlich. Denn der Preis für Fichtenholz ist im Keller. „Der Markt ist völlig verstopft, weil so viel Fichtenholz am Markt ist“, sagt Rainer Städing. „Es wird schon Holz nach Indien und China exportiert.“

Wenn sich der Borkenkäfer weiter ausbreitet, kann das für die Forstwirtschaft und auch für die nachfolgenden Branchen wie das Baugewerbe schwerwiegende Folgen haben, weil die Fichten durch den Schädlingsbefall schnell absterben, gesunde Bäume dagegen nur langsam nachwachsen. „Fichte war immer ein gutes und beliebtes Bauholz. Es war immer da und wird dafür geschätzt, dass es leicht, schnell und universell verbaut und bearbeitet werden kann. Das kippt gerade“, sagt Rainer Städing.

Während die Landesforsten versuchen, vom Borkenkäfer befallene Bäume aus dem eigenen Bestand schnell zu entnehmen, um die Verbreitung des Schädlings zu verhindern, vermehren sich die Schädlinge in privaten Gärten und privaten Wäldchen mitunter gewaltig. „Das wird dann auch für uns wieder zum Problem“, sagt Rainer Städing.

Die einzigen befallenen Fichten, um die sich die Landesforsten in den eigenen Wäldern nicht kümmern, sind die im Neuenburger Urwald. Zum einen soll der Naturwald weitgehend unberührt bleiben, zum anderen gibt es dort nur sehr wenige Fichten und der Schädling kann daher nicht viel Schaden anrichten. „Die meisten Nadelhölzer im Neuenburger Urwald sind Küstentannen. Da gehen die Käfer nicht ran.“


Sehen Sie ein Video unter   www.nwzonline.de/videos 
Video

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2506
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.