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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Schweißarbeit am offenen Ölrohr

26.06.2014

Zetel Der braune Qualm beißt in der Nase und vernebelt etwas die Sicht. Am Ende der Baugrube sprühen grelle blaue Funken. Ein Schweißer kniet direkt davor und schützt sich trotz der sommerlichen Temperaturen von über 20 Grad Celsius mit einer dicken Arbeitsmontur sowie einer Gesichtsmaske aus Metall.

Das Loch in dem Acker bei Zetel markiert den Leitungskilometer 18,53 der Rohrfernleitungsanlage der Nord-West Ölleitung GmbH (NWO) aus Wilhelmshaven. Bei einer routinemäßigen Inspektion durch ein fahrbares Messgerät, das durch die Pipeline geschickt wird, hat sich herausgestellt, dass genau an dieser Stelle das zwölf Meter lange Rohr eine zu dünne Wandstärke besitzt. „Deshalb tauschen wir es aus“, begründet NWO-Prokurist Thomas Getrost die Baumaßnahmen. Es sei aber keine Gefahr im Verzug.

Doch obwohl das erst 2009 eingebaute Rohr „keinen sicherheitstechnischen Nachteil darstellt“, muss es raus. „Wir wollen alle Rohre der Fernleitung in einem dauerfesten Zustand erhalten, das heißt mit einer Lebensdauer von 100 Jahren“, sagt Getrost.

Wenn auch notwendig – „es ist trotzdem ärgerlich“, schimpft Günter Siefken. Dem Zeteler gehört das Land, in dem die Pipeline Öl von Wilhelmshaven in den Südwesten von Nordrhein-Westfalen nach Wesseling pumpt. Auf dem Feld führen nun breite Fahrspuren durch das wachsende Grün, und an der Baugrube türmen sich links und rechts die Sandberge. „Man muss jetzt mit der Bodenbearbeitung ganz neu anfangen. Es muss wieder geschlichtet, gesät und gewalzt werden“, sagt Siefken.

Warum wurde vor fünf Jahren nicht gleich das richtige Rohr eingesetzt? „Wir haben vom Hersteller ein falsch nummeriertes Rohr bekommen“, antwortet Thomas Getrost. Anstatt der geforderten 11,9 Millimeter betrug die Wandstärke nur 10,3 Millimeter. Ein Maß, das nur in einer weiten Entfernung von der Pumpstation verwendet wird.

Der Unterschied der Wandstärken ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen – selbst wenn sie auf dem Lastwagen-Anhänger direkt nebeneinander liegen. „Sogar die Schweißer, die das Rohr damals eingebaut haben, haben es nicht gemerkt“, sagt Sabeeth Srikantharajah, Integrity-Manager bei der NWO. Der Diplom-Ingeniuer, der die Arbeiten überwacht, schätzt die Gesamtkosten der Baumaßnahme auf 30 000 Euro.

Bereits an diesem Donnerstag soll wieder Öl durch die Pipeline fließen. Bis dahin ist noch viel zu tun. „Der TÜV muss die Schweißnähte erst abnehmen“, sagt Getrost, während in der Baugrube hinter ihm der Arbeiter seine Gesichtsmaske herunterklappt und in der braunen Qualmwolke verschwindet.


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Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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