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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Seemann, Landwirt und Unternehmer

09.04.2015

Bockhorn Er trägt die Bezeichnung Klinkerbaron. Und er besaß sieben Klinkerziegeleien mit Ringöfen, dazu 2000 Hektar Land. Eine Straße in Bockhorn ist nach ihm benannt, nur von seinen Bockhorner Ziegeleien ist wenig geblieben: Die Rede ist von Christian Emil August Lauw, Kapitän, Landwirt, Unternehmer und Ziegeleibesitzer. Wie nur wenige, zu nennen sind da sein Schwiegersohn Wilhelm Friedrich Bernhard Röben und sein Freund und Vetter Adolphe de Cousser, steht er für den Aufschwung des Ziegeleiwesens im Oldenburger Land.

August Lauw wurde 1826 als Sohn des Rasteder Amtmanns Carl Lauw geboren. Nach der Schulzeit ging er zur See, legte das Steuermannspatent ab, erwarb schließlich mit Unterstützung von Familie und Freunden ein Segelschiff und war Kapitän auf seinem eigenen Schiff. 1851 lernte er auf einer Bauernhochzeit in Bockhorn seine spätere Frau Anna Meinahlers kennen. Er warb um sie und das Paar heiratete 1854.

Zunächst wohnte das Paar in Bockhorn im Kaperschen Haus zur Miete, später zog es in das elterliche Haus um. Schon 1855 errichtete Lauw eine erste Ziegelei. Er reinvestierte den Gewinn in weitere Ziegeleien. Begünstigt durch den Straßenbau und die Errichtung des preußischen Marinehafens in Wilhelmshaven, nahmen die Ziegeleien von August Lauw einen gewaltigen Aufschwung.

Er erkannte die mögliche Produktivitätssteigerung durch die Hoffmannschen Ringöfen, in denen wesentlich größere Mengen an Klinkern produziert werden konnten. 1869 errichtete er den ersten Ringofen in der Friesischen Wehde, nämlich in Bockhorn.

Im Jahr 1900 verpachtete August Lauw seine Ziegeleien in Bockhorn (an seinen Sohn Carl) und in Schweinebrück (an seinen Schwiegersohn Wilhelm Röben), später übertrug er die Preußische Ziegelei an seinen Sohn Carl. Nach seinem Tod ging die Ziegelei in Schweinebrück auf seine Tochter Anna Hedwig Hermine Röben (geb. Lauw) über. Der Standort besteht noch heute als Keimzelle der international agierenden Firma Röben Tonbaustoffe. In Schweinebrück werden Klinkerplatten hergestellt, allerdings keine Klinkersteine mehr, denn der Lauw-Urenkel Wilhelm Röben sah die Zukunft seines Unternehmens außerhalb des Vertriebskartells Vereinigte Oldenburger Klinkerwerke und trat aus dem Kartell aus. Wie recht er damit tat, zeigt das prosperierende Unternehmen mit Baustoff-Werken in Deutschland, Polen und USA. Zurück zu den Bockhorner Werken von Lauw: Sie wurden von Lauws Enkel August und Günter übernommen, die allerdings beide früh verstarben. Die Bockhorner Ziegeleien der Lauws produzierten bis in die 60er und frühen 70er Jahre. An sie erinnert der Straßenname, die Lauwstraße in Bockhorn.

Christian Emil August Lauw (1826 bis 1917) BILD: privat

Biographische Daten zu Christian Emil August Lauw

1826: Christian Emil August Lauw wurde am 20. August 1826 in Rastede geboren. Eltern: Carl Friedrich Heinrich Lauw (Amtmann und zeitweilig Landtagsabgeordneter; 1790 bis 1867) und Anna (geborene Steinfeld, 1796 bis 1845), August hatte neun Geschwister

Ausbildung und 1. Beruf: Lauw wuchs in Rastede auf, Besuch der Volksschule, hatte dann Hauslehrer, dann in die Tertia des Gymnasiums in Oldenburg und wurde dann Seemann, später Kapitän

1851 eigene Dreimastbark als Kapitän, u.a. finanziert von Adolphe de Cousser, Schiff: „Rastede“ (Heimathafen Brake) bis 1854 abbezahlt; 1851 lernt Lauw auf einer Bauernhochzeit in Bockhorn seine spätere Frau kennen

1854 Heirat mit Anna Margarethe Elisabeth Meinahlers, ab Herbst 1854 wird Lauw als Landwirt tätig im Kaperschen Bauernhaus;

1855 erste Ziegelei in Bockhorn

1858 Umzug ins elterliche Haus (Meinahlers) Sohn Carl wird geboren, es folgen weitere neun Kinder (acht Töchter und zwei Söhne)

1865 Übernahme Plaggesche Ziegelei Schweinebrück (1799 gegründet)

1867 Tod des Bruders Hermann Lauw, Übernahme der Ziegelei in Hankhausen

1869 erster Ringofen in der Friesischen Wehde in Bockhorn; Übernahme Hillersche Ziegelei, dort ebenfalls Ringofen gebaut

1870 Bau eines Ringofens in Schweinebrück; Lauws Ziegeleien stellen 12 Mio. Klinker jährlich her

1875 Übernahme Ziegelei de Cousser an der Grabsteder Chaussee, 1876 Bau eines Ringofens (zuletzt Ziegelei Oeltjen)

1882 Preußische Ziegelei, später ab 1903 Sohn Carl Lauw, zuletzt Günter Lauw

1900 Verpachtung der Bockhorner Ziegeleien an Sohn Carl Friedrich Christian (1858 bis 1917) und der Ziegelei in Schweinebrück an Wilhelm Röben

1917 sterben August Lauw (21.10.) und auch sein Sohn Carl (5.12.)

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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