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Fusion: Sorge um zentrale Stellung Jevers

13.03.2013

Jever 30 Zuhörer – zum größten Teil Kommunalpolitiker: Das Bürger-Interesse an der ersten Bürgerinformation am Montagabend in Jever zu den Plänen von Landkreis Friesland und Stadt Wilhelmshaven, enger als bisher zusammenzuarbeiten, war eher gering.

Landrat Sven Ambrosy warb gemeinsam mit Dirk Greskowiak von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement in Köln und Franz-Josef Sickelmann von der Regierungsvertretung Oldenburg um Vertrauen in den eingeschlagenen Weg. „Wir werden nichts tun, was dem Landkreis Friesland schadet“, versicherte Ambrosy erneut.

„Die Region muss handlungsfähig bleiben, das geht nur über Grenzen hinweg“, sagte er. Und er versprach: „Die Kreisumlage wird nicht steigen. Keine Kommune wird die Schulden der anderen zahlen müssen.“

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Sein Appell: Emotionen hintenan zu stellen und stattdessen anhand der Zahlen und Daten, die das Gutachten zur Verwaltungsstruktur Ende Juni darstellen wird, eine Entscheidung zu treffen.

Das Gutachten, das Stadt Wilhelmshaven und Landkreis Friesland gemeinsam bei der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement in Auftrag gegeben haben, prüft, in welchen Bereichen die beiden Verwaltungen enger als bisher zusammenarbeiten und welche Aufgaben möglicherweise an den Landkreis übergehen könnten. „Am Ende soll die Verwaltung schlanker und billiger sein – die Bürger merken davon nichts“, sagte Greskowiak.

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen Grundlage der Entscheidung über das weitere Vorgehen durch die Politik sein – ob am Ende mehr Kooperation oder eine Fusion herauskomme oder alles beim Alten bleibe, sei offen, so Ambrosy. Er betonte, dass das Gutachten durchaus auch gute Argumente gegen einen vom Land verordneten Zusammenschluss von Friesland und Wilhelmshaven liefern könne.

Denn, so ergänzte Sickelmann, beim Land liege bereits ein neues Gutachten über mögliche Fusionskandidaten vor: „Darin sind die Landkreise Friesland, Wittmund und Wesermarsch und die kreisfreien Städte Wilhelmshaven und Emden genannt“, sagte er.

Massive Kritik an dem eingeschlagenen Weg übte Alt-Landrat und -Regierungspräsident Bernd Theilen. Er rief dazu auf, den bisherigen Kurs der engen interkommunalen Zusammenarbeit beizubehalten – „dann wächst die Region nach und nach zusammen“. Auf die Schnelle einen Zusammenschluss auf rein technokratischer Basis herbeiführen zu wollen, werde zu Problemen führen, warnte er.

Theilen befürchtet zudem, dass die Kreisstadt Jever Leidtragende der Fusionspläne werden könnte: „Alle Zusammenschlüsse, sei es Veterinäramt, Rettungsleitstelle oder Kirchenkreis, haben der einstigen Zentralität Jevers geschadet“, sagte er mit Blick auf den Wegzug der Einrichtungen nach Wilhelmshaven und Roffhausen.

Auch das Selbstbewusstsein Wilhelmshavens als Oberzentrum leide unter der demütigenden Einkreisungs-Debatte, so Theilen. Er wünsche sich, dass die Befindlichkeiten und Emotionen der Beteiligten in die Betrachtung engerer Zusammenarbeit einfließen. „Nur dann bleibt eine stabile Basis für weitere Zusammenarbeit mit Wilhelmshaven“, sagte der Alt-Politiker.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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