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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Spenden Von Nwz-Lesern: Vom Straßenverkauf zum eigenen Geschäft

29.12.2015

Oldenburg /Ghana Adisa Sumaila hat ihr Ziel fest vor Augen: Sie arbeitet hart, um sich und ihrer kleinen Tochter eine gute Ausbildung zu ermöglichen und eines Tages auf eigenen Füßen stehen zu können. Denn noch lebt die 20-Jährige mit ihrem Kind bei ihren Eltern und ihren sechs Geschwistern.

So steht sie jeden Tag um 5 Uhr morgens auf, macht ihre vierjährige Tochter Sala fertig und bringt sie in den Kindergarten. Dann baut sie ihren Stand am Straßenrand von Koforidua auf, einem Dorf im Westen Ghanas. Adisa Sumaila verkauft Bananen und andere exotische Früchte, die sie zuvor bei einem Händler in der Nachbarstadt Gyase gekauft hat.

Mikrokredite helfen beim Aufbau von Kleinunternehmen

Unter dem Motto „Ghanas Kinder brauchen starke Eltern“ haben 2008/09 Leserinnen und Leser der NWZ  unternehmerisch tätige Frauen und Männer in der extrem armen Volta-Region des westafrikanischen Staates Ghana unterstützt.

Dabei ging es um die Vergabe so genannter Mikrokredite in einer Größenordnung von 200 bis 300 Euro. Das Geld half, Kleinunternehmen zu erweitern, um auf diese Weise Eltern und Kinder dauerhaft aus der Armut zu befreien.

In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Stiftung Opportunity International Deutschland mit Sitz in Köln und dem „Freundeskreis Weser-Ems“ um die Unternehmer Dr. Karl Harms, Jochen Ewald und Pastor Rüdiger Möllenberg aus Jever wurden damals rund 140 000 Euro als Kleinkredite in Ghana ausgegeben. Durch Zinsen hat sich die Spendensumme mittlerweile versechsfacht – rund 800 000 Euro kommen armen Menschen in Ghana zugute.

Mehr Infos unter www.oid.org

Adisa Sumaila ist eine erfolgreiche Verkäuferin, ihr Obst ist gefragt. Sie verdient pro Woche 15 bis 20 Euro – genug, um alle anfallenden Kosten zu decken: den Kauf von neuem Obst für ihren Handel, die Lebenshaltungskosten für sich und ihre Tochter und die Kindergartengebühren. Und Adisa versucht, Geld zu sparen, um sich für Notzeiten ein Polster zu schaffen.

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Doch die 20-Jährige will mehr: Sie geht wieder zur Schule, um einen Abschluss zu erhalten, und sie möchte ein festes Geschäft eröffnen.

Dabei erhält sie Hilfe von den Lesern der NWZ : Bei der Weihnachtsaktion 2008/09 unter dem Motto „Ghanas Kinder brauchen starke Eltern“ hatten sie rund 140 000 Euro gespendet, die als Mikrokredite durch die gemeinnützige Stiftung Opportunity International Deutschland in Ghana eingesetzt wurden. Und davon profitieren Adisa Sumaila und viele andere Menschen in Ghana noch heute: Die Spendensumme der Weihnachtsaktion 2008 hat sich durch Zinsen mittlerweile auf mehr als 800 000 Euro fast versechsfacht.

Die in Ghana an Menschen wie Adisa Sumaila vergebenen Kredite betragen zwischen 100 und 300 Euro. Meist sind Frauen Kreditnehmerinnen – sie sind zuverlässige Rückzahlerinnen. Wer einen solchen Mikrokredit erhalten will, durchläuft zuvor eine entsprechende Schulung und wird dann Mitglied einer kleinen Genossenschaft von etwa zehn Kreditnehmern, die sich gegenseitig unterstützen.

Gerät ein Kreditnehmer in wirtschaftliche Schwierigkeiten, sichert die Gemeinschaft die Rückzahlung. Anschließend werden die Gelder als neue Mikrokredite an weitere Neu-Unternehmer ausgezahlt.

Opportunity International arbeitet vor Ort mit einer ghanaischen Stiftung namens Sinapi Aba zusammen. Von dieser hatte Adisa Sumaila gehört. Um ihren Obststand auszubauen, ging sie zu einem Gruppentreffen und wurde schon nach kurzer Zeit als Klientin aufgenommen. Mit dem Kredit konnte sie ihr Geschäft erweitern und neben der Arbeit die Schule besuchen. Sie ist den Spendern sehr dankbar: „Ich danke von Herzen für die großzügigen Spenden und hoffe, dass Sie uns weiterhin unterstützen.“

Als weiteres Projekt hat Opportunity International mit den Spenden der NWZ -Weihnachtsaktion die kleinbäuerliche Landwirtschaft in der Volta-Region im Osten des Landes gefördert: 217 Kleinbauern – Frauen und Männer – erhielten neben Kleinkrediten für besseres Saatgut und Dünger auch intensive Schulungen in Landwirtschaft, Betriebswirtschaft, Hygiene und Gesundheitsprävention.

Ein Beispiel sind Peace Xemeha und ihr Mann Michael: Sie pflanzen heute Zwiebeln und Spinat auf etwa 1,5 Hektar Land an. Außerdem haben sie eine kleine Schweinezucht aufgebaut. Die beiden sind zu Ansprechpartnern für viele Kleinbauern geworden, die Fragen zu Anbaumethoden haben oder Kontakt zu Käufern suchen.

2010 hatte Peace Xemeha, damals 53 Jahre alt, an dem Landwirtschaftsprojekt von Opportunity International und Sinapi Aba teilgenommen. Bis dahin baute sie hauptsächlich Zwiebeln und Paprika an; trotz ihrer Erfahrung – Peace hat schon immer in der Landwirtschaft gearbeitet – hatte sie immer Schwierigkeiten, ihre Ernteerträge zu erhöhen, weil sie nie genug Geld sparen konnte für gutes Düngemittel und Samen. Nach der Ernte konnte sie ihre Erzeugnisse nur zu sehr niedrigen Preisen verkaufen. Geld war immer knapp.

Im Projekt lernte sie neue Anbaumethoden kennen, konnte besseren Dünger kaufen – und ihr Ertrag stieg. Da sie die Kreditraten flexibel zurückzahlen konnte, musste Peace ihre Ernte nicht auf einen Schlag verkaufen und konnte bessere Preise erzielen. So blieb sogar Geld übrig, um ein Haus für die Familie zu bauen – bisher lebten Peace Xemeha, ihr Mann Michael und drei ihrer Enkelkinder in einer kleinen Hütte am Rande des Feldes.

„Die gesteigerten Ernteerträge haben viele Kleinbauern in den umliegenden Gemeinden neugierig gemacht“, erzählt Anke Luckja von der Geschäftsleitung der Stiftung Opportunity International Deutschland. Im September hatte sie bei einem Besuch in Ghana Peace Xemeha kennen gelernt. „Peace und ihr Mann Michael gehören zu den Vorzeigeklienten in der Region. Sie machen viel Werbung für uns und unseren Partner Sinapi Aba Trust, denn sie sind ein gutes Beispiel für die Wirkung von Mikrofinanz“, sagt Anke Luckja.

Im März 2016 startet Opportunity ein weiteres Projekt: Unter dem Motto „Die Zukunft geht zur Schule“ sollen private Schulen ausgebaut und Kindern aus armen Familien mit Stipendien der Schulbesuch ermöglicht werden.

„Solange die ghanaische Regierung mit öffentlichen Schulen nur einem Teil der Kinder eine gute Schulbildung ermöglichen kann, geben ergänzende private Schulinitiativen wie die Mikroschulen einer ganzen Generation die Chance auf Bildung“, erklärt Anke Luckja. Mikroschulen – so heißen kleine private Schulprojekte, die mit Hilfe von Kleinkrediten wachsen.

Im Rahmen des Projekts sollen 50 Bildungsunternehmerinnen ihre Schulen ausbauen, verbessern und mehr Kinder aufnehmen können. Dazu gehören Fortbildungen für Lehrer und das Küchenpersonal, um die Qualität des Unterrichts und des Schulessens zu erhöhen. „Beides trägt dazu bei, dass die Kinder besser dem Unterricht folgen und sich ihre Leistungen verbessern“, weiß Anke Luckja.

Stipendien für Schüler aus extrem armen Familien verhindern, dass diese Kinder die Schule abbrechen und ein Leben lang unter der Armut ihrer Familie leiden müssen. Als Erwachsene haben sie mit einem höheren Schulabschluss bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Projektziel ist, 10 000 Kindern in Ghana den Schulbesuch bis zum Abschluss zu ermöglichen.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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