• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

„Staatliche Hilfen für Milchbauern unrealistisch“

11.10.2012

Jever Hilfe vom Staat, wenn der Milchpreis auf unter 35 Cent je Kilogramm für die Erzeuger fällt, wird es nicht geben: Diese Einschätzung vertrat am Mittwoch Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) beim Bauernfrühstück vor rund 90 Zuhörern, darunter zahlreiche milchproduzierende Landwirte. Eingeladen hatte die Volksbank Jever.

Stattdessen betonte der Minister in seinem Vortrag die Notwendigkeit, dass die Betriebe sich organisieren, um ihre Verhandlungsposition am Markt zu verbessern. Bislang sei es meist so, dass einzelne Erzeuger mit Abnehmern verhandelten. Sinnvoller sei, dass die Betriebe sich etwa in Genossenschaften organisierten, um mehr Marktmacht zu erhalten.

Lindemann lobte die Strukturen in Niedersachsen. 90 Prozent der Betriebe seien in bäuerlicher Hand. Die Gefahr, dass Großkonzerne zunehmend die Kontrolle über den Markt übernehmen würden, wie es von der Opposition behauptet worden sei, sehe er nicht. Im Gegenteil, in den vergangenen Jahren hätten sogar weniger landwirtschaftliche Grundstücke den Besitzer gewechselt (2007: 35 000 Hektar; 2011: 29 000 Hektar). In anderen Bundesländern sei die Situation jedoch anders.

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) müsse in Zukunft so gestaltet werden, dass Biogasbetriebe und produzierende Landwirtschaft gleiche Wettbewerbsbedingungen hätten. Lindemann: „Biogas ist etabliert, es gibt keinen Grund, hier weiter übermäßig zu pushen.“

Dennoch betonte er die Wichtigkeit der Biogas-Produktion. Anders als bei Wind und Sonne könne man mit Energie aus Biogas fest planen: „Der Generalkritik an der Maisbepflanzung, einer ,Tank-oder-Teller-Debatte‘, kann ich mich nicht anschließen.“ Allerdings solle der „Input“ variabler werden: Gülle und Abfallstoffe statt Mais.

Kritik äußerte der Minister an der EU-Agrarpolitik. So bedeute das Einfrieren des Haushalts bis 2020 wegen fehlenden Inflationsausgleichs faktisch eine Kürzung. Auch Überlegungen der EU zum „Greening“ müssten überdacht werden. So soll ein Teil der Direktzahlungen an Betriebe an die Erfüllung bestimmter Auflagen gekoppelt werden. Die volle Prämie soll nur erhalten, wer sieben Prozent seiner Äcker und Wiesen als ökologische Ausgleichsflächen ausweisen kann. 60 Prozent des Nettogewinns der Betriebe stammen aktuell aus EU-Töpfen.

Tim Gelewski Agentur Hanz / Redaktion Jever
Rufen Sie mich an:
04461 965312
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.