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Ärger: Stadt riegelt Bahnübergang ab

04.11.2010

HEIDMüHLE Rot-Weiße Absperrbaken, Warnlichter, Verbotschilder, Ketten und Vorhängeschlösser: „Ich fühle mich wie eingesperrt“, sagt Marion Lehmann und blickt auf den versperrten Bahnübergang vor ihrem Haus an der Straße „Am Freibad“. Auch ihr Nachbar Erwin Grübnau schüttelt verständnislos den Kopf: „So ein Unfug. Jetzt huschen nämlich viele links und rechts an den Absperrungen vorbei. Das ist viel gefährlicher als vorher.“

Der Bahnübergang wenige hundert Meter vor dem Bahnhof Heidmühle ist die kurze Verbindung von der Jeverschen Straße in Richtung Tennishalle, Freibad und Campingplatz und somit auch vom und ins Wohngebiet Brauerwiesen. Vor ein paar Tagen hat die Stadt Schortens den Übergang notgedrungen abgeriegelt. Ein Bahn-Inspekteur hatte die angeblich wenige Zentimeter zu kurzen Umlaufsperren beanstandet.

Schüler kürzen Weg ab

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Die Umlaufsperren, mit der Radfahrer gezwungen werden, vor dem Bahnübergang abzusteigen, nach links und rechts zu gucken und auf möglicherweise nahende Züge zu achten, sollten eigentlich für mehr Sicherheit an diesem Bahnübergang sorgen. Das Gegenteil ist zurzeit der Fall: Vor allem Schulkinder aus den Brauerwiesen, die morgens Richtung IGS, Realschule oder Gymnasium und mittags zurück nach Hause unterwegs sind, haben keine Lust auf einen eineinhalb Kilometer langen Umweg und mogeln sich lieber irgendwie über die Gleise. Auch nachmittags und abends gibt es etliche Leute, die trotz Absperrung den Weg in den Ort, zu den Sportanlagen und in ihr Wohngebiet über die Gleise abkürzen.

Zweimal pro Stunde fährt am Bahnübergang „Am Freibad“ die Nordwestbahn vorbei. Um kurz vor halb kommt der Zug aus Richtung Jever, vier Minuten später folgt der Zug in die Gegenrichtung. Jah­relang hatten sich weder die Bahn, die Stadt, noch die Bürger an Zustand und technischer Ausstattung des unbeschrankten Bahnübergangs gestört. Vor ein paar Monaten durften sogar noch Autos den Bahnübergang benutzen.

Dann erkannte die Bahn eine Gefahrensituation: Hohe Hecken und Geräteschuppen in den Gärten an der Bahnlinie behinderten vor allem für Autofahrer die freie Sicht auf die Gleise. Die Stadt schloss auf Geheiß der Bahn den bis dahin nur mit einem Andreaskreuz ausgestatteten Bahnübergang für den Autoverkehr und lotste die Anwohner durch die Brauerweisen und am Freibad entlang. Fußgänger und Radfahrer durften den Übergang weiterhin benutzen. Die Bahn forderte von der Stadt allerdings den Einbau von Umlaufsperren – und ist wieder nicht zufrieden.

Alles muss genehmigt sein

Sicherungsanlagen an Bahnübergängen müssen vom Eisenbahn-Bundesamt abgenommen werden, erklärt Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst das Planungs- und Genehmigungsprozedere. Da könne man „nicht mal eben ein paar rot-weiße Gitter aufstellen“.

Genervt ist deshalb auch Holger Rabenstein vom Ordnungsamt der Stadt Schortens. „Ich kann die Entscheidung der Bahn nicht verstehen.“ Die geforderten Standardmaße für die Umlaufsperren ließen sich wegen der örtlichen Gegebenheiten nicht aufstellen, so Rabenstein. Die Bahn solle sogar gedroht haben, die Bahnlinie zu sperren, falls die Stadt den Übergang nicht dichtmache.

Eine Lösung ist zurzeit noch nicht in Sicht: Rabenstein und die Bahn wollen das Problem schleunigst lösen.

Denn die Bürger lassen sich nicht davon abhalten, die Gleise weiterhin zu überqueren. Marion Lehmann, die ihre Nachbarn auf der anderen Seite nun gewissermaßen „hinter Gittern“ sieht, weiß: „Für den kurzen Weg zum Nachbarn oder zum Bäcker um die Ecke an der Jeverschen Straße fährt kaum einer einen Umweg über die B 210.“

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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