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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

So kommt Leben in den Garten

16.03.2019

Steinhausen Die meisten Menschen, die einen Garten haben, pflegen ihn auch: Der Rasen wird gemäht, Laub weggehakt, Gartenabfälle und Strauchschnitt in der Biotonne entsorgt. „Der Mensch kümmert sich um seinen Garten, weil er ihn schön findet“, sagt Hartmut Müller-Mangels. Der Steinhauser ist Vorsitzender der Kreisgruppe Friesland des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Aber ein Garten muss auch funktional sein, so dass die Natur, Tiere und Pflanzen davon etwas haben.“

Aufgeräumte Gärten stellen vor allem Insekten vor eine Herausforderung, denn Nistplätze sind für sie immer schwerer zu finden. „Der Insektenrückgang ist immens, deshalb ist es wichtig, dass man gegensteuert, und da müssen auch die Gartenbesitzer ran“, sagt Müller-Mangels. Er hat einige Tipps für Gartenbesitzer, wie sie einfach und effektiv etwas für Insekten tun können.

1. Nicht so früh mähen

„Es wird immer früher gemäht, so dass Pflanzen, wenn sie blühen wollen, keine Chance haben“, sagt Müller-Mangels. Für wildlebende Tiere wie Wildbienen bleibe dann nicht mehr viel übrig. Er selbst hat ein Stück Rasen, das er nur ein- oder zweimal im Jahr mäht, und zwar mit einem Balkenmäher: „Andere Mäher zerkleinern alles, der geht über den Rasen wie eine Schere“, sagt Müller-Mangels. Diese Art von Mäher nutzt er aus einem einfachen Grund: In den Halmen verstecken sich Insekten, die darin überwintern. Auch lässt er das geschnittene Gras vorübergehend liegen, damit sich die Insekten einen neuen Platz suchen können.

„Im Garten kann man Überraschungen sehen, wenn man nicht immer alles sofort wegwirft, sondern liegen lässt“, sagt er. Als er selbst einmal das Gras mit einer Forke wegwerfen wollte, hat er eine Raupe entdeckt, die sich an Knoten-Braunwurz festhielt: „Die Pflanzen haben keine Blüten und sind völlig unscheinbar, aber für die Raupe sehr wichtig.“ Jetzt pflanzt Müller-Mangels Braunwurz als Futterpflanze für die Raupe an.

2. Einfach liegen lassen

Auch Sträucher landen bei Müller-Mangels nicht in der Biotonne, sondern bleiben bei ihm im Garten: „Gartenbesitzer sollten Strauchschnitt, Hecken und sowas einfach irgendwo liegenlassen, um den Insekten die Chance zu geben, sich zu entwickeln.“ Er selbst lässt es zwei oder drei Tage liegen. Wenn es warm genug ist, fliegen und kriechen die Insekten heraus.

Am Ende landet alles bei ihm auf einer Hecke, die er hinten im Garten angelegt hat. „Das bezieht sich auf alles im Garten: Alles, was ich abschneide, landet dort. Da können sich die Tiere einnisten.“

3. Aktiv unterstützen

Wer den Insekten ein Zuhause bieten will, kann Insektenhotels aufhängen. Bei Hartmut Müller-Mangels haben vor allem Wildbienen ein Zuhause für den Winter gefunden. „So eine Wildbiene guckt sich die Röhren im Insektenhotel an, kriecht in eines der Löcher, und wenn es ihr gefällt, geht sie wieder heraus. Dann kriecht sie rückwärts wieder herein, um ein Ei zu legen. Danach holt sie Pollen und Nektar.“

Den ganzen Winter würden sie dann in diesen Löchern verbringen und erst im Frühjahr, wenn es wärmer wird, herausfliegen. Damit die Kälte nicht in das Loch eindringt, verstopfen sie die Löcher mit Erde oder Lehm.

„Man kann auch im Garten einfach einen Sandhaufen oder Lehmhaufen anlegen. Es gibt Lehmwespen, die Bohren sich dort Löcher rein und legen Gänge an, um dort ihre Eier abzulegen“, sagt der Experte.

4. Nahrung anbieten

Doch es reiche nicht aus, nur Nistplätze anzulegen: „Da, wo künstlich Nisthilfen gebaut werden, muss auch ein Nahrungsangebot vorhanden sein“, sagt Hartmut Müller-Mangels. Wildbienen hätten zum Beispiel einen Radius von bis zu 1,5 Kilometern, in dem sie Futter suchen. Je dichter sie Nahrung an den Nistplätzen finden, desto eher wird auch etwas aus den Nachkommen. Deshalb hilft Müller-Mangels mit Blühpflanzen nach.

Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass es keine Blütenpflanzen sind: „Das sind frühere Pollenpflanzen, die zu Blütenpflanzen umfunktioniert wurden. Die sind zwar schön, bringen Insekten aber nichts.“

Ihm ist es wichtig, dass Gartenbesitzer nicht immer nur auf die Schönheit achten. „Wenn man diese Dinge beherzigt, dann hat man auch Leben im Garten“, sagt Müller-Mangels.


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Soeke Heykes Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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