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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Wäldchen wächst an historischem Ort

07.12.2017

Upjever Bis in die 1950er Jahre hinein war der „Großherzogliche Frühstücksplatz“ in Upjever umgeben von hohen Weißtannen und Rückzugsort für eine der größten Reiherpopulationen im Nordwesten. Dann wurde die Fläche 1951 von den Briten für die Startbahnerweiterung abgeholzt, der kulturhistorisch bedeutsame Ort (siehe Infokasten), der heute inmitten des Fliegerhorstgeländes liegt, war Geschichte.

Und die soll nun in Erinnerung gerufen werden: Am Mittwoch hat der Verein „Upjever lieb ich – Freunde des Forstes Upjever“ mit Revierförster Carsten-Friedrich Streufert an der Spitze gemeinsam mit dem Kommandeur des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“, Oberst Oliver Walter, und der inzwischen 95-jährigen Ruth Liebich, Tochter des ehemaligen Försters Richard Liebich, den Grundstock für ein neues Wäldchen gesetzt. Richard Liebich war von 1924 bis 1941 Förster in Upjever und war somit der Vor-Vor-Vorgänger von Streufert.

Großherzoglicher Frühstücksplatz

Der Platz hat seine Bedeutung, weil er am Schnittpunkt zweier historischer Alleen liegt: Der Schortenser Kirchenallee, die zum Kirchturm nach Schortens führte, und der Klosterallee vom alten Klosterturm aus.

Bei den Hofjagden, meistens im November, kam der Großherzog aus Oldenburg mit seinem Stab für zwei Tage nach Jever. Eingeladen zur Hofjagd im Forst Upjever waren auch die Honoratioren aus Jever. Am Frühstücksplatz war das Mittagszelt aufgebaut, in diesem Kreis wurde zwei Tage lang Politik gemacht.

Rund um den Platz gab es einen alten Bestand großer Weißtannen. Auf dem Freigelände herrscht heute ein zu hoher Winddruck, daher hat man sich bei der Neuanlage des Platzes für Eichen statt für Tannen entschieden.

Platz auf freier Pläne

Der historische Platz liegt am östlichen Ende der Startbahn auf freier Pläne; 13 Eichen haben der Verein, die Objektschützer und die hochbetagte Förstertochter kreisförmig gepflanzt. Spindeldürre Stöckchen, die noch gestützt werden müssen und die erst in einigen Jahren zu kräftigen jungen Eichen heranwachsen. „Eine große Ehre für mich, dass ich heute dabei sein darf“, sagt die aus Osnabrück angereiste Ruth Liebich, die im Forsthaus Upjever großgeworden ist und aus deren Namen auch der Vereinsname „Upjever lieb’ ich“ abgeleitet ist. „Wir hoffen ja, dass bald die Grenzen überschritten werden dürfen“, sagte Liebich mit Blick auf das eingezäunte Militärgelände.

Der Vater von Förster Liebich, Ruth Liebichs Großvater, ist noch zu Herzogs Zeiten eingestellt worden. Er war damals zuständig für die Dampfpflügerei im Raum Markhausen-Augustendorf. Dort wurden damals die riesigen Heidegebiete und Moorlandschaften gepflügt und aufgeforstet. Den Einsatz des Dampfpfluges – das waren riesige Dampfmaschinen, die den Pflug an Stahlseilen hin- und herzogen – war Förster Liebichs Aufgabe. Die ursprünglich aus dem Posener Raum stammende Familie Liebich kam um 1900 nach Oldenburg.

1200 Jahre alte Eiche

Die gepflanzten Eichen sind Abkömmlinge des ältesten Baums in Niedersachsen, der Friederikeneiche. Die steht im Hasbruch und ist benannt worden nach der Tochter von Großherzog Paul Friedrich August (1783-1853). Die Friederikeneiche ist über 1200 Jahre alt und hat einen Umfang von über acht Meter. Ein Forstwirt hat einmal bei einer sehr guten Eichelmast die Früchte gesammelt und in die Forstsaatgutstelle gegeben, von dort wurden sie später als Lohnanzucht weitergegeben an eine Baumschule. „Dadurch haben wir überhaupt erst diese gesicherten Nachkommen“, sagte Streufert. Die Bäume am Großherzoglichen Frühstücksplatz sind somit allesamt die Kinder der Friederikeneiche.

Ob und wann und zu welchen Anlässen der neu angelegte historische Platz einmal für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, ist noch offen.

Weiteres Projekt des Vereins „Upjever lieb ich“ ist die Wiederherstellung der Jeverschen Allee. Die älteste Allee des Jeverlandes verband einst das Schloss mit der Revierförsterei und führt heute ebenfalls durch das Fliegerhorstgelände. 2018 geht es um das Thema Aufforstung, sagt Vereinsvorsitzender Helmut Wilbers, und um die zeitweilige Öffnung der Allee für öffentliche Veranstaltungen.


Sehen Sie ein Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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