• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Generalbundesanwalt übernimmt  Fall Lübcke
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 4 Minuten.

Tod Des Kasseler Regierungspräsidenten
Generalbundesanwalt übernimmt Fall Lübcke

NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Vareler demonstrieren für Barrierefreiheit

01.03.2019

Varel Am Donnerstagnachmittag haben mehr als 50 Vareler für eine schnelle Umsetzung der Barrierefreiheit am Vareler Bahnhof demonstriert. Aufgerufen zu der Demonstration haben die Jusos, die Jugendorganisation der SPD. Bei der Demonstration dabei waren auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller und Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner.

„Es ist nicht unsere Aufgabe als Passagiere den Bahnhof begehbar zu machen“, sagte Julian Thiede von den Jusos bei der Demo. Zwei Jahre lang habe er den Bahnhof als Pendler genutzt und in dieser Zeit dutzendfach geholfen, Fahrräder, Kinderwagen und Koffer über die alte Bahnsteigbrücke zu tragen. „Wenn man nicht weiß, worauf man sich hier einlässt und plötzlich vor der Treppe steht, hat man nur die Möglichkeit auf Hilfe zu warten, oder mit dem Zug nach Sande weiterzufahren, um von dort mit dem Zug an Gleis 1 anzukommen.“

Darum geht es am Vareler Bahnhof

Vor mehr als zehn Jahren wurde der ebenerdige Übergang am Vareler Bahnhof abgerissen. Seitdem führt der einzige Weg zu den Gleisen 2 und 3 über die Bahnsteigbrücke. Diese ist nicht barrierefrei.

Im Zuge der Elektrifizierung der Bahnstrecke wurde festgestellt, dass die Vareler Bahnsteigbrücke zu niedrig ist, um eine Oberleitung darunter zu verlegen.

Die Lösung der Bahn war, die unter Denkmalschutz stehende Bahnsteigbrücke um 80 Zentimeter anzuheben und mit Fahrstühlen auszustatten. Geplanter Baubeginn: 2012/13. Veranschlagt wurden dafür 2,5 Millionen Euro; die einzige Firma, die auf die Ausschreibung reagierte, machte ein Angebot für 4 Millionen Euro. Zu teuer für die Bahn.

Seitdem verfolgt die Bahn einen Abriss der Brücke. Die neueste Idee: Die Aufgänge bleiben stehen, der Mittelteil wird entfernt. Hinter dem mehr als 100 Jahre alten Bau soll eine neue Brücke entstehen. Die Entscheidung fällt im März.

Siemtje Möller verwies darauf, dass die Menschenrechtskonvention bereits seit einiger Zeit unterschrieben sei, „und trotzdem haben wir hier immer noch das Problem, dass behinderte Menschen den Übergang hier nicht nutzen können, sondern den langen Weg über Sande nehmen müssen. Das ist nicht hinnehmbar.“ Es werde Zeit, „dass die Bahn endlich in die Hufe kommt“.

Bürgermeister Wagner forderte von den Verantwortlichen, „den Kopf einzuschalten“ und darüber nachzudenken, was sie damals gemacht haben. „Sie haben zahlreiche Menschen ausgeschlossen.“ Seit zehn Jahren begleite ihn das Thema bereits. „Die Versprechungen der Bahn verschwinden immer wie Schall und Rauch und als Kommunalpolitiker wird man im Regen stehen gelassen.“ Er habe den Eindruck, dass der Bahnübergang in Varel der Elektrifizierung im Wege stehe und dass Denkmalschutz und Barrierefreiheit gegeneinander ausgespielt werden sollen.

Zu Wort meldete sich auch die Varelerin Heidi Barghop. Ihr Mann habe einen 100-prozentigen Behindertenausweis, mit dem man kostenlos Bahn fahren kann. „Nur können wir das nicht nutzen. Es ist eine Katastrophe.“ Sie forderte die Verantwortlichen auf, selbst einmal Platz im Rollstuhl zu nehmen. Zudem gehe es auch um Eltern mit Kinderwagen oder Buggys. Sie sprach sich für einen Abriss der Bahnsteigbrücke aus: „Der Mensch ist wichtiger als der Denkmalschutz.“

Auch Hans-Joachim Zschiesche vom Fahrgastverband Pro Bahn sprach sich für einen Abriss des „Klos da oben“ aus. Er machte auch der Stadtverwaltung einen Vorwurf: Wenn die Stadt vom Denkmalschutz zurückgetreten wäre, hätte man schon viel weiter sein können. „Immer etwas zu fordern, dass man selbst nicht bezahlen muss, ist verdammt einfach aber in meinen Augen auch verdammt billig.“

Ratsherr Jürgen Bruns (SPD) hingegen warnte davor, den Denkmalschutz aufzuheben. Es gebe noch keine konkreten Pläne, für das was komme, wenn die Brücke abgerissen wurde. „Ich sehe nicht ein, dass wir möglicherweise komplett ohne Brücke hier stehen“, sagte er.

Vertreter der Bahn waren bei der Demonstration nicht anwesend. Dabei hatten die Veranstalter der Demonstration extra einen Rollstuhl für die Bahn reserviert.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2504
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.