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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Abriss und Neubau im alten Stil?

24.01.2019

Varel Erhalt und Sanierung: Bürgermeister Gerd-Christian Wagner hat am Dienstagabend in der Sitzung des Planungsausschusses allen Befürwortern für den Abriss und Neubau der maroden aber denkmalgeschützten Fußgängerbrücke am Vareler Bahnhof eine Abfuhr erteilt.

„Eine der öffentlichen Aufgaben ist der Denkmalschutz“, betonte er in der Sachstandsanalyse, um die die Fraktion Zukunft Varel gebeten hat: „Der Bahnhof gehört zu Varel und auch der Übergang gehört zu Varel.“

Wahrzeichen oder Schandfleck? In dieser hitzig geführten Diskussion fordern immer mehr Bürger einen Abriss und Neubau, um den Bahnhof endlich barrierefrei zu machen; so auch die Junge Union, FDP und Zukunft Varel. Zielführend sei das indes nicht, meinte Wagner: „Die Bahn nutzt diese Uneinigkeit für die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen aus.“

Der Bürgermeister berichtete aus den Gesprächen, die mit der Bahn geführt wurden. „Meine Wahrnehmung ist: Es wird auf Zeit gespielt.“ Wagner nahm die Bahn in die Pflicht: „Bis zum heutigen Tag hat sie nicht nachgewiesen, dass ein Erhalt technisch nicht möglich ist.“

Einen Kompromiss brachte Ratsherr Dirk Brumund (CDU) ins Spiel. Er forderte den Abriss der kaputten Brücke und den Neubau im alten Stil. „Handwerklich wäre das leicht“, sagte der selbstständige Zimmerermeister aus Varel und schätzte die Kosten auf 1,5 Millionen Euro. Die nötigen Fahrstühle müssten dann auch nicht unansehnlich an der Fassade angebracht werden. „Sie lassen sich bei einem Neubau gleich in die Ecken der Türme einsetzen, so dass man sie nicht sieht“, schlug Brumund vor. „Zweifel an der Machbarkeit“ hegte der Bau- und Statikexperte indes am Plan, das Gebäude um 80 Zentimeter anzuheben, um darunter den Fahrdraht für die Elektrifizierung verlegen zu können. „Mit dem Vorschlag könnte man in die Verhandlungen mit der Bahn gehen“, schlug Brumund vor. Die nächste Gesprächsrunde findet am 6. Februar in Hannover statt.

Wagner warnte indes, dass sich die Bahn an solche Vorgaben hält. „Die Bahn hat kein Interesse, etwas Schönes zu machen“, vermutet der Bürgermeister: „Bei einer Genehmigung des Abrisses durch das Eisenbahnbundesamtes bekommen wir wohl eine 08/15-Stahlkonstruktion wie woanders auch.“ Er berichtete vom Vorschlag der Bahn, dann ein Modell der alten Brücke im Bahnhofsgebäude auszustellen.

Die Zeit drängt. „Die Vareler Bürger wollen eine Lösung, vor allem bei der Barrierefreiheit“, betonte Dr. Susanne Engstler (CDU). Sie schlug vor, „alle rechtlichen Möglichkeiten auszuloten, um den Druck zu erhöhen. Denn Menschenschutz geht vor Denkmalschutz.“ Auf Antrag von Sabine Kundy (Zukunft Varel) wurde die Verwaltung beauftragt das in der Planungsausschuss-Sitzung am 5. Februar vorzustellen.

Wagner ging noch weiter: „Ich erwarte, dass sich die Bahn hier vor dem Ausschuss klar positioniert.“

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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