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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

„Sie könnte wie ein Kartenhaus zusammenfallen“

05.02.2019

Varel Sanierung zu teuer, deshalb Abriss und Neubau: Die Deutsche Bahn hat kein Interesse daran, die denkmalgeschützte Fußgängerbrücke am Vareler Bahnhof zu erhalten. So einfach ist es aber nicht, weil das Bauwerk denkmalgeschützt ist. Nach Angaben der Stadt muss die Verwaltung in diesem Verfahren eine Stellungnahme abgeben. Die endgültige Entscheidung über einen Abriss trifft aber das Eisenbahnbundesamt.

„Wirtschaftliche Unzumutbarkeit“ kann laut Stadtverwaltung kein Grund für einen Abriss sein, weil sich das Denkmal in öffentlicher Hand, beziehungsweise einer ihr zugeordneten Gesellschaft – nämlich der Bahn AG – befindet. Ob der Erhalt der Brücke der Bahn zu teuer ist, spielt also keine Rolle.

Ein Abriss komme daher nur in Frage, wenn technisch nachgewiesen werden kann, dass es unmöglich ist, die Brücke um 80 Zentimeter anzuheben und die Oberleitung für die Elektrifizierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven darunter zu verlegen.

Und daran, dass es möglich ist, haben sowohl Politiker als auch Bürger ihre Zweifel. Diese äußerte zuletzt unter anderem CDU-Ratsherr Dirk Brumund, als Zimmerermeister ein Experte für Bau und Statik, öffentlich in der Sitzung des Planungsausschusses der Stadt.

Auch Heiko Prull, der sich intensiv mit dem Thema befasst hat, ist skeptisch und verweist auf die Verkehrssicherheit des Bauwerks: „Wie bei allen 120 Jahre alten Gebäuden treten Alters- und Verschleißschäden ein, hier verstärkt durch die Erschütterungen des Bahnverkehrs“, verlieh er seine Bedenken in einem Brief an Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und Niedersachsens obersten Denkmalschützer Björn Thümler (CDU), Minister für Wissenschaft und Kultur, Gewicht.

„Durch den Ausbau der Trasse auf 23 Tonnen, Erhöhung der Geschwindigkeit für den Güterverkehr auf 100 km/h und den 24-Stunden-Betrieb wird die Belastung und werden die Schäden an den Gebäuden erhöht“, so Heiko Prull: „Als Anlieger der in 150 Meter entfernt liegenden Bahntrasse weiß ich, wovon ich schreibe.“

Der Vareler wies zudem darauf hin, dass die Bahn im vierten Quartal des Jahres 2017 ein Hamburger Ingenieurbüro beauftrag habe, ein Gutachten zur Bahnbrücke in Varel zu erstellen. Mit dabei war Helmut J. Herde, der seine Erfahrungen in einem Leserbrief vom 17. Januar 2018 im „Gemeinnützigen“ schilderte. Seinen Angaben nach hatten die Mitarbeiter „die Türen zu den Brückenpfeilern geöffnet, um das Innere in Augenschein zu nehmen. Der Firmeninhaber ließ auch mich einen Blick hineinwerfen“. Dann zitiert Herde den Experten: „Sehen Sie sich diese Risse im Mauerwerk an. Da können Sie ihre ganze Hand hineinstecken. Wenn wir dieses Bauwerk anheben, könnte es wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.“

Möglich, dass sich die Bahn auf dieses technische Gutachten stützt. Dann wäre der Abriss möglich. Eine Stellungnahme gab es dazu auf Nachfrage nicht.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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