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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Deshalb heißt Obenstrohe Obenstrohe

08.04.2019

Varel Warum gibt es in Obenstrohe einen Mühlenteich – obwohl dort nie eine Mühle stand? Die Antwort darauf ist in dem jetzt erschienenen Buch „Die Flurnamen von Varel“ zu finden. Im Mittelalter bauten Mönche der benachbarten Klosterhöfe dort Muldenteiche. Die plattdeutsche Bezeichnung für „Mulde“ ist „Molle“, im Plural „Mölln“. Es liegt nahe, dass das norddeutsche Wort „Möllndiek“ in „Mühlenteich“ umgedeutet wurde.

Da sind wir auch gleich bei Obenstrohe. Der Ort befindet sich als Bodenerhebung zwischen der Nordender und der Südender Leke, liegt also „baven strodhe“, „oberhalb des Sumpfgestrüpps“. Denn „Strodhe“ ist ein mit niedrigen Sträuchern bewachsenes Gebiet.

Ab sofort erhältlich

392 Seiten stark ist das Buch des Heimatvereins Varel „Die Flurnamen von Varel – Geschichte und Deutung“. Es ist erschienen im Isensee Verlag. Das Werk mit zahlreichen Abbildungen und Karten kostet 32 Euro. Es ist ab sofort im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7308-1507-6).

In dem neuen Buch werden rund 1800 regionale Bezeichnungen erläutert. Diese Flurnamen sind orts-, nutzungs-, lage- oder entwicklungsbezogen entstanden. Angeregt durch einen Pressebericht, wonach jeder Bauer drei bis vier alte Flurnamen, die nur in der Familie weitergegeben wurden, mit in sein Grab nimmt, begann der Heimatverein im Jahre 1998 mit der Flurnamenforschung im Gebiet der ehemaligen Edlen Herrschaft Varel. In mühevoller Kleinarbeit wurde zusammengetragen, bearbeitet und dokumentiert.

Dazu wurden auch alte Ausgaben des „Gemeinnützigen“, Kartenmaterial des Katasteramts und Unterlagen verschiedener Art aus Privatbesitz genutzt. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich im Westen entlang der Bockhorner Grenze bis Spohle. Südlich und östlich ist es von Wapel und Jade begrenzt.

„Diese Arbeit ist ein Versuch, die gefundenen historischen Namen von Ländereien, Gewässern und Wegen, Hügeln, Orten und Ortsteilen, Höfen, Krügen und anderen Gebäuden zu lokalisieren, zu dokumentieren und zu erklären, um sie so vor dem Vergessen zu bewahren“, erläuterte Hans-Georg Buchtmann. Der Vorsitzende des Heimatvereins initiierte das Forschungsprojekt und trug mit über zehn Mitstreitern in 20 Jahren alle Informationen zusammen.

Die betrachteten Namen sind in der Regel älter als 150 Jahre. Einige sind schon in den Landbeschreibungen und Erdbüchern aus der Zeit um 1700 enthalten. Entstanden ist eine Arbeit, die viele Einblicke in die Entwicklung der alten Herrschaft Varel in geologischer, wirtschaftlicher und siedlungsstruktureller Hinsicht über einen langen Zeitraum gewährt. Die Erklärungen werden durch viele Abbildungen und ein umfängliches Kartenmaterial ergänzt.

Während der Buchpräsentation meinte Dirk Heise, Varels Erster Stadtrat: „Es ist ein Juwel in der Schriftenreihe über die Stadt.“ Er dankte all denjenigen, die es in „sensationeller Weise“ zusammengetragen haben. Der Leiter des Katasteramts Detlef Wehrmann sagte: „Für uns ist das ein gutes Nachschlagewerk, denn bei uns gibt es nur Flurnummern.“

Lars Kühne von der Raiffeisen-Volksbank, der dort die Abteilung Bauen und Wohnen leitet, sieht in dem Buch einen praktischen Arbeitswert. Denn: „Bei Grundstückskäufen fragen Kunden manchmal danach.“ Verleger Florian Isensee zeigte sich beeindruckt von der sehr langen Bearbeitungszeit. „Das Autorenteam hat tolle Arbeit geleistet und eine Quelle für Heimatforscher geschaffen“, sagte er.

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