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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Sie werfen kein Lebensmittel weg

16.11.2019

Varel Die Aufgabe klingt simpel: Sämtliches Gemüse wie Paprika, Kohlrabi, Chicorèe oder Pak Choi von einer in die nächste Kiste sortieren. Schlechtes Gemüse wird aussortiert. Marie Osterbrink demonstriert, wie und was man machen soll. Sie ist die Chefin „im Gemüse“ bei der Vareler Tafel. Ein gutes Auge ist hierbei gefragt. Man muss ganz genau schauen, in welchem Zustand sich das Gemüse befindet. Sofern sich im Inneren kein Schimmel gebildet hat, bleibt der Pak Choi, wenn auch mit weniger Blättern, immer noch ein Pak Choi. Nach zwei Stunden ist das früh morgens gelieferte und bereits in der Lagerhalle vorsortierte Gemüse bearbeitet.

Vorbereitung ist alles

Neben dem Raum mit Gemüse gibt es noch einen für Obst und Backwaren. Im nächsten Raum werden Pakete für diejenigen gepackt, die es zeitlich und vor allem gesundheitlich nicht mehr schaffen, die Tafel an der Oldenburger Straße 30 zu besuchen. Es sind kleine Pakete. Darin ist von allem etwas. Sie werden im Laufe des Tages ausgeliefert.

Autor dieses Beitrages ist Nicole Rusniok. Die 18-Jährige absolviert ein Praktikum beim „Gemeinnützigen“ und half bei der Vareler Tafel einen Tag lang in der Ausgabe mit.

Der Transporter der Vareler Tafel fährt von Montag bis Samstag zu Supermärkten in der Umgebung, um Ware abzuholen. Somit muss auch jeden Tag in der Lagerhalle sortiert werden. Die erste Lieferung kam am Morgen gegen 6.30 Uhr. Der Mittwoch bleibt aber der Haupttag, denn dann wird das meiste Gemüse sortiert und alle Lebensmittel werden für die Ausgabe am Nachmittag vorbereitet.

Ausgabe in zwei Gruppen

Die Ausgabe erfolgt in zwei Gruppen. Die eine Gruppe kauft von 14.30 bis 16 Uhr ein und die zweite von 17 bis 18 Uhr. Bevor die Mittagspause beginnt, ist Zeit für ein kleines Gespräch mit meiner Ansprechpartnerin Carola Putzar. Die 70-Jährige kehrte 2012 nach langer Zeit wieder nach Varel zurück. Das Prinzip der Tafel hat sie in ihrem früheren Wohnort bereits kennengelernt. Auch in Varel wollte sie mithelfen. „Bei der Tafel engagiere ich mich seit 2013“, sagt sie stolz.

Wenn die Ausgabe beginnt, stehen in jedem Raum mindestens zwei Mitarbeiter, die ihre Kunden bedienen. Neu im Team ist Georg Kallage. Er ist seit Februar im Ruhestand. Was hat ihn dazu bewegt, ehrenamtlich bei der Vareler Tafel tätig zu werden? „Für mich war es von vornherein klar, dass ich nach meiner Berufskarriere ins Ehrenamt einsteige“, antwortet er. „Ich habe mich also beim Ehrenamtsbüro in Varel gemeldet und habe mir verschiedene Angebote zukommen lassen. So bin ich letztendlich auf die Vareler Tafel gestoßen.“

Nach einer Kontaktaufnahme mit Anita Osterloh hat er seinen ersten Termin bekommen. Mittwoch um 13.10 Uhr, erinnert sich Georg Kallage. Damals war ein Helfer „im Gemüse“ ausgefallen, er half dort aus und es hat ihm gefallen. „Die Arbeit gibt mir eine gewisse Struktur, die im Ruhestand entfällt. Ich kann nicht einfach nur Zuhause herumsitzen, wo ich an jedem Tag meines Lebens immer etwas zu tun hatte.“

Wenn die Gäste kommen, wird zuerst der Tafelausweis kontrolliert, erst im Anschluss beginnt der Einkauf. Die Menschen, die an diesem Mittwoch einkaufen, kommen erst in zwei Wochen wieder. Nächsten Mittwoch ist eine andere große Gruppe an der Reihe. „So herrscht Gerechtigkeit bei der Verteilung und ein Rhythmus, an den sie sich anpassen müssen“, sagt Anita Osterloh.

Von 17 bis 18 Uhr ist wieder viel los „im Gemüse“. Die beiden Mitarbeiter, darunter auch Georg Kallage, achten besonders darauf, dass jeder Kunde gleich viel bekommt und dass es am Ende auch für alle reicht. „Mögen Sie Auberginen? Wollen Sie ein paar Stücke Ingwer? Rote Paprika? Haben Sie das schon einmal probiert?“ Das sind einige Fragen, die die beiden den Kunden, die an der Tür stehen, stellen und packen ihnen das Gemüse in die Tüten.

Alles wird verbraucht

Diesmal wurde, mit Unterstützung von Anita Osterloh, fleißig gezählt. Wir wollen ein Bild davon bekommen, wie viele Personen mit der heutigen Auswahl an Lebensmitteln versorgt werden konnten. Es waren genau 243, die die vermeintlich abgeschriebenen Lebensmittel bekamen.

Nachdem auch der letzte Kunde versorgt ist, sind die Regale fast leer. Aber wo landet eigentlich das, was heute nicht weggekommen ist? „Ein Transporter holt die Ware ab und bringt sie nach Jaderberg zum langen Tisch“, erklärt Georg Kallage. Sollte dort bei der Lebensmittelausgabe an Bedürftige erneut etwas übrig bleiben, wird es an einen Bauern in der Nähe geliefert, der die Lebensmittel dann an seine Tiere verfüttert.

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