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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Dangaster Siel momentan Schwachstelle in Deichlinie

20.10.2018

Varel /Friesische Wehde Das Dangaster Siel (Baujahr 1954) ist momentan die Schwachstelle in der Deichlinie des südlichen Frieslands. „Werden die Vorgaben komplett ausgereizt, wird es etwas überspült“, sagt Jochen Meier von der Unteren Deichbehörde beim Landkreis Friesland. Ausgereizt heißt in diesem Fall: Der Jadebusen steigt bei Sturmflut auf den maximalen Meeresspiegel, hinzu kommt die Wellenhöhe plus ein Sicherheitsmaß.

Derzeit untersucht die Forschungsstelle Küste in Norddeich, wie die Fehlhöhe ausgeglichen werden kann. Dabei gibt es laut Jochen Meier zwei Alternativen. 1.: „Wir können das Siel verstärken, sprich das Siel erhöhen.“ Und 2.: „Wir erhöhen die vorhandenen Höftdeiche am Dangaster Hafen. Dadurch würde der Wellenauflauf gebrochen.“ So oder so: Es besteht Handlungsbedarf.

Denn die Deiche in Friesland sind langfristig gesehen zu niedrig. „Unterbestick“ nennen das die Fachleute, wenn die vorgeschriebenen Deichhöhen nicht erreicht werden. Zurzeit sind die Deiche am Schöpfwerk Jade/Wapelersiel etwa 7,4 Meter hoch – um im Soll zu sein, fehlt ihnen ein Meter. Das hat bereits eine Höhenermittlung von Anfang 2000 ergeben.

Die Arbeiten an den westlichen Sielzügen konnten bereits im Vorjahr beendet werden. Die Pumpenausläufe sind im kommenden Jahr an der Reihe. „Da sind wir im Zeitplan“, sagt Burchard Wulff, Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes. Insgesamt beträgt die Höhe der Investition am Mündungsschöpfwerk 30 Millionen Euro. Wenn hier die Arbeiten voraussichtlich 2020 abgeschlossen sind, werden wieder Ressourcen frei, die dann für den Deichbau verwendet werden können.

Dann soll der komplette Deichabschnitt bis zum Geestrücken in Dangast erhöht werden. Das sind insgesamt 9,5 Kilometer. Bis zum Beginn der Baumaßnahmen wird durch die Forschungsstelle Küste wiederum nach den neuesten Erkenntnissen ermittelt, wie hoch dieser werden muss.

Zuletzt gab es 2015 eine Höhenermittlung. Diese habe ergeben: „Bis auf zwei kleine Bereiche liegen wir derzeit im Bestick“, sagt Jochen Meier. Der Deich weise in Dangast „zwei Dellen“ auf, an denen der Deich 28 Zentimeter erhöht werden müsse, um die vorgegebene Höhe zu erreichen.

Fluthöhe markiert

Am Dangaster Siel stehen so genannte Flutsteine, die die jeweiligen Fluthöhen der Stürme von 1717, 1825, 1855, 1906 und 1962 markieren. 1717 lief das Wasser an dieser Stelle auf 4,90 Meter über Normalnull (NN) auf. Am 1. November 2006 erreichte die Flut mit 5,33 Meter über Normalnull einen neuen Höchststand.

Die Kosten dafür sind enorm. Denn wird der Deich erhöht, wird er automatisch auch breiter. „Wächst er einen Meter in die Höhe, bedeutet das, dass der Deich neun Meter in die Breite geht“, rechnet Jochen Meier vor. Die Deichneigung habe dabei zur Seeseite das Maß 1:6, binnenseitig 1:3. Gebaut wird mit Kleiboden. Zum Vergleich: Für den Deich im nördlichen Friesland bei Elisabethgroden wurden auf 20 Kilometern über 1,5 Millionen Kubikmeter verbaut.

Muss auch der Kern noch saniert werden, kommen pro Kilometer bis zu fünf Millionen Euro an Kosten auf die Deichbauer zu. Das war beispielsweise bei der Deicherhöhung zum Jadebusen im Nachbarkreis Wesermarsch der Fall. „Im Schnitt liegen die Kosten bei drei Millionen Euro pro Kilometer“, sagt Meier. Was allerdings auch noch dazu kommt: Die Schleuse am Vareler Hafen und das Vareler Siel müssen angepasst werden.

Im Bereich des III. Oldenburgischen Deichbandes vom Dangaster Siel bis zur Kreisgrenze Wilhelmshaven, also auch in den Gebieten der Gemeinden Bockhorn und Zetel, entspreche der Bestick den aktuellen Vorgaben. „Auf Friesländer Gebiet gibt es keine Probleme“, sagt Jochen Meier. Nur auf Wilhelmshavener Gebiet gebe es noch einen 200 Meter langen Abschnitt mit etwa 20 Zentimetern Unterbestick. „Das wird vom III. Deichband aber bereits beplant und wird bald angegangen“, weiß Meier. Kleinere Maßnahmen werden ohnehin zügig erledigt. Jochen Meier: „Zur Reparatur gibt es auch kurzfristig Gelder.“

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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