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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

So steht es um Varels Innenstadt

17.08.2018

Varel Wie steht es um Varels Innenstadt? Zumindest die Daten der städtischen Wirtschaftsförderung sagen: Es gibt noch Luft nach oben, aber es könnte auch erheblich schlimmer sein. Demnach hat Varels Innenstadt eine Leerstandsquote von 13,66 Prozent. Heißt in absoluten Zahlen: Von 183 Geschäften stehen 25 leer. Die Zahlen wurden erst diesen Monat erhoben. Zum Vergleich: Im August 2014 lag die Quote noch bei 16,2 Prozent, zwischendurch (August 2016) war sie allerdings auch schon unter der 10-Prozent-Grenze.

„Für Kleinstädte werden in der Fachliteratur unterschiedliche Durchschnittswerte von Leerstandsquoten beschrieben, die je nach Quelle 10 bis 13 Prozent betragen“, erklärt Damian Folkers-Ratajski von der Wirtschaftsförderung. Demnach kratzt die Vareler City am oberen Rand des Durchschnitts.

So wird der Leerstand erhoben

Zum Erhebungsbereich gehören (in Klammern die Hausnummern) die Bürgermeister-Heidenreich-Straße (2), City-Passage (1-8), Drostenstraße (1-11), Haferkampstraße (1-9), Hindenburgstraße (2-17), Kleine Straße (1-7), Marktplatz (1-8), Nebbsallee (1-19), Neue Straße (1-18), Neumarktplatz (1-7), Neumarktstraße (1-17), Neumühlenstraße (1-11), Obernstraße (1-24), Schlossplatz (2-16), Schlossstraße (2-13) und die Rathausstraße.

Die Zahlen werden alle zwei bis drei Monate von der städtischen Wirtschaftsförderung erhoben. Die letzte Zählung war in diesem Monat. Demnach standen von 183 Geschäften 25 leer (13,66 Prozent). Die absoluten Zahlen können wegen Umbaumaßnahmen aber stark schwanken. Die freie Verkaufsfläche in Quadratmetern wird nicht erhoben.

Mit der Leerstandsliste versucht die städtische Wirtschaftsförderung Räume für unterschiedliche Vorhaben zu vermitteln und leitet Immobilienanfragen an Eigentümer und Makler weiter.

Die Erhebung findet alle zwei bis drei Monate statt, hat allerdings ihre Schwächen: Erhoben wird lediglich die Zahl der Leerstände. Wie viel Quadratmeter Verkaufsfläche frei sind, wird dagegen nicht erfasst.

Bei der Wirtschaftsförderung ist man sich um die Bedeutung der Innenstadt bewusst: „Für Varels Wirtschaft ist die Innenstadt als weicher Standortfaktor enorm wichtig“, sagt Damian Folkers-Ratajski. Fachkräfte, die in die Region ziehen, erwarteten schließlich eine innerstädtische Versorgung. Laut Folkers-Ratajski gebe Varels City das auch her: Man finde hier einen „abwechslungsreichen Geschäftsbesatz“ mit Gastronomie und Veranstaltungen und eine Mischung aus Ketten und inhabergeführten Geschäften, die einen „ganz individuellen Charme“ böten.

Das hört sich ganz gut an, laut Jan König, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Nordwest, stehen Mittelzentren wie Varel aber vor erheblichen Herausforderungen: „Die Mittelzentren werden zwischen dem Erlebniseinkauf in den größeren Städten und der Nahversorgung auf der grünen Wiese zerrieben“, sagt er.

Gerade Varel mit seiner Lage zwischen Oldenburg, Wilhelmshaven und Bremen habe jungen Menschen nicht viel zu bieten. „Es geht immer darum, Menschen in die Städte zu holen – und da hat es Varel schwer.“ Die Situation mache den Einzelhändlern durchaus Sorgen. Als erstes verliere man meist die inhabergeführten Geschäfte, was danach komme, sei in der Regel nichts Neues, sondern Ketten wie Tedi oder Kik.

Dass in manchen Stadthäusern neue Wohnungen entstehen – wie etwa im alten Mantel-Reuter-Gebäude am Schlossplatz – sei grundsätzlich zu begrüßen. „Es ist gut, dass sowas passiert, weil so Menschen in die Stadt kommen“, sagt Jan König.

Ein weiteres Problem für die Kaufleute in den Innenstädten ist der Online-Handel. Kleidung und Elektronik etwa, die typisch für das Angebot in den Innenstädten sind, gibt es auch im Internet. Das macht dem stationären Handel zu schaffen. Der Online-Handel finde bei vielen städtischen Einzelhandelsentwicklungskonzepten noch überhaupt keine Beachtung.

In Varel hat man indes insofern auf die Konkurrenz aus dem Internet reagiert, indem man die Website kaufhaus-varel.de ins Leben gerufen hat. Dort kann man sich auch online einen Überblick über das Angebot in der Innenstadt verschaffen und direkt in den Online-Shops einkaufen, die dort verlinkt sind.

Je nachdem, wie sich die Innenstädte entwickeln, müsse man auch über eine Verkleinerung der Innenstädte nachdenken, so König. In Varel sei es aber noch lange nicht soweit.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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