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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Löffler werden im Wattenmeer heimisch

05.09.2019

Varel Über einen „ganz besonderen Erfolg“ freut sich die staatliche Vogelschutzwarte im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN): „Im 24. Jahr, nachdem sich der Löffler in Deutschland angesiedelt hat, hat der Bestand erstmals die Schallmauer von 1000 Brutpaaren durchbrochen“, berichtet Dr. Markus Nipkow, Leiter der staatlichen Vogelschutzwarte im NLWKN.

Die Staatliche Vogelschutzwarte ist in Niedersachsen für das Vogelmonitoring zuständig und koordiniert die Erfassungen an der Küste in enger Kooperation mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Gemeinsam mit den schleswig-holsteinischen Kollegen der dortigen Nationalparkverwaltung sowie der Schutzstation Wattenmeer wurden in der Saison 2018 1 023 Brutpaare erfasst.

Alle in Deutschland brütenden Löffler siedeln auf Inseln im „Nationalpark Wattenmeer“, der zugleich Europäisches Vogelschutzgebiet ist. Dort werden großräumig störungsfreie Räume vorgehalten, die die am Brutplatz scheuen Großvögel benötigen und deren Einrichtung die positive Bestandszunahme und die anhaltende Arealerweiterung erst möglich gemacht haben. „Die Entwicklung beim Löffler ist eine absolute Erfolgsstory, die zeigt, dass wir solche großen Gebiete mit strengem Schutzregime unbedingt brauchen“, sagt der Biologe Dr. Dietrich Frank aus Schortens, der im Auftrag des NLWKN die Löffler in Niedersachsen zählt.

Die Bestandsüberwachung der weißen Vögel aus der Familie der Ibisse ist dabei keine einfache Übung, so Nipkow, in Niedersachsen werden die Vögel nach zuvor erfolgtem Abgleich mit örtlichen Beobachtungen des NLWKN vom Flugzeug aus gezählt.

Aus der Vogelperspektive lassen sich die Kolonien der Art am besten überblicken und die Vögel werden nicht durch eine Zählung vom Boden aus gestört.

Derzeit wertet Frank die Zahlen aus diesem Jahr aus: „Es ist davon auszugehen, dass sich der positive Trend weiter fortsetzt.“ Dies ist seiner Ansicht nach Grund zur Freude und Ausrufungszeichen zugleich: „Zwei Drittel der in Deutschland brütenden Löffler sind Niedersachsen, wir haben daher eine besondere Verantwortung für den Schutz der Art.“

Ursprünglich ist der Löffler eine in Österreich, Ungarn sowie in Spanien vorkommende Vogelart, die in den 1950er Jahren die Niederlande besiedelte, und dort im Bestand stark zunahm. 1995 schaffte der Löffler den Sprung nach Deutschland, indem er erstmals auf Memmert brütete. Fünf Jahre später, in Niedersachsen gab es bereits 64 Brutpaare auf fünf Ostfriesischen Inseln, gelang die erste Brut im schleswig-holsteinischen Wattenmeer auf Hallig Oland.

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