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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Gewerkschaft: Kampf um Arbeitsplätze beginnt

19.06.2020

Varel /Nordenham Die IG Metall bereitet sich auf einen heißen Herbst vor. Die Gewerkschafter befürchten, dass viele Betriebe die Corona-Krise als Deckmantel für Entlassungen und Standortschließungen missbrauchen wollen. Dafür gibt es nach Einschätzung des IG-Metall-Bezirksleiters Daniel Friedrich eindeutige Signale. „Wir können es nicht zulassen, dass die Arbeitgeber die Krise für Sparmaßnahmen nutzen, die ohnehin geplant waren“, sagt er.

Mit verschiedenen Aktionen will die IG Metall in den nächsten Wochen und Monaten gegensteuern. „Sonst droht eine beschäftigungspolitische Katastrophe“, betont Daniel Friedrich.

In Varel droht das vor allem den Beschäftigten von Thyssen-Krupp-Aerospace. Nach dem Vertragsende mit dem Flugzeugzulieferer Premium Aerotec zum 31. März 2021 sollen 229 Jobs gestrichen werden. Protestaktionen gab es bereits, auch einen Runden Tisch mit den Unternehmensführungen, Politikern und Gewerkschaftsvertretern. „Da bewegt sich nichts“, sagte Friedrich über den aktuellen Stand – auch weil wegen der Corona-Krise die Verhandlungen ins Stocken geraten sind.

Der Widerstand gegen Stellenabbau und Werksschließungen mit dem Corona-Stempel wächst indes. Gewerkschafter und Betriebsräte planen eine Aktionswoche vom 22. bis zum 26. Juni für den gesamten Bezirk der IG-Metall- Küste. Sie findet vor den Werkstoren von rund 120 Betrieben statt; darunter auch in Friesland. Zusätzlich sind öffentliche Veranstaltungen vorgesehen. Das Motto lautet: „Wenn wir zusammenhalten, ist alles möglich.“

Die Vertreter der IG Metall führen den bei Airbus und Premium Aerotec (PAG) zur Diskussion stehenden Personalabbau im großen Stil als Beispiel an. Auch im Vareler PAG-Werk sind Jobs gefährdet. „Die Verunsicherung bei den Mitarbeitern ist groß“, betonte Gesamtbetriebsrat Thomas Busch aus Varel: „Ich spüre das deutlich, dass die Situation für viele schwer zu ertragen ist.“ Leiharbeiter mussten in Varel sowie dem Werk Nordenham bereits von Bord gehen.

Anstatt Stellen zu streichen und damit nachhaltigen Schaden anzurichten, sollte der Luftfahrtkonzern so lange wie möglich das Instrument der Kurzarbeit nutzen. „Damit können wir Zeit gewinnen“, sagt Daniel Friedrich. Er fordert die Politik auf, die gesetzliche Höchstdauer der Kurzarbeit von 12 auf 24 Monate zu verlängern.

Darüber hinaus verweisen die Gewerkschafter auf verschiedene tarifvertragliche Instrumente, mit denen der sinkenden Auslastung der Betriebe begegnet werden könne. Dazu zähle unter anderem der Abbau von Arbeitszeitkonten. Eindringlich warnte Daniel Friedrich die Arbeitgeber vor einem Angriff auf tarifliche Standards und Arbeitsplätze. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass es später bei einem Wiederanfahren der Produktion schwierig werden würde, die dann benötigten Fachkräfte zu finden. Der Erhalt der Jobs habe für die IG Metall absoluten Vorrang, machte er deutlich.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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