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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ambulanter Pflegedienst schließt seine Türen

14.09.2019

Varel Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen stellt zum Ende dieses Monats den Teilbereich des ambulanten Pflegedienstes im Kreisverband Friesland in Varel ein. „Mit großem Bedauern müssen wir den Pflegedienst in Varel schließen“, erklärt Rainer Flinks, Vorstand Wirtschaft und Finanzen des Paritätischen Niedersachsen. „Die Rahmenbedingungen lassen die Fortführung nicht zu.“ Auch die zuletzt auf den Weg gebrachten Maßnahmen zur Gewinnung neuer Kunden, wie durch Anzeigen, um den Dienst stärker zu bewerben, brachten nicht den erwünschten Erfolg. Die sechs Mitarbeiter und 40 Kunden des Dienstes wurden informiert.

Der Pflegedienst in Varel bestand seit 1978. Die Einführung der Pflegeversicherung 1994, die damit verbundene Konkurrenz durch eine vielfältige Trägerlandschaft und die unzureichende Vergütung führten zu sinkenden Zahlen des Pflegedienstes, der seit 2015 schließlich defizitär war. „Wir haben versucht, es so lange aufzufangen, wie es geht“, sagt Sprecherin Anika Falke. „Die Hoffnung, den Pflegedienst wieder zu stabilisieren, hat sich aufgrund der Situation vor Ort leider nicht erfüllt“, erklärt Wolf Kulawik, Geschäftsführer des Paritätischen Kreisverbands in Friesland. Die große Konkurrenz durch bestehende Anbieter vor Ort, die hohen Kosten durch geringe Auslastung sowie die fehlenden Fachkräfte haben das erhoffte Wiedererstarken des Pflegedienstes verhindert.

Pflegedienste können nur dann wirtschaftlich arbeiten, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben. Kleinere Pflegedienste – dazu gehört das Angebot in Varel – leiden unter Dokumentationspflichten und Bürokratie. „Für jeden Menschen den man betreut, hat man ein gewisses Zeitkontingent. Das ist nicht anders machbar“, sagt Falke. „Wenn sehr viel Zeit dafür aufgewendet wird, um die Akten zu vervollständigen, alles noch mal zu protokollieren, geht natürlich sehr viel Zeit verloren.“ Dadurch bleiben Menschlichkeit und Zuwendung auf der Strecke, erläutert Flinks. „Und die unzureichende Vergütung durch die Pflegekassen lässt unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowieso nur geringe Spielräume.“

Nachdem die Mitarbeiter über die Schließung informiert wurden, werden ihnen Möglichkeiten zur Fortführung ihrer Pflege bei anderen Anbietern in Varel vorgestellt. „Unser oberstes Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“, sagt Flinks. Auch die fast 40 Kunden werden nicht im Stich gelassen. „Sie werden von unseren Mitarbeitern noch einmal besucht und an andere Anbieter vor Ort vermittelt“, sagt Falke.

Die weiteren sozialen Dienstleistungsangebote des Paritätischen Friesland sind von der Schließung nicht betroffen.

Soeke Heykes Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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