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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Vareler trauten den Dänen nicht

12.12.2009

VAREL Wallreste südlich des Vareler Hafens erinnern noch heute an die Stadt und Festung Christiansburg, mit deren Bau 1681 begonnen worden war, und die 1694 bereits wieder aufgegeben wurde. Benannt wurde sie nach ihrem Erbauer, dem dänischen König Christian V.

Nach dem Tod des Oldenburger Grafen Anton Günther in der Mitte des 17. Jahrhunderts hatte dieser die Grafschaft Oldenburg seinem Verwandten, dem König von Dänemark, vermacht. Seinem illegitimen Sohn, dem späteren Grafen Anton I. von Aldenburg, übertrug er unter anderem die Herrschaft Varel, die somit aus der Grafschaft Oldenburg herausgelöst war. Der dänische König erkannte diese Regelung nicht an und baute die Festungsstadt vor den Toren Varels mit dem Ziel, die Stadt zu schwächen und dänische Herrschaftsansprüche abzusichern.

Die Christiansburg mit einem Durchmesser von etwa 1200 Metern wurde als sternförmige Stadtanlage mit Hafen, Wallgräben, Kirche, Gerichtsgebäude, Wohnhäusern, Handwerksbetrieben und Kasernenblöcken konzipiert. Der vorhandene Sielzug wurde durch die Festung geführt und dort zu einem auch bei Ebbe wasserführenden Hafen erweitert.

Mit vielen Privilegien wie Steuer- und Glaubensfreiheit versuchte der dänische König, Händler, Handwerker etc. dazu zu bewegen, in die Christiansburg zu ziehen. Die Bereitschaft der Vareler umzusiedeln, war jedoch gering. Sie waren misstrauisch und blieben lieber in ihrer Stadt. Hinzu kam, dass die Wasserführung der Festung ungeeignet war. Durch Ebbe und Flut sowie den Abfluss der beiden Leken, die durch den Hafen führten, verschlickten Hafen, Wallgräben und Fahrrinne.

Als 1693 eine Einigung zwischen dem dänischen König und den Aldenburgern erzielt werden konnte, wonach die Aldenburger die Verwaltung über Varel wieder übernahmen, war einer der Hauptgründe für den Bau der Christiansburg ausgeräumt.

1694, 13 Jahre nach Baubeginn, wurden sämtliche Bauten unter der Auflage versteigert, sie abzureißen. Bis 1696 waren alle Gebäude abgebrochen und die Gräben verfüllt. Südlich der Straße am Hafen sind noch einige Wallreste der Südbastion der Christiansburg erhalten.

Spezial unter www.NWZonline.de/varel-lexikon

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