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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Vierzylinder mit 18 PS der Hansa-Verkaufsschlager

03.03.2010

VAREL Hansa ist mit Varel fest verbunden. Hansa ist der Name der Automobilwerke gewesen, die von 1905 bis 1930 in Varel bestanden hat.

Die Firmengründung war die außergewöhnliche Tat von zwei automobilbegeisterten Männern: Zeitungsverleger Dr. Robert Allmers und Ingenieur August Sporkhorst aus Varel hatten mit der Konstruktion eines eigenen Wagens begonnen, der auf einem dazuerworbenen Grundstück bei der Druckerei Allmers in Varel montiert wurde. Am 1. Dezember 1905 wurden die Hansa-Automobilwerke gegründet.

Sporkhorst und Allmers verwendeten für ihre Hansa-Wagen zunächst Motoren von anderen Herstellern. Und ihr Einzylinder-Wagen hatte bei den Kunden einen guten Ruf. Auch Großherzog Friedrich August ließ den Fabrikanten sein Wohlwollen ausrichten. Später wurde er guter Kunde und zeitweise Teilhaber an dem Unternehmen.

Die Fabrik prosperierte. Schon 1907 wurde ein neues vierstöckiges Fabrikgebäude in der Nähe des Vareler Bahnhofs errichtet. Es besteht noch heute und wird zu einem Teil von der Metallgießerei Speith genutzt, der andere Teil ist in Privatbesitz – leider ist dieser Teil des Industriedenkmals vom Verfall bedroht.

Die Hansa-Automobilwerke wurden bald Varels größter Arbeitgeber. Und für die Arbeiter der Fabrik wurde ab 1910 gar der Bau von 100 kleinen Eigenheimen in der Koppenstraße initiiert, die heute noch existieren. Für die Automobilbesitzer bot die Fabrik Fahrkurse an, schließlich konnte nicht jeder Besitzer einen eigenen Chauffeur unterhalten.

Verkaufsschlager der Hansa wurde ein leichter Vierzylinder-Wagen mit 18 PS. In geringer Stückzahl wurden die schweren Wagen gebaut, wie sie Großherzog Friedrich August angeregt hatte. Bis zum Krieg hatte die Fabrik rund 3500 Fahrzeuge produziert, während des Ersten Weltkriegs noch einmal 1500.

1914 fusionierte die Hansa mit der Norddeutschen Automobil- und Motoren-Aktiengesellschaft in Bremen zur Hansa-Lloyd, eine Verbindung, die nach dem Krieg entflochten wurde. Die Hansa-Werke in Varel, aber auch der Standort Bremen (der unter dem Namen Hansa-Lloyd-Werke firmierte und überwiegend Nutzfahrzeuge herstellte), gerieten in den 20er-Jahren mehrfach in finanzielle Schwierigkeiten. 1929 kauften dann die Automobilfabrikanten Borgward und Tecklenborg die Hansa-Werke und die Hansa-Lloyd-Werke in Bremen.

Sie fusionierten die Unternehmen, schlossen aber 1930 den Standort Varel, um fortan nur noch in Bremen die Personenwagen und Nutzfahrzeuge zu bauen. Später, nach Tecklenborgs Ausscheiden, geschah das unter dem Namen Borgward. Allmers, der 1951 auf seiner Burg Thurant an der Mosel starb, engagierte sich im Verband der Automobilproduzenten, Sporkhorst starb 1939. 1921 hatte er von der TU Aachen den Ehrendoktortitel für seine konstruktiven Leistungen erhalten. Als Typenbezeichnung, darauf sind die Vareler stolz, bestand der Name „Hansa” bei Borgward-Pkw bis in die 50er-Jahre fort.

Wer Interesse an Hansa-Automobilen hat, wird in Varel fündig. Der Heimatverein hat seine beiden Hansa-Wagen in der Remise der Vareler Mühle ausgestellt. Eines der beiden Fahrzeuge, ein Hansa P8 aus dem Jahr 1924, ist sogar fahrfähig. Das andere, ein L 6 von 1919, war einst als Taxi zugelassen.

Alle Beiträge unter www.NWZonline.de/varel-lexikon

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