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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Von Fischerhütten und Muschelmühlen

23.07.2011

VAREL Schon von weitem ist er an seinem blau-weiß gestreiften Fischerhemd zu erkennen: der Hafenbuttjer Gerold Lühken. „Hafenbuttjer wurden früher in Varel alle die genannt, die nördlich der Eisenbahnbrücke wohnten“, berichtet Lühken. Unter dem Motto „Der Vareler Hafen im Wandel der Zeit“ erzählt er auf einer Hafenführung Interessantes rund um dessen Geschichte und Entwicklung. Aber auch Döntjes aus seinem eigenen Leben dürfen nicht fehlen. Schließlich stammt er aus einer alten Fischerfamilie und weiß somit einiges zu erzählen.

Treffpunkt ist vor dem Spijöök „up güntsiet“, also der anderen Seite. Damit ist gemeint, dass das Hafenbecken nur auf einer Seite eine feste Spundwand hat, vor dem Spijöök im Kohlhofsweg hingegen ist die Seite lediglich angeschrägt.

Zunächst bekommt man Geschichtliches zu hören. Die Entwicklung von einer bloßen Schiffsanlegestelle im 16. Jahrhundert zu einem bedeutsamen Industrie- und Handelshafen Mitte des 19. Jahrhunderts hören viele sicherlich zum ersten Mal. Anhand von altem Bildmaterial zeigt der Hafenbuttjer die zwei damals am Hafen angesiedelten Ziegeleien. Auch Zwischenfragen wie nach der Herstellung von Ziegeln werden gerne von Gerold Lühken beantwortet.

Der Weg führt weiter entlang des ehemaligen Ziegeleigeländes in Richtung Schleuse. Ein kleiner Halt mit wunderschöner Aussicht auf das Hafenbecken ermöglicht einen guten Überblick. Auf Luftbildaufnahmen von früher zeigt Lühken „Hier sind wir jetzt gerade.“

Mit Abendsonne im Rücken und Meerduft in der Nase geht es nun zwischen Getreidefeld und Hafenbecken Richtung Schleuse. Lühken macht auf das durch den Bau einer ersten Schleuse vor rund 160 Jahren entstandene und bis heute aktuelle Problem der Verschlickung des Hafenbeckens aufmerksam.

Oben auf der seit 1977 bestehenden Wilhelm-Kamman-Schleuse angekommen, kann der Schleusenwärter spontan noch ein paar Übersichtskarten beisteuern. Die klare Sicht über die Umgebung bis ganz nach Wilhelmshaven begeistert schließlich vollends.

Zurück geht es vorbei an einer alten Scheinwerferbatterie aus dem zweiten Weltkrieg, heute Wohngebäude mit Ferienunterkünften und den Anlegestellen des Wassersportvereins. Auf dem Hafengelände wird bei einer Schautafel vor einem alten Fischerhaus noch eine Pause eingelegt. „Hier hatten wir auch ’ne Darre hinten“, erzählt Lühken. „Damit wurden früher die Krabben getrocknet. Der Geruch war nicht besonders schön, aber wir haben immer gesagt ,Das stinkt nicht, das riecht nach Geld’, bemerkt er. Ein alter Zeitungsartikel über den Fang eines riesigen Störs von 1956 zeigt sogar den Hafenbuttjer als kleinen Jungen.

Über alte Gleise der Hafenlinie, vorbei an dem Ort, an dem früher einmal eine Muschelmühle stand, und der Wiese, auf der einst die Christiansburg angesiedelt war, neigt sich der Rundgang seinem Ende. Nach etwa zwei Stunden und dreieinhalb Kilometern Wegstrecke gibt es Applaus für den aufschlussreichen und sehr informativen Vortrag von Hafenbuttjer Gerold Lühken.

Die nächste Hafenführung findet am 4. August um 15 Uhr statt. Sie wird organisiert von der Kurverwaltung Dangast. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Treffpunkt ist vor dem Spijöök.

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