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Interview: Vorteile einer Fusion müssten eindeutig aufgezeigt werden

23.01.2013
Frage: Ist ein Zusammenschluss des Landkreises Wesermarsch mit Friesland und Wilhelmshaven vorstellbar?

Höbrink: Ein engerer Zusammenschluss mit dem Landkreis Friesland und der Stadt Wilhelmshaven wäre aus meiner Sicht nur dann vorstellbar, wenn die Vorteile eindeutig aufgezeigt werden können. In den vergangenen Jahren haben wir bereits gezeigt, dass durch Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen ein Mehrwert erzielt werden kann. Beste Beispiele dafür sind das Veterinäramt sowie die Wirtschaftsfördereinrichtung „JadeBay“. Beide Kooperationen der Landkreise Wesermarsch, Friesland und Wittmund sowie der Stadt Wilhelmshaven beweisen, dass diese Art der Zusammenarbeit nicht nur wirtschaftlich vernünftig, sondern auch hoch effizient ist. Derzeit wird geprüft, ob und inwieweit andere Sachgebiete für Kooperationen in Betracht kommen.

Frage: Könnte aus Zusammenarbeit auch der Zusammenschluss folgen?

Höbrink: Meines Erachtens ist dafür nicht zwingend ein Zusammenschluss im Sinne einer Gebietsreform notwendig. Ich kann mir insbesondere nicht vorstellen, dass eine Diskussion über eine „Zerlegung“ der Wesermarsch auf fruchtbaren Boden stoßen würde. Vielmehr sollte die Wesermarsch gleichberechtigter Partner bleiben. Ob unter dieser Voraussetzung ein Zusammenschluss Sinn macht, sollte ergebnisoffen diskutiert werden.

Frage: Ist Fusion auch in der Wesermarsch Thema?

Höbrink: Natürlich gibt es seit Veröffentlichung des ersten Hesse-Gutachtens, das sich mit einer möglichen Neugliederung der Landkreise beschäftigt, Diskussionen im Landkreis Wesermarsch. Allerdings wird zu Recht danach gefragt, welche konkreten Vorteile in einer Fusion zu erkennen sind. Allein die Formel „größer gleich besser“ überzeugt nicht. An dieser Stelle muss erhebliche Überzeugungsarbeit geleistet werden. Es müsste herausgearbeitet werden, welche finanzwirtschaftlichen Folgen eine Fusion hätte und wie Nachteile – etwa weniger Bürgernähe – kompensiert würden. Erst nach einer sorgfältigen Abwägung beider Seiten sollte man zu einer Veränderung des Status quo kommen.

Frage: Für welche Bereiche würde sich engere Zusammenarbeit anbieten?

Höbrink: Ich könnte mir eine engere Zusammenarbeit über die Kreisgrenzen hinaus im Bereich des Rettungsdienstes, der Krankenhaus-Versorgung und bei der medizinischen Versorgung insgesamt vorstellen. Gerade in diesen Bereichen machen Landkreis-Grenzen keinen wirklichen Sinn und sind bei der Gestaltung eher hinderlich.

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Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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