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NWZonline.de Region

Walzen drehen wieder perfekt

17.02.2016

Jever Er läuft: Die Freiwilligen Müller der Schlachtmühle Jever haben den Walzenstuhl in Betrieb genommen. Nun brummt er im ersten Stock des Galerieholländers am Hooksweg sanft vor sich hin und mahlt Schrot zu feinem Mehl.

„Damit können wir demnächst einen kompletten Mahlvorgang vorführen“, freut sich Windmüller Edzard de Buhr: Künftig wird das Korn per Elevator – ein Becheraufzug am Band – ganz nach oben in den ersten Mahlgang transportiert, dort mit Windkraft zwischen Mühlsteinen zu Schrot gemahlen und dann im Walzenstuhl weiter ausgemahlen. Wenn dann erst der so genannte Sichter, ein großes Sieb, ebenfalls saniert und in Betrieb genommen ist, rieselt am Ende des Arbeitsvorgang feinstes weißes Mehl in die Säcke.

Nur als Futter geeignet

Auch den Peldegang zum Schälen von Gerste, Dinkel und Hafer haben die Windmüller so weit, dass nun ein Mühlenbauer letzte Hand anlegen kann. Dann sollte auch diese Maschine wieder laufen. „Leider sind unser Mehl und Schrot nicht für den Verzehr geeignet – nur als Hühnerfutter“, bedauert Windmüller Holger Krahe: Da die Holzleitungen in der Mühle uralt sind, gibt es ein Hygiene-Problem.

Den Walzenstuhl hatten die Windmüller vor knapp einem Jahr aus dem Freilichtmuseum „Hessenpark“ abgeholt. „Der war Schrott“, erinnert sich Krahe. Die Müller haben die Maschine komplett zerlegt, alle Teile gereinigt und aufgearbeitet und am Ende direkt auf dem Boden wieder aufgebaut. Auch Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen Jever haben dabei mitgeholfen (die NWZ  berichtete).

1,2 Tonnen schwer

Im Walzenstuhl wird Korn durch zwei gegeneinander drehende schwere Walzen aufgebrochen und zerkleinert – heute die gängige Methode in Industriemühlen. Der Walzenstuhl der Schlachtmühle stammt von der Firma Seck in Dresden und wurde 1900 gebaut. Die 1,2 Tonnen schwere Maschine haben die Müller auf ein stabiles Holzfundament gesetzt – so läuft sie ruhig und vibriert kaum.

Angetrieben wird der Walzenstuhl per Elektromotor über Treibriemen. Da an der Antriebswelle noch Platz ist, soll irgendwann dann auch der Sichter noch angehängt werden, berichtet Krahe.

Geplant ist, in den kommenden Jahren auch die Aspiration und den Trieur wieder instandzusetzen. Die Aspiration ist ein Staubfiltersystem, das den Mehlstaub aus den Maschinen absaugt. Der Trieur ist ein Siebsystem, das Korn vor dem Mahlen nach Größe und Umfang ausliest – so wird zum Beispiel giftiges Mutterkorn ausgesiebt.

Bei der Aufarbeitung des Walzenstuhls geholfen hat auch eine Spende über 2000 Euro, die Unternehmer Harro Bargen und Tobias Kock, stellvertretender Obi-Marktleiter, am Dienstag offiziell übergaben.

Mit dem Geld konnten zudem die Anschlüsse für die Küche in der Mühlenscheune bezahlt werden. „In Zukunft können wir hier unseren eigenen Kaffee kochen“, freut sich Edzard de Buhr. Und im Garten hinter der Mühle wurde ein Weg gepflastert. Dort soll zur Saisoneröffnung am 20. März eine Pflanzaktion stattfinden: Im Garten entsteht eine Streuobstwiese. Außerdem suchen die Freiwilligen Windmüller nach einem Imker, der dort Bienenkörbe aufstellen will.

Und wenn das alles geschafft ist, wird es auch in diesem Jahr Aktionen für Schulklassen geben. Holzbearbeitung soll das Thema sein – und als erstes werden Nistkästen gebaut.

Natürlich hoffen die Schlachtmüller bereits darauf, dass der Stadtrat am 25. Februar Ja sagt zur Aufnahme der Mühle ins Sanierungsprogramm: Wie berichtet, soll die neue Galerie mit Hilfe der Städtebauförderung finanziert werden.

Die Galerie hatte im Herbst 2014 abgerissen werden müssen, weil die Auflagefläche und der Innenteil instabil waren. Seitdem müssen die Ehrenamtlichen ohne sie auskommen – das bedeutet, dass die Mühle steht, weil die Windmüller ohne Galerie weder an die Bremse noch an die Segel gelangen.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/friesland 
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Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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