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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Nach 23 Jahren ist dieser Deich endlich fertig

30.08.2018

Wangerland Das Projekt beschäftigte den III. Oldenburgischen Deichband genau 23 Jahre: Doch nun sind Erhöhung und Verstärkung des Elisabethgrodendeichs zwischen Schillig und Harlesiel abgeschlossen. Als letzte Maßnahme war das Bau-Camp zum Küstenschutzcamp ausgebaut und der Deich mit Infotafeln ausgestattet worden.

Den Abschluss des Deichbaus und die Eröffnung des Küstenschutzcamps feiert der III. Oldenburgische Deichband um Verbandsvorsteher Eilt-Onno Garlichs am 7. September. Zu Gast ist Umweltminister Olaf Lies. Dann wird erstmals die Deichbau-Ausstellung zu sehen sein und die Skulptur „Woge retour“ von Uta Grams aus Bassens wird enthüllt.

Deichbau in Zahlen

Eingesetzte Baustoffe:
 Kleiboden: insgesamt 1,8 Mio. Kubikmeter, davon 1,3 Mio. Kubikmeter Kleientnahme in Hohenkirchen, 0,4 Mio. Kubikmeter Kleientnahme Deichvorland, 0,1 Mio Kubikmeter von anderswo.
 Deichsicherungswege/Teekräumwege: insgesamt 27 Kilometer – dafür wurden 16 600 Kubikmeter Beton verbaut

Finanzierung:
 56 Mio. Euro Gesamtkosten
 davon Gemeinschaftsaufgabe (GA: 30 % Land, 70 % Bund) 50 Mio. Euro
 EU-Mittel 6 Mio. Euro

Planung: NLWKN – Betriebsstelle Brake-Oldenburg, Dienstgebäude Wilhelmshaven Bauherr: III. Oldenburgischer Deichband

Die ersten Planungen für den Ausbau des zwölf Kilometer langen Elisabethgrodendeichs begannen bereits 1995, blickt Eilt Onno-Garlichs zurück: Ein Anlass für die Planung war, dass ein seeseitiger Teekräumweg entlang der Deichstrecke fehlte.

Immer wieder werden bei Sturmfluten erhebliche Mengen an Pflanzenresten aus dem Deichvorland an den Deich geschwemmt. Bis zu 60 000 Kubikmeter Teek können pro Jahr anfallen. Lagert sich Teek auf der Grasnarbe ab, erstickt das Gras und die Zersetzungsprozesse gefährden die Deichsicherheit. Außerdem fehlten dem Deich die erforderlichen Abmessungen und auch der für die Abdichtung wichtige Kleiboden entsprach nicht den Qualitätsansprüchen des heutigen Küstenschutzes.

Die Baumaßnahme begann 1998 mit zwei Versuchsstrecken. Im Jahr 2001 wurde dann mit der eigentlichen Deichbaumaßnahme begonnen. „Eine der größten Herausforderungen war die Gewinnung von Kleiboden“, erinnert Garlichs: Dabei handelt es sich um ein bindiges Meeressediment, das die Deiche abdichtet und vor Wellenangriff schützt. Die Planungen sahen einen Kleibedarf von 1,6 Millionen Kubikmetern vor.

Im Rahmen eines vom Landkreis Friesland durchgeführten Raumordnungsprogramm wurden die Möglichkeiten der Kleigewinnung im Binnenland untersucht. Dabei stellte sich als Schwerpunkt-Abbaugebiet eine Fläche nördlich von Hohenkirchen heraus. Der Kleiabbau bei Hohenkirchen war nicht unumstritten – die Gemeinde Wangerland mit Bürgermeister Joachim Gramberger an der Spitze hatte ihn mit den Konversionsplanungen für die Wangerland-Kaserne verknüpft. Nachdem 2003 Erkundungsschürfungen stattgefunden hatten, genehmigte der Kreistag im Mai 2004 den Kleiabbau. Befürchtet worden war damals, dass die Fläche im Norden Hohenkirchens für 20 Jahre zur Klei-Baustelle wird. Doch Ende 2011/Anfang 2012 war die Kleigewinnung in Hohenkirchen abgeschlossen – seitdem wird dort das Wangermeer entwickelt.

Da der Gesamtbedarf an Klei für die Deichbaumaßnahme damit nicht voll gedeckt werden konnte, folgte ein weiteres Kleiabbauprojekt, das bis dahin einzigartig war: Nationalpark-Verwaltung, Landkreis und Deichband einigten sich darauf, dass Klei aus dem geschützten Deichvorland entnommen werden durfte.

2010 konnte das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden. Im Juli 2012 wurde der Kleiabbau in vier Pütten außendeichs dann mit einem symbolischen ersten Spatenstich gestartet.

Die Flächen wurden nach den Belangen des Nationalparkes ausgesucht und sollten durch die natürlichen Wiederverladungsprozesse in den Abbauflächen zu einer positiven Entwicklung des Nationalparks beitragen.

„Der Transport des Kleibodens erfolgte mit Lastwagen. Diese mussten insgesamt für den Antransport des Bodens an den Deich eine Wegstrecke von ca. 2,4 Millionen Kilometern zurücklegen“, so Garlichs. Der Deich wurde in acht Bauabschnitten durchgeführt, 2018 – nach 20 Jahren Bauzeit – wurde die Maßnahme fertiggestellt.

Melanie Hanz
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965311

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